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Gemeinsamer Maßstab für klare Dialoge

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Das Fraunhofer IDMT und Audiohersteller kooperieren für eine einheitliche
Messung von Dialogverständlichkeit in Medien-Workflows
Mit der LEAP-Technologie des Fraunhofer IDMT lässt sich
Sprachverständlichkeit objektiv messen und anschaulich visualisieren – vom
Monitoring in der Medienproduktion und Ausstrahlung bis hin zur
Qualitätskontrolle und Postproduktion.

Damit die Ergebnisse über
unterschiedliche Audiolösungen hinweg vergleichbar bleiben, haben sich
führende Hersteller und der Fraunhofer-Institutsteil Hör-, Sprach- und
Audiotechnologie nun zusammengeschlossen, um ein gemeinsames LEAP-
Implementierungsframework zu etablieren. Weitere Einblicke erhalten
Besuchende auf der IBC 2026.

Verständliche Dialoge gehören zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen in der
Medienproduktion und -distribution. Dennoch fällt es Zuschauenden und
Hörenden nach wie vor nicht immer leicht, gesprochene Inhalte zu verstehen
– sei es im Fernsehen und Radio, beim Streaming, in Podcasts oder in
anderen sprachbasierten Formaten. Klassische Messgrößen wie Pegel und
Lautheit charakterisieren das Audiosignal, nicht aber seine
Verständlichkeit.

Die KI-basierte LEAP-Technologie (Listening Effort Prediction for Acoustic
Parameters) des Fraunhofer IDMT geht deshalb einen anderen Weg. Sie
bewertet die wahrgenommene Dialogverständlichkeit anhand des Höraufwands,
der zum Verstehen gesprochener Inhalte nötig ist. Audiofachleute erhalten
damit einen objektiven Anhaltspunkt, ob Dialoge leicht verständlich sind –
oder nachjustiert werden müssen.

Konsistente Ergebnisse über den gesamten Medien-Workflow hinweg

Die Hersteller professioneller Audioprodukte, in die LEAP bereits
integriert ist, wollen nun sicherstellen, dass Anwendende vergleichbare
Ergebnisse bei der Messung von Dialogverständlichkeit erhalten –
unabhängig von Produkt und Plattform. Wenn Produkte denselben zugrunde
liegenden Algorithmus verwenden, könnten Unterschiede bei der
Signalverarbeitung, beim Downmixing, bei der Skalierung, der Glättung, der
Terminologie oder der Visualisierung die Darstellung und Interpretation
der Messergebnisse beeinflussen.

Um die Interoperabilität zwischen verschiedenen Tools zu ermöglichen,
haben das Fraunhofer IDMT und die Hersteller, die als LEAP Meter
Manufacturers Group (LMMG) zusammenarbeiten, das »LMMG Dialog
Intelligibility Implementation Agreement« entwickelt. Es standardisiert
zentrale Aspekte von LEAP-basierten Implementierungen.

Vereinbart wurden unter anderem »Dialog Intelligibility« (im Deutschen:
Dialogverständlichkeit) als gemeinsame Terminologie und »DIU« (Dialog
Intelligibility Unit) als Einheit für anwenderorientierte Messungen. LEAP-
Ergebnisse werden auf einer gemeinsamen Skala von 0 bis 100 DIU
abgebildet. Je höher der Wert, desto besser die Dialogverständlichkeit und
desto geringer der Höraufwand. Darüber hinaus definiert die Vereinbarung
gemeinsame Referenzschwellenwerte sowie Anforderungen an
Signalverarbeitung, Downmixing, Glättung und den Umgang mit Nicht-Dialog-
Inhalten.

Prof. Dr. Jan Rennies-Hochmuth, Leiter der Gruppe Persönliche Hörsysteme
am Fraunhofer IDMT, erklärt: »Durch unsere langjährige Zusammenarbeit mit
diesen Herstellern wurde die LEAP-Technologie bereits in eine Reihe
professioneller Audioprodukte eingebracht. Der gemeinsame
Implementierungsrahmen ist ein wichtiger nächster Schritt, um eine hohe
Dialogverständlichkeit nahtlos über den gesamten Arbeitsablauf von
Audioprofis hinweg zu gewährleisten.«

Eine Produktion kann somit mit Tools verschiedener Hersteller überwacht,
in der Postproduktion verfeinert und bei der Qualitätskontrolle überprüft
werden, wobei die zugrunde liegende Technologie, der Maßstab und die
Messprinzipien einheitlich bleiben.

Die Hersteller hinter der LMMG

Die LMMG vereint die professionellen Audiohersteller NUGEN Audio, RTW,
Steinberg und Telos Alliance. Das Fraunhofer IDMT unterstützt die
Initiative als Entwickler der zugrunde liegenden LEAP-Technologie.

Die erste Version des LMMG-Implementierungsabkommens zur
Dialogverständlichkeit schafft die Grundlage für konsistente
Echtzeitmessungen. Mit zunehmender praktischer Erfahrung mit der
Technologie plant die Gruppe, Möglichkeiten zur Bewertung der
Dialogverständlichkeit für vollständige Programme oder Medieninhalte zu
untersuchen. Solche Messungen könnten Rundfunkanstalten, Streaming-
Diensten und Medienproduzierenden zusätzliche Werkzeuge zur
Qualitätssicherung bieten und die Dialogverständlichkeit als wichtige
Ergänzung zu Messgrößen wie der Lautheit etablieren.

Erleben Sie Dialogverständlichkeit live auf der IBC 2026

Die bevorstehende International Broadcasting Convention (IBC 2026), die
vom 11. bis 14. September in Amsterdam stattfindet, bietet eine ideale
Gelegenheit, die wachsende Bedeutung der Dialogverständlichkeit in den
Medien näher zu betrachten. Zwei voneinander unabhängige Initiativen
wollen Sprache in Rundfunk- und Streaming-Inhalten verständlicher machen:

Zum einen ist das Fraunhofer IDMT im Rahmen des »IBC 2026 Accelerator
Media Innovation Programme« am Projekt »Crystal Clear: Boosting Speech
Intelligibility in Media« beteiligt. Gemeinsam mit Rundfunkanstalten,
Branchenverbänden und Forschungspartnern untersucht das Projekt praktische
und einheitliche Ansätze zur Messung und Verbesserung der
Dialogverständlichkeit in Rundfunk und Streaming.

Zum anderen können Besuchende an den Ständen der LEAP Meter Manufacturers
Group die Messung der Dialogverständlichkeit in professionellen Audio-
Tools erleben und mehr über das gemeinsame Implementierungs-Framework
erfahren.

Über das Fraunhofer IDMT-HSA

Der im Jahre 2008 unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier und
Dr. Jens-E. Appell gegründete Institutsteil Hör-, Sprach- und
Audiotechnologie HSA des Fraunhofer-Instituts für Digitale
Medientechnologie IDMT steht für marktnahe Forschung und Entwicklung mit
Schwerpunkten auf

- Sprach- und Ereigniserkennung
- Klangqualität und Sprachverständlichkeit sowie
- Mobile Neurotechnologie und Systeme für eine vernetzte
Gesundheitsversorgung.

Mit eigener Kompetenz in der Entwicklung von Hard- und Softwaresystemen
für Audiosystemtechnologie und Signalverbesserung setzen die
Mitarbeitenden am Standort Oldenburg wissenschaftliche Erkenntnisse in
kundengerechte, praxisnahe Lösungen um.

Über wissenschaftliche Kooperationen ist der Institutsteil eng mit der
Carl von Ossietzky Universität, der Jade Hochschule und der Hochschule
Emden/Leer verbunden. Das Fraunhofer IDMT ist Partner im Exzellenzcluster
»Hearing4all« und im Sonderforschungsbereich »Hörakustik«.

Weitere Informationen auf www.idmt.fraunhofer.de/hsa.