Zum Hauptinhalt springen

Zum Weltsuizidpräventionstag am 10. September: Mehr als 28 Menschen versterben jeden Tag in Deutschland durch Suizid

Pin It

Anlässlich des morgigen Weltsuizidpräventionstages macht die Stiftung
Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention darauf aufmerksam, dass in
Deutschland 10.372 Menschen im Jahr durch Suizid versterben – das sind
mehr als durch Verkehrsunfälle, Drogen und Mord zusammen (Statistisches
Bundesamt 2024). Dabei warnt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe vor
Kürzungen in der Versorgung psychisch erkrankter Menschen. Denn eine
rechtzeitige, den Leitlinien entsprechende Behandlung u.a. von Depression
ist die beste Maßnahme zur Suizidprävention.



Leipzig/ Frankfurt am Main, 09. September 2026 – Anlässlich des morgigen
Weltsuizidpräventionstages macht die Stiftung Deutsche Depressionshilfe
und Suizidprävention darauf aufmerksam, dass in Deutschland 10.372
Menschen im Jahr durch Suizid versterben – das sind mehr als durch
Verkehrsunfälle, Drogen und Mord zusammen (Statistisches Bundesamt 2024).
Dabei warnt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe vor Kürzungen in der
Versorgung psychisch erkrankter Menschen. Denn eine rechtzeitige, den
Leitlinien entsprechende Behandlung u.a. von Depression ist die beste
Maßnahme zur Suizidprävention.

Mehrheit der Suizide erfolgt im Kontext psychischer Erkrankungen

Suizide erfolgen mehrheitlich vor dem Hintergrund einer nicht optimal
behandelten psychischen Erkrankung, am häufigsten einer Depression. Auch
Schizophrenie, Suchterkrankungen oder Borderline Persönlichkeitsstörungen
gehen mit einem deutlich erhöhten Suizidrisiko einher. Unter einer
konsequenten Behandlung der Depression oder anderen psychiatrischen
Erkrankungen können die lebensmüden Gedanken jedoch in der Regel zum
Abklingen gebracht werden. Aber: „Selbst Menschen mit schweren
Depressionen und Suizidgedanken gelingt es heute meist nicht, einen
zeitnahen Termin beim Facharzt, in einer Klinik oder psychotherapeutischen
Praxis zu ergattern. Es ist nicht hinzunehmen, dass Menschen mit schweren,
lebensbedrohlichen Krisen wochenlang auf eine Behandlung warten müssen.
Kürzungen bei der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen
sind nicht akzeptabel“ betont der Vorstandsvorsitzende der Stiftung
Deutsche Depressionshilfe, Prof. Ulrich Hegerl.

Maßnahmen zur Suizidprävention in den Gemeinden

Neben der zeitnahen Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen,
gibt es weitere wirkungsvolle Instrumente zur Suizidprävention. Der 4
-Ebenen-Interventionsansatz ist weltweit eines der am häufigsten
implementierten Suizidpräventionsprogramme. Bereits in 91 Gemeinden in
Deutschland werden im Partnernetzwerk der Stiftung Deutsche
Depressionshilfe und Suizidprävention durch eigens gegründete regionale
Bündnisse gegen Depression Interventionen auf vier Ebenen gleichzeitig
umgesetzt:

•       Kooperation mit Hausärzten (u.a. Schulungen)
•       Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Plakatkampagne, öffentliche
Veranstaltungen)
•       Schulungen von Multiplikatoren (z.B. Pfarrer, Lehrkräfte,
Medienredaktionen, Altenpflegekräfte, Polizei)
•       Unterstützung für Betroffene und deren Angehörige, u.a. durch
Informationsmaterialien, die Förderung der Selbsthilfe und das digitale
Selbstmanagement-Programm iFightDepression (tool.ifightdepression.com/).

„Obwohl die Wirksamkeit dieses Ansatzes wissenschaftlich belegt* ist,
erfolgt die Implementierung ausschließlich über Spenden und ehrenamtliches
Engagement. Hier wäre eine Unterstützung mit öffentlichen Mitteln wichtig
und wünschenswert, um Menschenleben zu retten. Unserer Einschätzung nach
werden bestehende Angebote der Suizidprävention auch im aktuellen Entwurf
zum geplanten Suizidpräventionsgesetz noch nicht ausreichend
berücksichtigt“, so Hegerl weiter.

Anlaufstellen bei Suizidgedanken:

•       Erster Ansprechpartner bei Verdacht auf eine Depression oder
Suizidgedanken sind der Facharzt (Psychiater), der Hausarzt oder der
Psychologische Psychotherapeut
•       In akuten Krisen: Wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden,
wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten,
die nächste psychiatrische Klinik oder den Notarzt unter 112.
•       Rund um die Uhr erreichen Sie die Telefonseelsorge kostenfrei
unter 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222.
•       Unterstützung bietet auch der Krisendienst in der jeweiligen
Region
•       In besonders kritischen Situationen fällt es oft schwer, klar zu
denken. In solchen Situationen kann ein Krisenplan helfen. Kostenfrei
finden Sie diesen zum Download unter www.deutsche-
depressionshilfe.de/krisenplan

Hinweis an die Redaktionen:

Die Berichterstattung über Suizide ist mit einer besonderen Verantwortung
verbunden, damit es nicht zu Nachahmungen kommt (Werther-Effekt). In einem
Medien-Guide hat die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und
Suizidprävention die wichtigsten Regeln zur Berichterstattung über Suizide
zusammengefasst. Sie finden die Richtlinien hier:
www.deutsche-depressionshilfe.de/presse-und-pr/berichterstattung-suizide