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„Wächst Gesellschaft durch Krisen?“ – Viadrina Debate mit Ukraine- Korrespondent Vassili Golod

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Die Ukraine erlebt seit 2022 durch den Angriffskrieg Russlands eine der
größten Krisen ihrer Geschichte. Gleichzeitig vollzieht sich in der
ukrainischen Gesellschaft ein beispielloser Wandel – vom Beitrittsprozess
zur EU über den Aufbau eines hocheffektiven Militärs und digitaler
Infrastruktur bis zu einem bemerkenswerten Zusammenhalt unter den
Ukrainer*innen. Diese Entwicklung wirft die Frage auf: „Wächst
Gesellschaft durch Krisen?“ Darum geht es bei der Viadrina Debate am
Mittwoch, dem 14. Oktober, 16.00 Uhr, an der Europa-Universität Viadrina
Frankfurt (Oder).



Der Journalist Vassili Golod, ARD-Korrespondent in der Ukraine, und
Ukraine-Expertin Dr. Susann Worschech von der Europa-Universität Viadrina
sprechen über „Das Lernen von Osteuropa, Resilienz – und darüber, warum
Ukrainer*innen den Begriff nicht mehr hören können“. Moderiert wird das
Gespräch von Mattia Nelles, Leiter des Deutsch-Ukrainischen Büros.

Interessierte sind herzlich eingeladen, an der Viadrina Debate im Audimax
der Viadrina, Logenstraße 4 in Frankfurt (Oder), teilzunehmen. Das
Gespräch findet in deutscher Sprache statt und wird ins Englische und
Ukrainische gedolmetscht.
Weitere Informationen und Anmeldung unter:
http://www.europa-uni.de/viadrinadebate

Die Debate konzentriert sich auf die Frage, was Deutschland und die
Europäische Union von einem Blick nach Osten lernen können.
Digitalisierung, moderne Stadtentwicklung, zivilgesellschaftliches
Engagement und der Einsatz für Freiheit und Demokratie lassen sich östlich
der Oder oft besser studieren als westlich davon. Krisen können
Gesellschaften wachsen lassen – wenn sie Veränderungen aktiv angehen, so
die These. Doch das dafür gern genutzte Wort „Resilienz“ bedeutet mehr als
bloßes Durchhalten: die Fähigkeit, sich unter extremem Druck zu verändern
und zugleich im Kern robust zu bleiben. Warum die Ukraine genau darin eine
Vorreiterin ist, weshalb ein vorsichtigerer Umgang mit dem Begriff
Resilienz angezeigt ist und was der Westen von Osteuropa lernen kann,
steht im Mittelpunkt der Diskussion.

Podiumsgäste

Dr. Susann Worschech ist wissenschaftliche Koordinatorin des
Kompetenzverbundes Interdisziplinäre Ukrainestudien Frankfurt (Oder) –
Berlin (KIU) an der Europa-Universität Viadrina. Als
Sozialwissenschaftlerin beschäftigt sie sich seit rund 20 Jahren mit der
Ukraine – angestoßen durch ihre Faszination für die Orangene Revolution im
November 2004. Seither forscht sie zu Themen wie Zivilgesellschaft,
Demokratisierung, Kulturdiplomatie, Resilienz und der Europäisierung der
Ukraine sowie Mittel- und Osteuropas. Sie ist Vorstandsmitglied der
Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde sowie der Sektion
Europasoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Darüber hinaus
gehört sie dem Beirat von Ukraine-Analysen an und ist Mitherausgeberin der
bei Nomos erscheinenden Buchreihe „Interdisciplinary Ukrainian Studies“.

Der Journalist Vassili Golod berichtet seit 2022 als ARD-Korrespondent aus
der Ukraine, seit 2023 leitet er das Studio in Kyjiw. Vassili Golod
studierte Politikwissenschaft und Geschichte an den Universitäten
Göttingen und Aberystwyth in Großbritannien und berichtete unter anderem
für den NDR und die Rheinische Post. Während seines Volontariats beim WDR
gründete er gemeinsam mit Jan Kawelke den Podcast „Machiavelli – Rap und
Politik“, den er seit 2018 moderiert. Vor seinem Einsatz in der Ukraine
hat Golod für die ARD aus London berichtet und im WDR-Newsroom als
Reporter, Redakteur und Chef vom Dienst unter anderem für die Tagesschau
und die Tagesthemen gearbeitet.

Moderiert wird das Gespräch von Mattia Nelles, Mitbegründer und
Vorstandsmitglied der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft. Mattia Nelles
absolvierte ein Masterstudium der Politikwissenschaft mit Schwerpunkt
Osteuropa an der Freien Universität Berlin und lebte und arbeitete mehrere
Jahre in der Ukraine. Er ist Mitglied des Aufsichtsrates des International
Center for Ukrainian Victory (ICUV) und Mitbegründer des Deutsch-
Ukrainischen Büros. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter beim
Bundestagsabgeordneten Robin Wagener (Bündnis 90/Die Grünen) mit den
Schwerpunkten Ukraine und Russland und hat unter anderem für die Deutsche
Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) als Berater
gearbeitet. Bis Ende 2020 war er Programmdirektor des Ukraine-Programms am
Zentrum Liberale Moderne (LibMod).

Viadrina Debate
Mit der Viadrina Debate präsentiert sich die Europa-Universität Viadrina
als Ort der Debatte gesellschaftsrelevanter Zukunftsthemen – regional und
überregional. Aktuelle Fragestellungen werden in diesem Format aus
gesamteuropäischer Perspektive diskutiert. Die Reihe versammelt
Expert*innen, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit in einem
Forum für den kritischen Diskurs und fördert den Austausch zwischen
Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

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