Presseeinladung: Wie sich Innenstädte gegen Hitze wappnen können
Beim Aktionstag Klimalabor Köln am 21. August stellen
Wissenschaftler*innen und Studierende der Universität zu Köln ihre
Forschungsergebnisse zu Abkühlungsmaßnahmen in Innenstädten vor.
Besucher*innen erhalten in der Kölner City Einblicke in wissenschaftliche
Messungen und Modell-Simulationen.
Sommerliche Hitzewellen werden in dicht bebauten Innenstädten zu einem
immer größeren Problem. Über der Kölner Hohe Straße, einer der
meistbesuchten Einkaufsstraßen Deutschlands, sind deshalb seit dem Jahr
2024 im Sommer vertikale weiße Tücher gespannt. Sie sollen Schatten
spenden und die gefühlte Temperatur von Passant*innen senken. Entwickelt
haben diese „Verschattungsmaßnahme“ die Kapitalverwaltungsgesellschaft
Aachener Grundvermögen, Eigentümerin vieler Häuser auf der Hohe Straße,
und das Kölner Stadtmarketing.
Wie groß der Kühleffekt der Tücher ist – und welche weiteren Maßnahmen wie
Fassadenbegrünung oder Wasserverneblung gegen die sommerliche
Hitzebelastung helfen können –, untersuchen Wissenschaftler*innen der
Universität zu Köln. Am Aktionstag stellen sie die aktuellen
Forschungsergebnisse erstmals der Öffentlichkeit vor. Grafische
Darstellungen der Simulationsergebnisse zeigen auf, welche Maßnahmen in
der Hohe Straße künftig am besten umgesetzt werden sollten. An
interaktiven Stationen können Passant*innen selbst ausprobieren, wie
unterschiedliche Klimaanpassungsmaßnahmen wirken, Messdaten in Echtzeit
verfolgen und mit den beteiligten Wissenschaftler*innen ins Gespräch
kommen.
Termin:
Freitag, 21. August 2026, 11 bis 16 Uhr
Aktionstag Klimalabor Köln
Wallrafplatz, 50667 Köln
Das deutschlandweit einmalige Reallabor verbindet wissenschaftliche
Forschung mit konkreten Fragestellungen der Stadtentwicklung. Angesichts
zunehmender Hitzeperioden rückt die Entwicklung wirksamer
Klimaanpassungsmaßnahmen für Innenstädte weiter in den Fokus. Aus diesem
Grund hat Torsten Burmester, Oberbürgermeister der Stadt Köln, die
Schirmherrschaft für das Projekt übernommen.
Unter Leitung von Dr. Nils Eingrüber vom Geographischen Institut und
Professor Dr. Ulrich Löhnert vom Institut für Geophysik und Meteorologie
der Universität zu Köln erfassten Studierende 2025 erstmals räumlich
hochauflösende Messdaten in einer mit Verschattungsmaßnahmen
ausgestatteten Fußgängerzone einer großen deutschen Innenstadt und
analysierten diese wissenschaftlich. Mit Hilfe von vierzig kleinen
Sensoren, die in verschiedenen Höhen an den Seiten der Hohe Straße
angebracht wurden, konnte das Team Kühleffekte von 2 bis 3°C in den
Nachmittagsstunden feststellen.
In diesem Jahr gehen die Wissenschaftler*innen einen Schritt weiter: Im
Rahmen einer Masterarbeit nutzt die Studentin Lauren Gülker die erhobenen
Messdaten, um ein dreidimensionales Mikroklima-Simulationsmodell der Hohe
Straße zu entwickeln. Mithilfe des Modells lassen sich die Wirksamkeit
weiterer Hitzeschutzmaßnahmen wie Fassadenbegrünung oder Wasserverneblung
in Szenarien simulieren und miteinander vergleichen. „So lässt sich
herausfinden, welche Maßnahmen an spezifischen Standorten am besten
geeignet sind, um belastbare Handlungsempfehlungen für weitere
Klimaanpassungsstrategien in innerstädtischen Einkaufsstraßen abzuleiten“,
so Dr. Nils Eingrüber.
Die Forschungsaktivitäten sind Teil des Projektes „Anpassung an den
Klimawandel durch Teilhabe: Handlungsbereitschaft und operative Befähigung
unterschiedlicher Milieus (AKT@HoMe)“, welches von der Universität zu Köln
und der TH Köln durchgeführt und von der RheinEnergieStiftung Jugend ℓ
Beruf, Wissenschaft gefördert wird.
