Gesundes Altern im Mittelpunkt: Geriaterin Ursula Müller-Werdan übernimmt Vorsitz der DGIM
Die Menschen werden immer älter. Wie kann die Innere Medizin dazu
beitragen, dass mit der gewonnenen Lebenszeit auch mehr gesunde
Lebensjahre einhergehen? Diese Frage stellt die Geriaterin Professorin Dr.
med. Ursula Müller-Werdan als neue Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft
für Innere Medizin (DGIM) in den Mittelpunkt.
Die Direktorin der Klinik
für Geriatrie und Altersmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin
hat mit Ende des 132. Internistenkongresses 2026 die Leitung der größten
medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft Deutschlands übernommen.
Als Leitthema für den Kongress im kommenden Jahr hat sie „Gesund älter
werden“ gewählt.
Von der Mythologie und vom Schamanentum bis zur modernen biomedizinischen
Forschung reichen die Bemühungen der Menschheit um eine Verlängerung des
Lebens. „Die zentrale Frage ist aber nicht nur, wie lange Menschen leben,
sondern wie lange sie gesund und ohne wesentliche Einschränkungen leben
können“, sagt Müller-Werdan. Das Thema „Gesund älter werden“ hat sie
bewusst gewählt in einer Phase, in der sich die Anforderungen an die
Innere Medizin deutlich verändern: Mehr Menschen erreichen ein hohes
Alter, zugleich steigt die Zahl der Patientinnen und Patienten mit
mehreren chronischen Erkrankungen.
Damit wächst der Bedarf an Versorgungskonzepten, die nicht einzelne
Krankheiten, sondern den gesamten Krankheitsverlauf und die
Selbstständigkeit im Alltag berücksichtigen. „Prävention, Therapie und
Nachsorge müssen enger zusammengedacht werden“, so Müller-Werdan.
Gleichzeitig nimmt mit zunehmendem Alter die Gefahr der Multimorbidität
zu. „Wenn mehrere Erkrankungen zusammenkommen, lassen sich Leitlinien
nicht immer eins zu eins umsetzen. Für uns als Internistinnen und
Internisten bedeutet das, dass Therapieentscheidungen immer individueller
werden“, sagt Müller-Werdan.
Der Internistenkongress 2027 greift die Folgen dieser Entwicklung auf und
will konkrete Antworten für die Versorgung geben. Dabei werden die
Teilnehmenden auch darüber diskutieren, wie sich therapeutische
Entscheidungen stärker an Lebensqualität und funktioneller
Selbstständigkeit ausrichten lassen und welche Rolle neue
wissenschaftliche Ansätze wie Geroscience spielen werden.
Zur Person
Müller-Werdan leitet die Klinik für Geriatrie und Altersmedizin der
Charité – Universitätsmedizin Berlin und zugleich das Evangelische
Geriatriezentrum Berlin. Sie ist Fachärztin für Innere Medizin,
Kardiologie und Geriatrie. Ihre klinische und wissenschaftliche Arbeit
verbindet Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Intensivmedizin und Altersmedizin.
Zuvor war sie unter anderem an der Ludwig-Maximilians-Universität München
und an der Universität Halle-Wittenberg tätig, bevor sie Professuren in
Aachen und seit 2015 an der Charité übernahm.
In wissenschaftlichen Gremien befasst sie sich seit Jahren mit Fragen der
Altersmedizin und der Versorgung älterer Menschen, unter anderem im
Wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer. „Die Innere Medizin muss
stärker darauf ausgerichtet werden, chronische Erkrankungen über lange
Zeiträume zu begleiten und dabei die Lebensqualität zu sichern“, sagt
Müller-Werdan. „Das erfordert eine engere Verzahnung der verschiedenen
internistischen Disziplinen.“
Wiesbadener Kardiologe Ferrari neu im Vorstand der DGIM
Mit Ende des 132. Internistenkongresses übernimmt Müller-Werdan den
Vorsitz von Professorin Dr. Dr. med. Dagmar Führer-Sakel. Die Essener
Endokrinologin und Diabetologin rückt damit in das Amt der 1.
Stellvertretenden Vorsitzenden. Einen Wechsel gab es zudem auf dem Posten
des Kassenführers: Der Wiesbadener Kardiologe Professor Dr. med. Dr. disc.
Pol. Markus Ferrari folgt als Kassenführer Professor Dr. med. Christoph
Sarrazin nach, den die Mitglieder der DGIM zum neuen 3. Stellvertretenden
Vorsitzenden wählten.
Der gewählte Vorstand der DGIM 2026:
Prof. Dr. med. Ursula Müller-Werdan, Berlin, Vorsitzende
Prof. Dr. Dr. med. Dagmar Führer-Sakel, Essen, 1. Stellvertretende
Vorsitzende
Prof. Dr. med. Stefan Frantz, Würzburg, 2. Stellvertretender Vorsitzender
Prof. Dr. med. Christoph Sarrazin, Wiesbaden, 3. Stellvertretender
Vorsitzender
Prof. Dr. med. Georg Ertl, Würzburg, Generalsekretär
Prof. Dr. med. Dr. disc. pol. Markus Ferrari, Wiesbaden, Kassenführer
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