DDG, DAG und DANK: Aktuelle wissenschaftliche Evidenz spricht für Süßgetränkesteuern
Neue Stellungnahme ordnet Datenlage zur Wirksamkeit von Süßgetränkesteuern
ein
Mangelnde Prävention kostet Menschenleben und stellt die Tragfähigkeit des
solidarisch finanzierten Gesundheitssystems in Frage. Deshalb empfiehlt
die FinanzKommission Gesundheit zur Stabilisierung der
Krankenkassenbeiträge die Einführung einer Süßgetränkesteuer.
In einer
heute veröffentlichten Stellungnahme stellen über 40 führende
Wissenschaftler*innen klar: Süßgetränkesteuern sind eine wirksame Maßnahme
zur Prävention von Adipositas und anderen ernährungsbedingten
Erkrankungen.
Die Stellungnahme ordnet die aktuelle Evidenz angesichts der laufenden
politischen Debatte in Deutschland ein. Sie zeigt: Die negativen
gesundheitlichen Auswirkungen eines regelmäßigen Konsums von Süßgetränken
sind wissenschaftlich zweifelsfrei belegt. Ebenso zeigen internationale
Erfahrungen, dass angemessen ausgestaltete Süßgetränkesteuern den Konsum
von Süßgetränken und die Zuckeraufnahme wirksam senken. Eine zunehmende
Zahl von Studien zeigt direkt eine Verringerung oder Verlangsamung des
Anstiegs von Übergewicht und Adipositas durch Süßgetränkesteuern.
Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare
Krankheiten (DANK) erklärt: „Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat
sich bereits für die Süßgetränkesteuer ausgesprochen und damit Weitsicht
bewiesen. Jetzt nehmen wir die Ministerin beim Wor.t. Die
wissenschaftliche Evidenz ist eindeutig: Es ist Zeit zu handeln, nun
müssen Taten folgen.“
Prof. Dr. med. Matthias Blüher, Mediensprecher der Deutschen Adipositas
Gesellschaft (DAG) ergänzt: „Ein Viertel aller Erwachsenen in Deutschland
hat Adipositas, Tendenz steigend. Adipositas kann die Gesundheit und die
Lebensqualität von Menschen erheblich beeinträchtigen, und verursacht in
Deutschland Kosten von über 60 Mrd. Euro pro Jahr.“
Prof. Dr. med. Julia Szendrödi, Präsidentin der Deutschen Diabetes
Gesellschaft (DDG) erklärt: „Regelmäßiger Konsum von zuckergesüßten
Getränken erhöht das Risiko für die Entstehung von Typ-2-Diabetes
erheblich. Daten aus anderen Ländern, zeigen, dass eine Zuckersteuer ein
wirksames Instrument ist. Prävention beginnt auch im Bundestag: eine
Zuckersteuer ist längst überfällig!“
Prof. Dr. med. Peter von Philipsborn, Hauptautor der Stellungnahme, stellt
klar: „Unter jungen Erwachsenen in Deutschland hat sich die Häufigkeit von
Adipositas in den letzten 20 Jahren verdreifacht. Eine Süßgetränkesteuer
alleine wird diese Entwicklung nicht umkehren können. Süßgetränkesteuern
sind aber ein wichtiger Baustein einer umfassenden Präventionsstrategie.“
Die Stellungnahme wird von zahlreichen weiteren Fachorganisationen
unterstützt, darunter der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), der
Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), der Deutschen
Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der Deutschen
Gesellschaft für Public Health (DGPH).
Quelle: von Philipsborn P, Joisten C, Rehfuess E, Hauner H , Koletzko B,
Weihrauch-Blüher S., Buyken A, Emmert-Fees KMF, Rubin D, Bosy-Westphal A.
(2026): Wissenschaftliche Evidenz zur Wirksamkeit von Süßgetränkesteuern.
Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo
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Über das Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare
Krankheiten (DANK):
Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) ist ein
Wissenschaftsbündnis aus 24 medizinisch-wissenschaftlichen
Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen, das sich seit
15 Jahren für Maßnahmen der Verhältnisprävention zur Verhinderung von
Krankheiten wie Adipositas, Diabetes, Krebs und Herz-Kreislaufkrankheiten
einsetzt. Mehr über DANK: www.dank-allianz.de
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Über die DAG
Adipositas ist eine chronische Krankheit, die auch in Deutschland ein
zentrales und häufig vorkommendes Gesundheitsproblem darstellt. Adipositas
kann zu schwerwiegenden Begleit- und Folgeerkrankungen führen, ist häufig
mit einer Einschränkung der Lebensqualität und Verkürzung der Lebenszeit
verbunden. Adipositas belastet die Volkswirtschaft erheblich.
Es ist daher das erklärte Ziel der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)
e.V., alle auf dem Gebiet der Adipositas tätigen Expertinnen und Experten
zusammenzubringen, um gemeinsam das vorhandene Wissen zur Prävention und
Therapie der Adipositas einzusetzen und zu vermehren und damit einen
Beitrag zur Gesundheitsförderung in der deutschen Bevölkerung zu leisten.
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Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG):
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit mehr als 9300 Mitgliedern
eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in
Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich
seit 1964 in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert
Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine
wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der
mehr als 9 Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Zu diesem
Zweck unternimmt sie auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.
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