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UNESCO zeichnet Energieseminar der TU Berlin erneut für Bildung für nachhaltige Entwicklung aus

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Selbstorganisiert, interdisziplinär und praxisnah: Im Energieseminar der
TU Berlin erarbeiten Student*innen Projekte zu Energie, Umwelt und
Gesellschaft und gestalten Bildung für nachhaltige Entwicklung aktiv mit

Das Energieseminar der Technischen Universität Berlin ist im Jahr 2026
erneut ausgezeichnet worden: Die Deutsche UNESCO-Kommission und das
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
verliehen ihm die „Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige
Entwicklung (BNE)“ im Rahmen des UNESCO-Programms BNE 2030. Die feierliche
Verleihung fand am 16. April 2026 in Dresden statt. Bereits 2008 war das
Seminar von der UNESCO als offizielles Dekadenprojekt der UN-Dekade
„Bildung für nachhaltige Entwicklung“ gewürdigt worden.

Von der studentischen Initiative zum etablierten Lehrformat
Das Energieseminar ist ein besonderes Lehrformat mit langer Tradition: Es
wurde in den 1980er Jahren von Studierenden im Kontext der Anti-
Atombewegung als Alternative zu klassischen Lehrveranstaltungen gegründet.
Bis heute ist es ein studentisch selbst organisiertes Projektseminar
geblieben, das innovative Formen des Lernens und Forschens ermöglicht.

Lernen an der Schnittstelle von Energie, Umwelt und Gesellschaft
Im Zentrum stehen interdisziplinäre Projekte, die jedes Semester von
Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen entwickelt und durchgeführt
werden. Die Angebote richten sich sowohl an Hochschulangehörige als auch
an Teilnehmende außerhalb der Universität. Inhaltlich bewegen sich die
Projekte an der Schnittstelle von Energie, Umwelt und Gesellschaft und
verbinden theoretische Grundlagen mit praxisorientierter Arbeit.

Selbstorganisiert, hierarchiearm und praxisnah
Charakteristisch für das Energieseminar ist die Arbeit in
selbstorganisierten Kleingruppen. Die Teilnehmer*innen bestimmen
eigenständig Themen, Methoden und Zielsetzungen ihrer Projekte. Dadurch
entsteht eine erfahrbare, hierarchiearme Lernumgebung, die kritische
Recherche, eigenverantwortliches Arbeiten und nachhaltiges Handeln
fördert.

Breites Themenspektrum mit gesellschaftlicher Relevanz
Thematisch deckt das Energieseminar ein breites Spektrum ab. Dazu zählen
unter anderem Energie, Ernährung, Generationengerechtigkeit,
Geschlechtergleichstellung, Klima, Menschenrechte, Mobilität und Verkehr,
nachhaltige Städte und Gemeinden, nachhaltiger Konsum und Produktion,
nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Arbeit, Ökosysteme und Biodiversität
sowie die Reduzierung globaler Ungleichheiten. Die Projekte orientieren
sich dabei auch an den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten
Nationen (Sustainable Development Goals). Grundsätzlich sind alle Themen
rund um Energie, Umwelt und Gesellschaft möglich und werden in den
Energieseminarprojekten kritisch beleuchtet.

Im Lehrbetrieb der TU Berlin verankert
Mittlerweile ist das Energieseminar fest in den Lehrbetrieb der TU Berlin
integriert und interdisziplinärer Bestandteil des Fachgebietes
„Wärmeübertragung und -wandlung“. Es verbindet studentisches Engagement
mit wissenschaftlicher alternativer Lehre und leistet damit einen
wichtigen Beitrag zur Verankerung von Nachhaltigkeit in der
Hochschulbildung.

Mit der erneuten Auszeichnung würdigt die UNESCO das langjährige
Engagement des Energieseminars für innovative, partizipative und
praxisnahe Bildung für nachhaltige Entwicklung.