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Warum Rassismus in deutschen Institutionen oft übersehen wird – neue Analysen aus dem FGZ zur InRa-Studie

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Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) legt neue
Analysen zu institutionellem Rassismus in Deutschland vor. Ein Sonderheft
der Fachzeitschrift Patterns of Prejudice bündelt Ergebnisse des InRa-
Projekts und zeigt, warum Rassismus in Behörden lange unterschätzt wurde.


Die Beiträge machen deutlich, dass Diskriminierung häufig aus Routinen,
Entscheidungslogiken und Organisationskulturen entsteht – auch ohne
bewusstes Fehlverhalten Einzelner. Untersucht werden u. a. Polizei,
Sozialverwaltung und der Umgang mit Geflüchteten. Die Studien ordnen die
Befunde in den internationalen Forschungsstand ein.

Rassismus in Behörden, Polizei und Verwaltung wird in Deutschland seit
einiger Zeit stärker diskutiert. Neue wissenschaftliche Beiträge aus dem
Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) zeigen, warum das
Problem lange unterschätzt wurde, welche Auswirkungen es hat und wie es
von Mitarbeitenden in Behörden wahrgenommen wird.

In der internationalen Fachzeitschrift Patterns of Prejudice ist ein
Sonderheft zum Thema institutioneller Rassismus in Deutschland erschienen.
Die Beiträge basieren auf Ergebnissen des FGZ-Verbundprojekts
„Institutionen und Rassismus“ (InRa). Das Sonderheft mit dem Titel „Racism
in German Institutions“ erscheint im Verlag Taylor & Francis und
versammelt sieben englischsprachige Beiträge aus dem Forschungsverbund.
Die Autor:innen ordnen ihre Befunde zu Deutschland in den internationalen
Fachdiskurs ein.

Im Mittelpunkt stehen Routinen, Entscheidungslogiken und Strukturen, die
im Alltag von Behörden zu Diskriminierung führen können. Untersucht werden
unter anderem Sozialverwaltungen, Polizei, der Umgang mit Geflüchteten
sowie Stigmatisierungen im Kontext der Islamismusprävention.

Die Herausgeber:innen des Sonderhefts, Sina Arnold, Alexander Yendell und
Axel Salheiser, erklären:
„Rassismus in deutschen Institutionen kann nicht auf gelegentliche Mängel
oder individuelle Vorurteile reduziert werden. Vielmehr bestehen
systemische Herausforderungen, die im Behördenalltag zutage treten und mit
komplexen rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen verwoben sind.“

Das FGZ-Verbundprojekt „Institutionen und Rassismus“ gilt als bislang
umfassendste Untersuchung zu institutionellem Rassismus in Deutschland. Es
wurde zwischen 2021 und 2024 vom Bundesministerium des Innern gefördert.

Die Beiträge des Sonderhefts zeigen: Diskriminierung entsteht häufig nicht
durch bewusstes Handeln Einzelner, sondern im Zusammenspiel von Routinen,
Organisationskulturen und Entscheidungspraktiken. Verfahren, die als
neutral gelten, können dabei ungleiche Wirkungen entfalten.

Zur Veröffentlichung:
https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/0031322X.2025.2606500