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Prof. Dr. Holger Militz von der Universität Göttingen erhält Marcus- Wallenberg-Preis

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Der Holzwissenschaftler Prof. Dr. Holger Militz von der Universität
Göttingen erhält den Marcus-Wallenberg-Preis 2026. Die schwedische Marcus-
Wallenberg-Stiftung ehrt ihn damit für seine Beiträge zur Erforschung und
industriellen Umsetzung von Holzmodifizierungstechnologien.

Der Preis
zeichnet bahnbrechende wissenschaftliche Leistungen aus, die einen
wesentlichen Beitrag zum Wissensstand oder zur technischen Entwicklung in
den für die Forst- und Holzwirtschaft relevanten Bereichen leisten.

Die Auszeichnung gilt als weltweit renommiertester Forschungspreis im
Forst- und Holzbereich und wurde in der vergangenen Woche in einer
Feierstunde an der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der
Universität Göttingen verkündet. Die Preisverleihung und das
Preissymposium finden im Oktober in Stockholm statt. Dort wird – dem
Prozedere der Nobelpreisverleihung folgend – der König von Schweden Militz
den Preis übergeben.

Militz untersucht unter anderem, wie Holz durch Modifizierungsverfahren
gezielt in seinen Eigenschaften verändert werden kann, um es an
unterschiedliche industrielle Anforderungen anzupassen. Militz habe das
grundlegende Verständnis maßgeblich vorangetrieben, wie chemische
Modifikationsprozesse die Eigenschaften von Holz auf verschiedenen
Hierarchieebenen verbessern, so die Marcus-Wallenberg-Stiftung in ihrer
Begründung. Seine Forschung führe zur Verbesserung der
Dimensionsstabilität und der Widerstandsfähigkeit von Holz gegen
biologischen Abbau. Sie habe maßgeblich dazu beigetragen, verschiedene
Holzmodifizierungsverfahren auf industriellen Maßstab zu bringen. Das
Ergebnis seien Holzprodukte mit außergewöhnlicher Haltbarkeit und
Formstabilität, die gleichzeitig recycelbar und ungiftig bleiben.

„Mit seiner Forschung leistet Holger Militz einen überaus wichtigen
Beitrag zur nachhaltigen Nutzung von Holz“, so der Präsident der
Universität Göttingen, Prof. Dr. Axel Schölmerich. „Durch sein Engagement
in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der
internationalen Vernetzung prägt er die Zukunft der
materialwissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Werkstoff. Der Preis ist
nicht nur ein Ausweis seiner hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen,
sondern auch ein Zeichen für die Relevanz der Forschung an unserer
Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie im Hinblick auf
Klimaschutz und die Zukunft der Menschheit.“

Holger Militz, Jahrgang 1960, studierte Holzwissenschaft an der
Universität Hamburg. 1990 wurde er an der Universität Wageningen in den
Niederlanden promoviert. Anschließend war er mehrere Jahre bei der
Niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche
Forschung (TNO), der Stiftung für Holzforschung (SHR) und der
Agrarwissenschaftlichen Universität Wageningen tätig. Im Jahr 2000 folgte
er dem Ruf auf eine Professur für Holzwissenschaften an der Fakultät für
Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen. Zu seinen
Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem der Holzschutz und
Holzbefall sowie die Holzmodifizierung und die Holztrocknung. Militz ist
Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien. Für seine
Arbeit wurde er unter anderem mit dem Schweighofer-Preis (2007), dem
Josef-Umdasch-Forschungspreis Wien (2012) und dem Ternryd-Preis der
Universität Växjö in Schweden (2016) ausgezeichnet.