KHM beim Festival „Visions du Réel“ (17. bis 26. April 2026)
Zwei lange Dokumentarfilme von Studierenden der Kunsthochschule für Medien
Köln (KHM)
feiern ihre Weltpremiere im Wettbewerb des renommierten Internationalen
Dokumentarfilmfestivals in Nyon.
Heute Abend wird das 57. Internationale Dokumentarfilmfestival „Visions du
Réel“ in Nyon eröffnet. Vom 17. bis 26. April 2026 werden im Rahmen der
verschiedenen Wettbewerbe und Programmsektionen insgesamt 128 Filme aus 75
Ländern gezeigt. Die Filme wurden aus über 3.700 Einreichungen ausgewählt.
Im Wettbewerb „Burning Lights“ feiert der erste lange Dokumentarfilm von
Almourad Aldeeb استحبس | „If Only the Year Had 364 Days“ (2026, 81 Min.)
seine Weltpremiere. Der in Homs, Syrien, geborene und aufgewachsene KHM-
Student reiste nach dem Zusammenbruch des Assad-Regimes im Dezember 2024
nach Damaskus, um dem Schicksal seiner Freunde nachzugehen, mit denen er
2013 inhaftiert wurde. Der Film erinnert an sieben junge Menschen, die in
der Zeit nach dem Arabischen Frühling in Syrien im Gefängnis und unter
Folter starben.
Für den Wettbewerb der kurzen und mittellangen Filme wurde der Diplomfilm
„No Mother Tongue for Everyone" (2026, 67 Min.) von Jinhyun Kim an der
Kunsthochschule für Medien Köln ausgewählt. In ihrem Dokumentarfilm
erforscht die KHM-Absolventin, geboren und aufgewachsen in Südkorea,
Themen wie Ausgrenzung und soziale Barrieren und erzählt von ihren
persönlichen Erfahrungen beim Aufwachsen ihres nicht-verbalen Bruders
sowie von Kommunikation jenseits von Sprache. Der Wettbewerb der kurzen
und mittellangen Filme zeigt insgesamt 35 Filmen mit einer Länge zwischen
7 und 70 Minuten und würdigt „das Beste des zeitgenössischen und nicht-
fiktionalen Filmschaffens in all seiner Originalität und Vielfalt“, so das
Festival in seiner Programmankündigung.
استحبس | „If Only the Year Had 364 Days“ von Almourad Aldeeb
D/Syrien, Dokumentarfilm, 2026, 81 Min., Farbe, 5.1, gedreht auf 16 mm,
Arabisch mit engl. UT
Im Jahr 2013 wurde in Damaskus eine Gruppe von Freunden festgenommen und
in der Abteilung 215 inhaftiert. استحبس | „If Only the Year Had 364 Days“
ist eine persönliche Reise zwischen Syrien und dem Exil, ein Versuch,
Erinnerungen wachzurufen und sich einer Vergangenheit in Haft sowie einer
Gegenwart des Zeugnisgebens zu stellen. In Gedenken an sieben Freunde, die
unter Folter starben.
Das Team – Regie und Buch: Almourad Aldeeb; Bildgestaltung: Ayham
Khalifeh; Erzähler: Almourad Aldeeb; Performative Intervention: Mustafa
Kur; Kamera- und Lichtassistenz: Rawad Hamdan; Ton: Khaled Kurbeh;
Montage: Almourad Aldeeb; Color Grading: Ewald Hentze; Sounddesign: Khaled
Kurbeh; Tonmischung: Ralf Schipke; Betreuung: Prof. Alejandro Bachmann,
Prof. Ulrike Franke, Prof. Philip Scheffner; Plakatgestaltung: Ayham Skaf;
Produzenten: Almourad Aldeeb, Ayham Khalifeh; Produktion: Almourad Aldeeb,
Kunsthochschule für Medien Köln
Vorführtermine: 23. April, 18:15 Uhr, Usine à Gaz 2, 24. April, 11:15 Uhr,
Capitole Leone
모두를 위한 모국어는 없다
„No Mother Tongue for Everyone“ von Jinhyun Kim
Dokumentarfilm, 2026, 67 Min., Farbe, 5.1.,Koreanisch, Japanisch, Deutsch
mit engl. UT
In ihrem Film erforscht Jinhyun Kim Themen wie Ausgrenzung, soziale
Barrieren und erzählt von persönlichen Erfahrungen, die sich um das
Aufwachsen ihres nicht-verbalen Bruders drehen, und von Kommunikation
jenseits der Sprache. „Wo die Sprache versagt, bleibt das Gefühl – eine
radikale filmische Geste gegenüber allem, was nie in Worte gefasst werden
konnte“ (Katalog Nyon). Das Team – Regie, Kamera und Montage: Jinhyun Kim;
Sounddesign: Jenny Winter | soundslikewinter; Tonmischung: Judith
Nordbrock; Color Grading: Ewald Hentze; Calligraphy: Jaewon Kim;
Betreuung: Prof. Alejandro Bachmann, Prof. Dr. Isabell Lorey, Prof. Philip
Scheffner; Produktion: Jinhyun Kim, Kunsthochschule für Medien Köln
Vorführtermine: 21. April, 20:45 Uhr, Usine à Gaz 1, 24. April, 13:30 Uhr,
Usine à Gaz 1
