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Mehr Jugendliche für MINT gewinnen: Easy-to-ignore-Gruppen durch außerschulische MINT-Bildungsarbeit erreichen

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Viele Jugendliche werden von außerschulischen MINT-Angeboten (noch) nicht
erreicht. Dies liegt häufig nicht an mangelnder Motivation der jungen
Menschen, sondern an Barrieren wie fehlendem Geld, schwieriger
Erreichbarkeit von Angeboten, fehlenden Zugängen oder auch an
Sprachhürden. Die Ausarbeitung „Easy-to-ignore-Gruppen – Erkennen.


Erreichen. Binden. Anregungen für die außerschulische Bildungsarbeit“ der
Gemeinschaftsoffensive Zukunft durch Innovation.NRW (zdi.NRW) zeigt, wie
Bildungsakteur:innen sogenannte Easy-to-ignore-Gruppen erkennen und
einbinden können. Praxisbeispiele aus NRW verdeutlichen: Vertrauen,
niedrigschwellige Zugänge und langfristige Begleitung sind entscheidend.

Nicht für alle Jugendlichen ist der Weg zu außerschulischen MINT-Angeboten
gleichermaßen einfach. Häufig liegt das nicht an mangelndem Interesse,
sondern daran, dass jungen Menschen Barrieren im Weg stehen. Fehlendes
Geld, unerreichbare Orte, Sprachhürden oder das Fehlen von Vorbildern im
eigenen Umfeld können Hemmnisse darstellen. Die sogenannten Easy-to-
ignore-Gruppen (Eti-Gruppen) bleiben leicht unbemerkt, wenn
Bildungsangebote nicht gezielt auf ihre Lebensrealität eingehen und
Zugänge eröffnen.

Die Gemeinschaftsoffensive zdi.NRW möchte mit ihren Angeboten auch
diejenigen erreichen, die bisher noch keinen Zugang zu MINT-Angeboten
gefunden haben:
- Jene, deren spezifische Lebenslage oder individuelle Bildungsgeschichte
Zugänge erschweren,
- jene, die mit Hindernissen zu kämpfen haben und mehr Unterstützung
benötigen,
- jene, die in MINT-Bildungsangeboten aktuell noch unterrepräsentiert
sind.

Die Ausarbeitung „Easy-to-ignore-Gruppen – Erkennen. Erreichen. Binden.
Anregungen für die außerschulische Bildungsarbeit“ von zdi.NRW bündelt
Erfahrungen aus der Praxis und gibt Anregungen, wie Bildungsakteur:innen
Jugendliche besser erreichen können. Sie zeigt Forschungsergebnisse,
Praxiserfahrungen und Beispiele aus NRW.

Drei zentrale Erkenntnisse:
- Barrieren abbauen: Jugendliche bleiben nicht fern, weil sie kein
Interesse haben, sondern weil strukturelle Hürden wie Mobilität, Finanzen
oder Sprache den Zugang erschweren.
- Vertrauen aufbauen: Angebote wirken vor allem dann, wenn sie über
vertraute Personen wie Lehrkräfte oder Sozialarbeiter:innen vermittelt
werden.
- Langfristig begleiten: Kontinuität, Partizipation und sichtbare
Erfolgserlebnisse stärken das Selbstvertrauen der Jugendlichen und fördern
nachhaltige Bildungswege über die gesamte Bildungskette hinweg.

Die Ausarbeitung zeigt: Es ist nicht ausreichend, gute Angebote
bereitzustellen. Entscheidend ist, dass MINT-Angebote so gestaltet werden,
dass alle Jugendlichen teilnehmen können. Praxisbeispiele aus NRW zeigen,
wie es gelingen kann, Barrieren abzubauen und neue Zugänge zu MINT zu
schaffen.

MINT-Angebote für alle leisten einen Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit
im Bildungssystem und langfristig auch zur Fachkräftesicherung im MINT-
Bereich.

Mehr Informationen:
Das Paper „Easy-to-ignore-Gruppen – Erkennen. Erreichen. Binden.
Anregungen für die außerschulische Bildungsarbeit“ enthält Tipps und Gute
Praxis-Beispiele. Es steht hier zum Download zur Verfügung:
https://zdi-portal.de/wp-
content/uploads/2025/09/Aufbereitung_Eti_zdi.NRW_080925.pdf

Ein umfassender Beitrag zum Thema „Easy-to-ignore-Gruppen und MINT-
Bildung“ ist hier zu finden:
https://zdi-portal.de/blog/unter-der-lupe-easy-to-ignore-teil-1/

Über zdi.NRW:

zdi.NRW steht für „Zukunft durch Innovation.NRW“ und ist mit über 5.700
Partnerschaften mit Akteur:innen aus den Bereichen Wissenschaft,
Wirtschaft, Schule, Politik und Gesellschaft europaweit das größte
Netzwerk zur Förderung des MINT-Nachwuchses. Flächendeckend gibt es zdi-
Angebote in allen Kreisen und kreisfreien Städten in NRW. Über 2.000
Schulen in NRW machen mit – das sind rund 20 % der Grundschulen und 65 %
der weiterführenden Schulen in NRW. In über 20 Jahren hat zdi.NRW über 4,5
Millionen junge Menschen erreicht. Über 100 zdi-Schüler:innenlabore bieten
Kindern und Jugendlichen Räume, um MINT zu erleben, ihrer Begeisterung für
MINT nachzugehen und sich über MINT-Ausbildungs- und Studiengänge zu
informieren. Die Kurse und Angebote von zdi.NRW tragen auch zum Transfer
aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse aus den Hochschulen heraus bei.
Koordiniert wird zdi.NRW vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des
Landes Nordrhein-Westfalen. Landesweite Partner:innen sind unter anderem
die Ministerien für Schule und Bildung und für Wirtschaft, Industrie,
Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die
Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit.

Weitere Informationen: www.zdi-portal.de und https://mint-community.de