Fraunhofer IWES Wind-Lidar-Boje erzielt die Zertifizierung Stage 3+ der OWA-Roadmap
Nach der Zertifizierung der Stage 3 im Jahr 2024 ist das vom Fraunhofer-
Institut für Windenergiesysteme IWES entwickelte, gebaute und betriebene
Floating-Lidar-System (FLS) das erste FLS, das die Stage 3+ gemäß der
dritten Version der OWA-Roadmap (2025) erreicht hat. Dieser Meilenstein
zeigt die hohe Messgenauigkeit und Fähigkeit des Systems, verlässliche
Messungen der Turbulenzintensität (TI) zu liefern.
Durch die Bereitstellung validierter TI-Messungen reduziert die Fraunhofer
IWES Wind-Lidar-Boje die Unsicherheit bei der Standortbewertung für
Offshore-Windparks erheblich und stärkt die Grundlage für
Standortbewertungen sowie finanzierungsfähige Projektentscheidungen. Das
Fraunhofer IWES beauftragte Oldbaum Services Ltd mit der unabhängigen
Bewertung. Andy Oldroyd, Direktor von Oldbaum Services, erklärt: »Oldbaum
ist erfreut, bestätigen zu können, dass auf der Grundlage unserer
unabhängigen Bewertung das von Fraunhofer IWES gelieferte Floating-Lidar-
System vom Typ Wind Lidar Buoy – ZX Lidar (WLBZ) die Einstufung Stage 3+
gemäß der Carbon Trust Roadmap für die kommerzielle Akzeptanz schwimmender
Lidar-Systeme, Version 3.0 (Juni 2025), erreicht hat.«
Dies ist die höchste Stufe der Validierung der kommerziellen Akzeptanz im
Rahmen der Carbon Trust OWA Roadmap für schwimmende Lidar-Technologie. Das
Fraunhofer IWES treibt die Entwicklung von Offshore-Windmesstechnik weiter
voran und zeigt dabei die bestmögliche Messgenauigkeit und Zuverlässigkeit
für die Industrie.
»Wir freuen uns, der Offshore-Windindustrie zeigen zu können, dass wir
diesen neuesten pränormativen Meilenstein erreicht haben und dass unsere
Kunden von der Forschung für methodische und messtechnische Fortschritte
profitieren«, ergänzt Loïs Legendre, Projektmanager Windmessungen am
Fraunhofer IWES. Es ist entscheidend, die Qualität der Offshore-
Windmessungen zu maximieren, um die bestmögliche Einschätzung der
Windbedingungen und des daraus abgeleiteten zu erwartenden Energieertrags
eines Windparks zu erzielen. Ein wesentlicher Beitrag zu dieser
Messqualität ist die zuverlässige Bestimmung der Turbulenzintensität unter
Offshore-Bedingungen.
Hochpräzise TI-Messung durch Bewegungskompensation
Umfangreiche Offshore-Verifikationsmessunge
Messungen der Fraunhofer IWES-Boje alle in der Carbon Trust Roadmap
definierten Anforderungen vollständig erfüllen. Erreicht wurde dies durch
die neuesten wissenschaftlichen Fortschritte des Fraunhofer IWES, die in
peer-reviewten Fachartikeln veröffentlicht wurden und die Ableitung
hochgenauer TI-Daten mittels einer hochfrequenten, deterministischen
Bewegungskompensation ermöglichen. Dieser innovative Ansatz für Floating-
Lidar-Systeme kompensiert Bewegungseffekte direkt auf der Ebene der
Rohdaten, indem er hochfrequente Bewegungsdaten mit zeitsynchronisierten
Lidar-Messungen kombiniert.
Als rein physikalisch basierter Ansatz bietet die Methode vollständige
Transparenz und Rückverfolgbarkeit, ohne auf Black-Box-Modelle oder
maschinelles Lernen angewiesen zu sein. Sie ist weder auf Trainingsdaten
angewiesen noch standortabhängig. Der Algorithmus verbessert die Präzision
und Zuverlässigkeit von TI-Messungen, liefert tiefere Einblicke in die
marine atmosphärische Turbulenz und schafft Vertrauen in die Daten.
Neuerungen in Stage 3+ der OWA-Roadmap v3.0
Diese dritte Version der OWA-Roadmap führt insbesondere die Bewertung von
TI-Messungen und die Erstellung von Fehlermetriken zur Untersuchung der
FLS-Leistung ein.
Ausblick
Das Fraunhofer IWES wird vom 21. bis 23. April 2026 auf der WindEurope in
Madrid am Stand 9-H120 vertreten sein, um seine aktuellen
Forschungsaktivitäten und Leistungsangebote für den Offshore-
Windenergiesektor vorzustellen.
