21. Mediendozentur: Die neue Weltunordnung
Der ZDF-Journalist Elmar Theveßen analysiert Donald Trumps
Angriff auf die Demokratie
Elmar Theveßen, Leiter des ZDF-Studios in Washington, hält am Mittwoch,
den 3. Juni 2026 um 18:30 Uhr die 21. Mediendozentur im Festsaal der
Universität (Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz) mit dem Titel: „Die neue
Weltunordnung. Donald Trump und der Angriff auf die Demokratie“.
„Da geht gerade etwas kaputt in Amerika, weil das Land einen
Systemsprenger zum Präsidenten gewählt hat, der die Demokratie umbauen,
vielleicht gar abschaffen will“, sagt Elmar Theveßen. Der preisgekrönte
Journalist und Bestsellerautor, dem es immer wieder gelingt, in Filmen und
Büchern die großen Linien geopolitischer Entwicklungen nachzuzeichnen,
spricht in seiner Mediendozentur über die allmähliche Auflösung einer
regelgeleiteten und wertebasierten Weltordnung und die Drift in Richtung
eines neuen Autoritarismus in den USA. Er zeigt, wie es dem US-Präsidenten
gelungen ist, sich eine zweite Amtszeit zu sichern und mit welchen Mitteln
und Methoden er nun versucht, seine Macht immer weiter auszubauen.
Theveßen macht deutlich, dass der US-Präsident im Verbund mit parteiischen
Medien und einigen wenigen, einflussreichen Plattform-Unternehmern einen
gesellschaftspolitisch noch nicht verstandenen Großangriff auf den
unabhängigen Journalismus begonnen hat. Es ist, wie Elmar Theveßen
deutlich macht, ein Angriff, der geeignet ist, die Presse- und
Meinungsfreiheit auszuhöhlen und den Marktplatz der Ideen, diesen
verletzlichen Kosmos von Diskurs und Argument, zu zerstören. In allen
Bereichen, so Theveßens Bilanz, gehe es um Erpressung, Nötigung und
Einschüchterung. Er mahnt: „In der aktuellen Situation braucht es ein
entschlossenes und geschlossenes Europa, das die Stärken der liberalen
Demokratie gegen die Allmachtsphantasien autoritärer Anführer vom Schlage
eines Donald Trump verteidigt.“
„In Zeiten, in denen demokratische Strukturen unter Druck geraten,
benötigen wir Menschen, die Entwicklungen klar benennen und kritisch
einordnen. Elmar Theveßen zeigt, wie wichtig es ist, Machtmechanismen
sichtbar zu machen und öffentliche Debatten zu stärken. Als Universität
verstehen wir uns dabei als Ort, an dem wir gemeinsam für die Grundlagen
einer freien, informierten und resilienten Demokratie eintreten. Die
Mediendozentur führt diesen Anspruch Jahr für Jahr vor Augen und setzt ein
Zeichen für eine wache und dialogbereite Öffentlichkeit“, sagt Professorin
Dr. Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen.
Die thematische Einführung zur 21. Tübinger Mediendozentur, die inzwischen
zu den größten Veranstaltungen der Universität gehört (bis zu 200.000
Menschen sehen sich einzelne Vorträge auf YouTube an, mehr als 1.000
Menschen sind regelmäßig im Festsaal vor Ort), übernimmt der
Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Die anschließende Diskussion
moderiert die stellvertretende Tübinger SWR-Studioleiterin Sandra Müller.
Alle Interessierten sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei. Eine
Platzreservierung ist nicht möglich. Die Ausgabe der Eintrittskarten
erfolgt vor dem Festsaal ab 17:00 Uhr, der Einlass startet um 17:30 Uhr.
Bitte beachten Sie: Pro Person kann nur eine Eintrittskarte vergeben
werden. Wir bitten darum, Rucksäcke und größere Taschen an der Garderobe
im Foyer abzugeben.
Journalist:innen können sich unter dieser E-Mail-Adresse akkreditieren:
Die Rede wird zusätzlich in mehrere Hörsäle im Kupferbau übertragen und
kann im Livestream verfolgt werden: www.uni-tuebingen.de/mediendoz
Zur Tübinger Mediendozentur: Die Tübinger Mediendozentur ist eine
Kooperation der Universität Tübingen, des Instituts für Medienwissenschaft
und des SWR Studios Tübingen. Seit 2003 kamen für die Mediendozentur unter
anderem Claus Kleber, Maybrit Illner, Giovanni di Lorenzo, Alice
Schwarzer, Georg Mascolo, Doris Dörrie, Sascha Lobo, Luisa Neubauer, Juli
Zeh und Harald Lesch nach Tübingen.
Zur Person: Elmar Theveßen, Jahrgang 1967, studierte Politische
Wissenschaft, Geschichte und Germanistik in Bonn. Nach verschiedenen
journalistischen Stationen, u. a. 1995–2001 als ZDF-Korrespondent für
Nordamerika im Studio Washington und 2007–2019 als stellvertretender
Chefredakteur des ZDF, ist er seit März 2019 Leiter des ZDF-Studios
Washington. Zuletzt von ihm erschienen: Deadline. Wie das System Trump die
Demokratie aushöhlt und uns alle gefährdet.
