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Weltweit erste Resuscitation Academy für den Klinikbereich startet in Deutschland

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Nürnberg/Kiel. Laut aktueller Hochrechnungen des Deutschen
Reanimationsregisters kommt es jedes Jahr in deutschen Krankenhäusern zu
rund 28.000 bis 38.000 Herz-Kreislauf-Stillständen. Doch trotz schneller
Hilfe überleben nur etwa 20 Prozent der Betroffenen. Ein Grund dafür liegt
nach Einschätzung von Fachleuten auch in Unterschieden bei Organisation
und Prozessen der Notfallversorgung. Deutliches Verbesserungspotenzial
liege daher vor allem in strukturierten Abläufen, Trainings und
Datennutzung.

Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Gesellschaft für
Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) die innerklinische
Resuscitation Academy Deutschland (iRAD) ins Leben gerufen.

Nun fällt der Startschuss für die erste iRAD: Vom 14. bis 16. April 2026
findet sie am Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) des
Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel statt. 12 Kliniken
aus Deutschland nehmen an dem zweijährigen Programm teil.

Die iRAD ist die erste Resuscitation Academy weltweit, die sich gezielt
mit der innerklinischen Reanimation befasst. Damit nimmt die Deutsche
Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) in
diesem Bereich eine Vorreiterrolle ein. Das Programm überträgt zentrale
Elemente der Resuscitation Academy auf den innerklinischen Bereich und
orientiert sich an aktuellen internationalen Empfehlungen. Im Mittelpunkt
steht dabei ein systemischer Ansatz mit vier Handlungsfeldern: Planung und
Vorbereitung, Vorbeugung, Prinzipien und Kultur sowie Durchführung. Ziel
ist es, Prozesse zu vereinheitlichen, vermeidbare Ereignisse zu reduzieren
und die Versorgungsqualität zu verbessern.
Erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten entlang der gesamten
Versorgungskette

Dass der Fokus auf innerklinische Notfälle hochrelevant ist, haben auch
die Bad Boller Reanimations- und Notfallgespräche 2026 eindrücklich
gezeigt. Dort stand erstmals der Herz-Kreislauf-Stillstand im Krankenhaus
im Zentrum – mit dem klaren Befund: Trotz vorhandener Strukturen gibt es
erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten entlang der gesamten
Versorgungskette.

„Ein wesentlicher Ansatzpunkt liegt in der Standardisierung von Abläufen
und der konsequenten Auswertung von Daten. Beides ist in vielen Häusern
bislang nur teilweise umgesetzt“, sagt Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner,
Programmdirektor der iRAD. Genau hier setze die iRAD an und unterstütze
Kliniken dabei, entsprechende Strukturen systematisch aufzubauen und
weiterzuentwickeln.
Die Zielgruppen des Programms reichen von Verantwortlichen in
Klinikleitung und Qualitätsmanagement über Aus- und Weiterbildungsbereiche
bis hin zu Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften sowie Notfallteams aus
Anästhesie, Intensivmedizin, Notaufnahme und Innerer Medizin.

„Wir nehmen an der iRAD teil, weil wir die Notfall- und
Reanimationsversorgung in unseren Häusern kontinuierlich weiterentwickeln
wollen“, erklärt Daniel Leiendecker von den Katholischen Kliniken im
Märkischen Kreis, die zu den ersten zwölf Teilnehmern zählen. „Für uns ist
es eine wertvolle Chance, eigene Prozesse kritisch zu überprüfen, neue
Impulse aufzunehmen und uns mit anderen erfahrenen Kliniken auszutauschen.
Dass wir als regionaler Versorger Teil dieses Projekts sind, macht uns
besonders stolz. Wir möchten zeigen, dass hohe Qualität, Engagement und
der Wille zur Verbesserung nicht von der Größe eines Hauses abhängen."

Die iRAD baut auf den Erfahrungen der Resuscitation Academy Deutschland
(RAD) auf, die ebenfalls von der DGAI veranstaltet wird. Dieses Programm
unterstützt seit mehreren Jahren erfolgreich Rettungsdienste dabei, ihre
Abläufe bei Herz-Kreislauf-Stillständen zu verbessern. Bis einschließlich
2025 haben bereits 45 Rettungsdienstbereiche teilgenommen, auch hier mit
dem gemeinsamen Ziel, die Überlebenschancen Betroffener deutlich zu
erhöhen.



Originalpublikation:
https://www.dgai.de/aktuelles-patientinnen-
projekte/pressemitteilungen/3178-weltweit-erste-resuscitation-academy-
fuer-den-klinikbereich-startet-in-deutschland.html