Wie Dateninfrastrukturen zur Schlüsselressource für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft werden
Circular Economy Information Ecosystem: Erfolgsvoraussetzung und
Innovationstreiber für die digitale Kreislaufwirtschaft
Damit Produkte länger genutzt, repariert und recycelt werden können,
braucht es vor allem eines: verlässliche Daten. Ein neuer In Brief des
Wuppertal Instituts zeigt, warum Digitalisierung entscheidend für eine
funktionierende Kreislaufwirtschaft ist und welche Rolle das Circular
Economy Information Ecosystem (CEIS) dabei spielt.
Der Übergang zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft gehört zu den
zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Nur wenn Ressourcen effizient
genutzt und im Kreislauf gehalten werden, lassen sich Klimaziele erreichen
und Umweltschäden reduzieren. Gleichzeitig ist der Übergang auf eine
Kreislaufwirtschaft die geeignete Antwort auf die verstärkten
geopolitische Spannungen und steigende Rohstoffabhängigkeiten, die die
Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Industrie zunehmend bestimmen.
Geschlossene Kreisläufe helfen Lieferketten resilienter zu gestalten. Ohne
Digitalisierung wird dieser Wandel nicht gelingen. Damit
Kreislaufwirtschaft in der Praxis funktioniert, müssen Unternehmen,
Behörden und weitere Akteur*innen künftig Daten besser austauschen und
nutzen können.
Im In Brief „Das Circular Economy Information Ecosystem:
Erfolgsvoraussetzung und Innovationstreiber für die digitale
Kreislaufwirtschaft“ skizzieren Prof. Dr.-Ing. Stephan Ramesohl und Dr.
Holger Berg aus dem Forschungsbereich Digitale Transformation am Wuppertal
Institut, welche digitalen Grundlagen dafür notwendig sind.
„Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft braucht verlässliche Daten
entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Erst wenn physische
Produktströme und digitale Informationen systematisch zusammengeführt
werden, lassen sich zirkuläre Prozesse wirklich umsetzen und skalieren“,
betont Stephan Ramesohl. „Die Fähigkeit zum Datenaustausch ist damit eine
Kernkompetenz für nachhaltiges Wirtschaften“, ergänzt Holger Berg.
Digitalisierung als Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft: CEIS bildet das
Fundament
Digitale Technologien eröffnen neue Möglichkeiten, Ressourcen effizienter
zu nutzen und Stoffkreisläufe zu schließen. Über Anwendungen von
Künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie können Produktionsprozesse
optimiert und neue Geschäftsmodelle entwickelt werden. Auch in der
Abfallwirtschaft, Logistik und Wiederaufbereitung tragen digitale Lösungen
dazu bei, Materialien besser zu erfassen, zu sortieren und erneut zu
nutzen.
Zentral für diese Entwicklung ist das sogenannte Circular Economy
Information Ecosystem (CEIS). Es beschreibt die Gesamtheit aller digitalen
Technologien, Infrastrukturen, Prozesse und Akteur*innen, die für eine
datenbasierte Kreislaufwirtschaft notwendig sind – einschließlich der
dafür erforderlichen Standards, Regeln und Koordinationsmechanismen.
Neue Chancen für Wirtschaft und Politik
Ein funktionierendes CEIS kann nicht nur die Kreislaufwirtschaft
voranbringen, sondern auch neue Impulse für Wirtschaft und Verwaltung
setzen. Sein Aufbau erfordert koordinierte Anstrengungen über mehrere
Jahre hinweg. Entscheidend ist, die bestehende Innovationsdynamik zu
nutzen und gezielt weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei unter
anderem:
- Entwicklung und Skalierung praxistauglicher Anwendungen entlang der
gesamten Wertschöpfungskette
- Aufbau branchenbezogener Datenökosysteme
- Weiterentwicklung von Standards und internationale Abstimmung
- Stärkung von Kompetenzen in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung
- bessere Vernetzung bestehender Initiativen und Pilotprojekte
CEIS soll dezentral organisiert sein, einen souveränen und rollenbasierten
Datenaustausch ermöglichen, auf interoperablen Formaten (gemeinsam
festgelegte technische Regeln für nahtlose Interaktion) basieren und
technologieoffen sowie unabhängig von einzelnen Plattformen funktionieren.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist dabei der Digitale Produktpass, der im
Rahmen der europäischen Ökodesign-Verordnung eingeführt wird. Er soll
künftig Informationen zu Materialien, Reparierbarkeit oder Umweltwirkungen
von Produkten bereitstellen und damit eine zentrale Datenbasis für die
Kreislaufwirtschaft schaffen.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://wupperinst.org/c/wi/c/
Co-Leiter des Forschungsbereichs Digitale Transformation
https://wupperinst.org/c/wi/c/
Forschungsbereichs Digitale Transformation
Originalpublikation:
https://wupperinst.org/a/wi/a/
Information Ecosystem: Erfolgsvoraussetzung und Innovationstreiber für die
digitale Kreislaufwirtschaft”
