Eine Konzertreise im Wissenschaftsjahr „Medizin der Zukunft“
Noten und Neuronen“ bringt Musik und Hirnforschung auf die Bühne - Ab
diesem Sommer geht die Konzertreihe „Noten und Neuronen: Musik für die
Gehirngesundheit“ auf Tour. In sechs Konzerten verbinden die Medizinische
Fakultät Bonn, das Universitätsklinikum Bonn (UKB), das Max-Planck-
Institut für empirische Ästhetik (MPIEA), das Deutsche Zentrum für
Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der UKBonn Musik e.V.
hochkarätige Live-Acts mit Einblicken in die Wirkung von Musik auf das
menschliche Gehirn und ihr Potenzial für die geistige Fitness. Spielorte
sind Berlin, Bonn, Dortmund, München und Köln.
Die Veranstaltungsreihe ist Teil des „Wissenschaftsjahres 2026: Medizin
der Zukunft“, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und
Raumfahrt (BMFTR) ausgerichtet wird.
Durch den Lebensstil lässt sich das Risiko für Demenz verringern und bei
schon vorliegender Demenz den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Insbesondere Musik wird ein günstiger Effekt auf die Gehirngesundheit
zugeschrieben. „In unserer Veranstaltungsreihe gehen wir der Kraft von
Musik aus neurowissenschaftlicher Sicht auf den Grund und machen sie für
das Publikum erfahrbar“, sagt Prof Dr. Bernd Weber, Dekan der
Medizinischen Fakultät Bonn, die zusammen mit dem UKB die Federführung des
Projektes innehat. Der Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Vorstand des
UKB, Prof. Dr. Uwe Reuter, ergänzt: „Dafür bringen wir Live-Musik und
aktuelle Hirnforschung in populärwissenschaftlicher Form auf die Bühne.“
Zugleich ist Mitmachen angesagt. Die Besucherinnen und Besucher können
sich zum Beispiel an einem digitalen Gedächtnistest beteiligen. Die
zugehörige App für Smartphones wird bereits in Arztpraxen eingesetzt, um
kognitive Störungen frühzeitig zu erkennen. In nicht allzu ferner Zukunft
könnten solche Tech-Tools zum medizinischen Alltag gehören.
Klassik, Film und Pop
Musikalisch deckt die Konzertreihe verschiedene Genres ab. Je nach
Spielort präsentieren unterschiedliche Orchester gemeinsam mit dem UKB-
Chor ein Programm aus klassischen Kompositionen und Filmmusik – und
darüber hinaus. „Wir möchten Interesse wecken für Hirnforschung und Lust
machen auf großartige Musik. Wir spielen nicht nur Mozart und Beethoven,
sondern auch John Williams und Hans Zimmer“, sagt Dr. Theodor Rüber,
Initiator von „Noten und Neuronen“. Der Facharzt für Neurologie ist
Arbeitsgruppenleiter in der Neuroradiologie des UKB und auch ausgebildeter
Dirigent.
Treiber für die geistige Reserve
„Wir alle können ein Stück weit selbst dazu beitragen, unser Risiko für
Demenz zu reduzieren. Mit unserer Veranstaltungsreihe möchten wir für
Prävention sensibilisieren und zur eigenen Aktivität motivieren. Es gibt
dafür viele Möglichkeiten, aber Musik ist ein konkreter Ansatzpunkt für
Prävention“, sagt Prof. Dr. Joachim Schultze, Systemmediziner und
wissenschaftlicher Vorstand des DZNE. „Ob ein Instrument spielen, Musik
hören oder singen – all das stimuliert das Gehirn und kann dabei helfen,
geistige Reserven aufzubauen, weil Musik das Gehirn nachhaltig verändern
kann. Und geschieht dies gemeinsam in einer Band, einem Orchester oder im
Chor, fördert es zudem die soziale Interaktion. Auch sie ist nachweislich
gut für die grauen Zellen und stärkt die geistige Widerstandskraft.“
Musikprofis im Scanner
„Noten und Neuronen“ wird Einblicke in moderne Technologien bieten –
insbesondere in die Möglichkeiten der Magnetresonanztomografie (MRT). Im
Vorfeld der Veranstaltungen werden nämlich einige der beteiligten
Musikprofis im Hirnscanner untersucht. „Diese Aufnahmen wollen wir bei
unseren Wissenschaftskonzerten vorführen. Sie geben uns die Möglichkeit,
dem Publikum Besonderheiten im Gehirn zu zeigen, die vermutlich auf
intensives musikalisches Training zurückgehen“, sagt Neurologe Theodor
Rüber. Darüber hinaus kommt bei den Veranstaltungen ein mobiler
Hirnscanner zum Einsatz. „Das ist eine ganz aktuelle Entwicklung aus der
Medizintechnik. Herkömmliche MRT-Geräte sind tonnenschwer – ein fahrbarer
Scanner passt dagegen in einen Notarztwagen. Die Anwendung ist also nicht
auf Krankenhäuser oder neurologische Praxen beschränkt. Für die ärztliche
Versorgung eröffnen sich damit neue Möglichkeiten. Solche Geräte bieten
einen sehr konkreten Blick in die Zukunft der Medizin.“
Aha-Momente
Musik ist ein weltweites Phänomen, das uns Menschen als einzige Spezies –
archäologischen Befunden zufolge – schon seit der Steinzeit begleitet. Sie
hat eine starke soziale, kulturelle Komponente und wirkt motivierend.
„Beim Sport kann uns der passende Sound anspornen, gemeinsames Singen die
Stimmung heben. Und dabei steckt Musik gar nicht so sehr in den Noten und
Schallwellen. Zu einem wesentlichen Teil entsteht Musik erst in unserem
Kopf. Bei unseren Wissenschaftskonzerten wollen wir dem Publikum einen
Eindruck davon vermitteln“, erläutert die Neuropsychologin Prof. Dr.
Daniela Sammler, Forschungsgruppenleiterin am MPIEA in Frankfurt am Main.
„Unser Anspruch ist jedenfalls, dass alle Besucherinnen und Besucher ein
paar Aha-Momente erleben und ihnen bewusst wird, warum Musik unserer
Gesundheit guttun kann.“
Mitwirkende, Unterstützer, Förderer
„Noten und Neuronen: Musik für die Gehirngesundheit“ ist eine gemeinsame
Veranstaltungsserie der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn, des
UKB, MPIEA und DZNE. Unterstützer sind die Unternehmen neotiv GmbH und
Hyperfine, Inc. Die sogenannten Wissenschaftskonzerte werden vom UKB-Chor
sowie einem eigens zusammengestellten UKB-Projektorchester getragen, das
sich aus Musikerinnen und Musikern der Ensembles des Forum Musik der
Universität Bonn zusammensetzt. Unterstützt werden sie dabei von
renommierten Klangkörpern wie dem Gürzenich-Orchester Köln und dem
Beethoven Orchester Bonn. Zum Auftakt der Konzertreihe im Juli findet in
Kooperation mit dem Gürzenich-Orchester Köln ein Konzert in der Kölner
Philharmonie statt. Den feierlichen Abschluss bildet ein großes Konzert im
Dezember in der Beethovenhalle Bonn, das in enger Zusammenarbeit mit dem
Beethoven Orchester Bonn realisiert wird.
Die Reihe dieser Wissenschaftskonzerte wird vom Bundesministerium für
Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des
„Wissenschaftsjahres 2026: Medizin der Zukunft“ gefördert.
Weitere Infos: www.notenundneuronen.de
