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Jetzt abstimmen: Wer wird Molluske des Jahres 2026?

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Drei Schnecken, zwei Muscheln, ein Titel. Ab heute sind alle Mollusken-
Fans eingeladen, unter https://sgn.one/moty2026 mitzuentscheiden, welche
der fünf Finalisten-Arten den Titel „Internationales Weichtier des Jahres
2026“ erhält. Bereits zum sechsten Mal veranstaltet Senckenberg gemeinsam
mit der Unitas Malacologica – der internationalen Fachgesellschaft für
Molluskenforschung – diese öffentliche Online-Abstimmung.

Ziel ist es, die
beeindruckende Vielfalt der faszinierenden Tiergruppe stärker ins
öffentliche Bewusstsein zu rücken und ihren Schutz zu fördern. Auf die
Gewinner-Art wartet zudem eine besondere Auszeichnung: Ihr Genom wird
erstmals vollständig sequenziert.

„Mit der Wahl zur ‚Molluske des Jahres 2026‘ möchten wir die enorme
Vielfalt der Weichtiere hervorheben, die zweitartenreichste Tiergruppe
weltweit. Mollusken bevölkern fast jeden Lebensraum unseres Planeten – von
winzigen Schnecken, die man kaum mit dem bloßen Auge erkennt, bis zu
riesigen Tintenfischen, die zu den größten wirbellosen Tieren der Erde
zählen“, erklärt Prof. Dr. Julia Sigwart, Abteilungsleiterin Marine
Zoologie am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt und
fährt fort: „Diese beeindruckende Bandbreite an Formen, Lebensweisen und
Anpassungen zeigt sich auch bei den fünf außergewöhnlichen Nominierten
unseres diesjährigen Wettbewerbs.“

Die Kandidaten für den Titel sind in diesem Jahr die Pferdeschnecke
Triplofusus giganteus, die steinfressende Muschel Lithoredo abatanica, die
Vampirschnecke Cumia intertexta, die auf den Seychellen lebende Schnecke
Filicaulis seychellensis und die „geflügelte“ Muschel Ephippodonta lunata.
Eine internationale Jury aus Forschenden von Senckenberg und der Unitas
Malacologica wählte sie aus zahlreichen Nominierungen der globalen
Weichtier-Community aus. Vom 13. bis zum 26. April können alle Weichtier-
Fans auf der Website https://sgn.one/moty2026 mehr über die nominierten
Arten erfahren und ihre Stimme für den persönlichen Favoriten abgeben.

„Die große Vielfalt an Einreichungen aus aller Welt hat uns erneut
begeistert – entsprechend anspruchsvoll war es, die fünf Finalisten
auszuwählen“, erzählt Dr. Carola Greve, Leiterin des Laborzentrums für
Biodiversitätsgenomik am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum
Frankfurt. „Jede der nominierten Arten überzeugt durch ihre eigene
Geschichte und besondere, einzigartige Merkmale.“
Triplofusus giganteus, eine im Atlantik lebende Schnecke, wird bis zu 60
Zentimeter lang und und fängt mit ihrem massiven Fuß andere Weichtiere.
Die Muschel Lithoredo abatanica bohrt sich mit gezackten Schalen durch
festen Felsen und ist das erste bekannte Tier, das Gestein frisst. Die
etwa zwei Zentimeter große „Vampirschnecke“ Cumia intertexta ernährt sich
nachts vom Blut ruhender Fische, indem sie mit ihrem langen Rüssel die
Haut durchbohrt.  Filicaulis seychellensis ist eine winzige, reinweiße
Schnecke, die ausschließlich auf der zu den Seychellen gehörenden Insel
Praslin lebt und durch eine invasive Ameise kurz vor dem Aussterben stand.
Die Mondmuschel Ephippodonta lunata aus Australien hat ihre Schalen zu
halbmondförmigen „Flügeln“ umgebaut und nutzt Schwämme oder die Tunnel von
Garnelen als Wohnort.

„Mit der Wahl zur ‚Internationalen Molluske des Jahres‘ möchten wir die
erstaunliche Vielfalt und Einzigartigkeit dieser Tiergruppe hervorheben
und gleichzeitig auf ihre Bedeutung und ihren Schutzbedarf aufmerksam
machen. Viele Arten bleiben unentdeckt – manche verschwinden, bevor wir
ihre Rolle im Ökosystem verstehen konnten“, erläutert Sigwart. Greve
ergänzt: „Weichtiere verfügen über eine beeindruckende genomische
Vielfalt, doch bisher wurden vergleichsweise wenige Genome vollständig
entschlüsselt. Das Genom der Gewinner-Art wollen wir bestimmen – die
Pferdeschnecke würde im Hinblick auf ihre Populationsentwicklung
untersucht, die Vampirschnecke bezüglich der genetischen Grundlagen ihrer
Bluternährung, Lithoredo abatanica zur Erforschung außergewöhnlicher
Überlebensstrategien, die Seychellen-Schnecke zur Rekonstruktion ihrer
über Jahrmillionen isoliert verlaufenen Evolution und die Mondmuschel, um
Symbiosen und Körperumwandlungen besser zu verstehen. Wir sind gespannt,
welche Art in diesem Jahr den Titel erhält – und welche bislang
verborgenen genomischen Geheimnisse sie preisgibt!“

Die „Internationale Molluske des Jahres 2026“ wird am 30. April bekannt
gegeben.

Website mit Kurzporträts der Finalisten-Arten und Abstimmung:
https://sgn.one/moty2026