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»Hanse.Quellen.Lesen!«: 6. Citizen-Science-Tag im Archiv der Hansestadt Lübeck

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Hautnah an der aktuellen Hanseforschung dran sein und in frühneuzeitliche
Handschriften der Hansezeit eintauchen? Am 24. April 2026 bietet sich dazu
die Gelegenheit: Die Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des
Ostseeraums (FGHO) lädt dann zum 6. Citizen-Science-Tag ins Archiv der
Hansestadt Lübeck ein. Interessierte können dort das FGHO-Projekt
»Hanse.Quellen.Lesen!« kennenlernen. Der Tag spannt den Bogen von einer
Einführung in die Paläografie, der Lehre alter Schriften, bis hin zur
Nutzung von KI in der aktuellen Geschichtsforschung.



Der Citizen-Science-Tag macht Geschichtsforschung für alle Interessierten
erlebbar. Wer selbst eine frühneuzeitliche Handschrift entziffert, merkt
schnell: Geschichte ist keine trockene Theorie, sondern spannende
Detektivarbeit. Digitalisierte Dokumente, darunter hansische Quellen und
Lübecker Seegerichtsakten, werden im Zusammenspiel von Citizen Science und
der KI-Software »Transkribus« der Forschung zugänglich gemacht. Seit
Projektstart 2020 haben Ehrenamtliche über 6.000 Seiten transkribiert.
Manch eine:r hat die ersten Zeilen bei einem Citizen-Science-Tag gelesen.

Und nicht nur digital begegnen die Gäste den Quellen: Archivleiter Dr.
Dominik Kuhn präsentiert zudem besondere Schätze, nämlich eine Art
Vorbesichtigung ausgewählter Exponate der Sonderausstellung »Ziemlich
privilegiert! Lübeck und die Reichsfreiheit«, die ab dem 18. Mai 2026 im
Burgkloster des Europäischen Hansemuseums zu sehen sein wird. Die
Ausstellung beleuchtet die weitreichenden Folgen der Lübecker
Privilegierung durch den Reichsfreiheitsbrief von 1226: für Stadtgebiet,
Recht, Wirtschaft und die Herausbildung einer »lübschen« Identität.

Der Citizen-Science-Tag beginnt um 9.30 Uhr und endet gegen 17.00 Uhr. Die
Teilnahme ist kostenfrei, ein eigener, internetfähiger Laptop ist
erforderlich. Anmeldungen sind per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. bis zum 20.
April 2026 möglich; die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Das
detaillierte Programm und weitere Informationen gibt es unter fgho.eu.

Hintergrund:
Das Projekt »Hanse.Quellen.Lesen!« bietet Interessierten seit 2020 die
Möglichkeit, sich als Bürgerwissenschaftler:innen an der Quellenarbeit zu
beteiligen, etwa zum Versammlungswesen der nordeuropäischen Hansestädte.
Dabei setzen sich die Teilnehmenden intensiv mit den Hintergründen der
erschlossenen Texte auseinander und erforschen den ehemaligen
Wirtschaftsraum der Hanse. Gemeinsam mit der Citizen-Science-Managerin
Manuela Nitsch von der FGHO werden alle zwei Wochen virtuelle
Sprechstunden veranstaltet, um die Transkriptionen zu besprechen. »Wir
sind zwar eine kleine Forschungsstelle, stehen aber im ständigen Austausch
mit unserer Community und der Bevölkerung, um die Hanseforschung
voranzubringen«, sagt Dr. Angela Huang, Leiterin der FGHO.

Zuletzt arbeiteten die Bürgerwissenschaftler:innen an Seegerichtsakten aus
dem Archiv und suchten nach Hinweisen auf das Schicksal des in der Trave
gefundenen Schiffswracks. Dies geschah im Rahmen einer Kooperation der
FGHO mit dem Archiv und dem Bereich Archäologie und Denkmalpflege der
Hansestadt Lübeck.