Intelligente Orthesen machen Bewegungen spürbar
FAU erhält Förderung für die Entwicklung fühlender Handhilfen
Den Tastsinn künstlich wieder herstellen: Die Technik hierfür entwickelt
ein Team an der Friedrich-Alexander-Universitä
In dem Projekt realisieren die FAU-Forschenden intelligente Orthesen, die
Bewegungen nicht nur ausführen, sondern auch fühlbar machen
. Das
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert
das Vorhaben am Department Artificial Intelligence in Biomedical
Engineering (AIBE) und Department Maschinenbau mit 960.000 Euro.
Wiederherstellung von Handfunktionen
Schlaganfälle oder Rückenmarksverletzungen können die Beweglichkeit von
Händen und Armen stark einschränken. Bislang existiert jedoch keine
medikamentöse Therapie, die diese Funktionen zuverlässig wiederherstellen
kann. Technologische Ansätze zeigen hingegen vielversprechende
Fortschritte, insbesondere der Einsatz von Orthesen ermöglicht es, die
Handfunktion gezielt zu unterstützen und teilweise wiederherzustellen.
Orthesen sind mechanische Hilfsmittel, die Gelenke stabilisieren und
alltägliche Bewegungsabläufe erleichtern.
Das FAU-Team ist dabei in einer führenden Position. Im Gegensatz zu
vergleichbaren Orthesen, die jedoch auf unnatürliche Ansteuerung wie
beispielsweise Sprachsteuerung setzen, erkennen ihre Orthesen
Muskelimpulse und setzen sie in Bewegung um. Es fehlt aber noch eine
fühlbare Rückmeldung an die Nutzerinnen und Nutzer. Ohne dieses Gefühl
fällt es schwer, Bewegungen richtig einzuschätzen.
Intelligente Assistenzsysteme
Im Projekt „Bidirektionale Schnittstelle zwischen Neuroorthesen und
Nutzenden zur interaktiven Kontrolle“ entwickelt ein interdisziplinäres
Team der FAU eine Schnittstelle zwischen Nervensystem und Orthese.
Sensoren erfassen, wenn Nutzende einen Gegenstand greifen, und geben dem
Gehirn Rückmeldung über die Intensität der Griffkraft.
Zur Technologie gehört auch ein Armband, das gezielte Vibrationen erzeugen
kann, sobald es Bewegungsintention erkennt, um die Erkennung zu
verbessern. Zudem programmiert das Forschungsteam eine Software, mit der
die Nutzerinnen und Nutzer die Orthese einstellen können. Je nach Wunsch
arbeitet die Orthese dann autonom, assistiv oder wird manuell angesteuert.
Mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität
BIONIK baut auf bereits laufenden Arbeiten auf. Bereits seit 2023 forschen
das n-squared lab und das FAPS im Projekt „GraspAgain“ gemeinsam an
mechanischen Unterstützungssystemen, welche die Handfunktion soweit
wiederherstellen, dass Betroffene mehr als 90 Prozent der Alltagsaufgaben
selbstständig erledigen können.
BMFTR fördert Gesundheitstechnologien
Die Förderung erfolgt durch das Bundesministerium für Forschung,
Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Programm „START-interaktiv“. Am
Projekt BIONIK ist das Neuromuscular Physiology and Neural Interfacing
Laboratory (n-squared lab) und der Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung
und Produktionssystematik (FAPS) beteiligt.
Bildmaterial zum Download:
https://www.fau.de/2026/04/new
entwicklung-fuehlender-handhil
Ansprechpartner für Medien:
Dominik Braun
Professur für Neuromuscular Physioloy and Neural Interfacing
Nico Weber
Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik
