Sicherer Zeckenschutz für Katzen als unsere Haustiere
Permethrinhaltige Tierarzneimittel sind nicht für alle Vierbeiner geeignet
Zecken können bei einem Stich gefährliche Krankheitserreger auf Mensch und
Tier übertragen. Wer sein Haustier vor Zecken, Flöhen und anderen
Ektoparasiten schützen möchte, sollte auf die Wahl des richtigen
Tierarzneimittels achten.
Während der Wirkstoff Permethrin von Hunden in
der Regel gut vertragen wird, kann er bei Katzen zu schweren
Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod führen. Das Bundesamt für
Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) informiert anlässlich
des Tags des Haustiers am 11. April zum Umgang mit permethrinhaltigen
Tierarzneimitteln.
„Katzen fehlt in der Leber das Enzym Glucuronyltransferase, um den
Wirkstoff Permethrin im Körper abbauen zu können“, erklärt Prof. Dr. Gaby-
Fleur Böl, Präsidentin des BVL. „Auch ein unbeabsichtigter Kontakt mit dem
Wirkstoff sollte deshalb vermieden werden. Das Risiko besteht
insbesondere, wenn Hunde und Katzen im selben Haushalt leben.“ Wachsamkeit
sei ebenso bei der Anwendung permethrinhaltiger Insektenschutzmittel zur
Imprägnierung von Kleidung oder anderen Textilien geboten. Das BVL rät
deshalb dazu, vor der Anwendung eines Antiparasitikums stets die
Gebrauchsinformation und die Warnhinweise zu lesen. Es stehen für Katzen
zahlreiche sichere Tierarzneimittel für einen wirksamen Zeckenschutz zur
Verfügung. Im Zweifelsfall sollte stets eine Tierärztin oder ein Tierarzt
zu Rate gezogen werden.
Bei einer Permethrinvergiftung zeigen Katzen typischerweise Symptome wie
Krämpfe, Lähmungserscheinungen, erhöhten Speichelfluss, Erbrechen,
Durchfall und Atembeschwerden. Treten diese Anzeichen nach einem
unbeabsichtigten Kontakt mit Permethrin auf, sollte das Tier umgehend in
eine Tierarztpraxis gebracht werden. Hilfreich ist die Vorlage des
Präparats oder der Packungsbeilage.
Wird versehentlich ein permethrinhaltiges Tierarzneimittel bei einer Katze
angewendet, sollte die aufgetragene Lösung sofort mit Wasser und einem
milden Shampoo abgewaschen werden. Vergiftungssymptome können je nach Art
der Aufnahme wenige Minuten bis zu drei Tage nach Kontakt mit dem
Wirkstoff auftreten. Je früher eine tierärztliche Behandlung erfolgt,
desto größer sind die Überlebenschancen der Katze.
Tierhalter oder behandelnde Tierärztin bzw. Tierarzt sollten die
aufgetretene Reaktion zusätzlich als unerwünschtes Ereignis an das BVL
melden. Formulare und weitere Informationen stellt das BVL unter
https://www.bvl.bund.de/uaw bereit.
Weiterführende Informationen
Flyer „Zecken, Flöhe, Läuse und Co. – Wie schütze ich mein Tier vor
Ektoparasiten?“: https://www.bvl.bund.de/flyer_
Meldung von unerwünschten Ereignissen an das BVL:
https://www.bvl.bund.de/uaw
Über das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
Das BVL ist eine eigenständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Es
ist für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln und
gentechnisch veränderten Organismen in Deutschland zuständig. Im Bereich
der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit übernimmt das BVL
Managementaufgaben und koordiniert auf verschiedenen Ebenen die
Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Bundesländern und der Europäischen
Union.
