Gamification steigert Datenqualität für KI-Einführung bei AUNDE
Mit einem Gamification-Ansatz hat das
Forschungsprojekt WIRKsam gemeinsam mit dem Anwendungsunternehmen AUNDE
Achter & Ebels GmbH aus Mönchengladbach die Datenerfassung in der
Produktion deutlich verbessert. Innerhalb von acht Wochen stieg der Anteil
vollständig erfasster Daten von 29 auf 75 Prozent. Damit wurde eine
zentrale Grundlage für die Einführung KI-gestützter
Entscheidungsunterstützung geschaffen.
Ausgangslage: Lückenhafte Datenbasis
Im Zuge der geplanten Einführung von künstlicher Intelligenz (KI) in der
Produktion musste erstmals eine umfassende digitale Datenbasis aufgebaut
werden – zuvor war der Prozess nicht digitalisiert. Zusätzliche
Dokumentationsschritte wurden im arbeitsintensiven Alltag jedoch zunächst
als Mehrbelastung wahrgenommen. Entsprechend lückenhaft war die
Datenerfassung: Nur 29 Prozent der erforderlichen Daten wurden vollständig
dokumentiert.
Gamification als Motivationsimpuls
Um Datenqualität und -quantität zu steigern, entwickelten WIRKsam und
AUNDE einen achtwöchigen Wettbewerb mit den Teams aus Produktion und
Qualitätssicherung. Transparente Ziele, klar definierte
Dokumentationsschritte und schrittweise steigende Wochenvorgaben – von 40
bis 95 Prozent Vollständigkeit – strukturierten den Prozess. Als
gemeinsamer Anreiz wurde ein Abteilungsessen ausgelobt.
Der Wettbewerb war bewusst als Anschub konzipiert, um nachhaltige Routinen
in der Datenerfassung zu etablieren und die bereichsübergreifende
Zusammenarbeit zu stärken.
Nachhaltige Verbesserung und positive Resonanz
Das Ergebnis: Sieben von acht Wochenzielen wurden erreicht. Auch nach
Wettbewerbsende blieb die Datenerfassung auf deutlich höherem Niveau
stabil – durchschnittlich bei 75 Prozent vollständiger Dokumentation.
Mitarbeitende berichten von gestiegener Motivation, besserem Verständnis
der Dokumentationsanforderungen und stärkerem Teamzusammenhalt.
„Die Qualität der KI steht und fällt mit der Quantität und Qualität der
Daten. Der Wettbewerb hat den Aufbau unserer Datenbasis erheblich
beschleunigt“, betont Leon Ernst, Operations Services Manager bei AUNDE.
Jennifer Link, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt WIRKsam,
ergänzt: „Dieses Beispiel zeigt, dass der Erfolg von KI-Projekten nicht
allein von der Technologie abhängt, sondern maßgeblich von der Einbindung
der Menschen. Gamification kann dabei ein wirksames Mittel sein, um
Motivation zu fördern und Veränderungen nachhaltig zu verankern.“
Ausblick
In den kommenden Monaten wird die Datenbasis weiter ausgebaut und ein
erstes KI-Modell trainiert. Das Projekt WIRKsam begleitet den Prozess
wissenschaftlich und zeigt, wie menschzentrierte Ansätze die digitale
Transformation in der Industrie erfolgreich unterstützen können.
Über das Kompetenzzentrum WIRKsam
Das Kompetenzzentrum WIRKsam unterstützt bei der Identifikation und
Auswahl von KI-Anwendungsfällen und begleitet insbesondere kleine und
mittlere Unternehmen bei der Einführung von KI. WIRKsam wurde im November
2021 gegründet und hat ein Reallabor auf dem euronova CAMPUS in Hürth. Das
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert
das Regionale Kompetenzzentrum für Arbeitsforschung unter dem
Förderkennzeichen 02L19C600ff. WIRKsam setzt sich aus fünf
Forschungsinstituten, drei Enablern, elf Anwendungs-unternehmen und elf
Value-Partnern zusammen. Zu den beteiligten Forschungsinstituten gehören
das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University (ITA) und das
Institut für Mobile Autonome Systeme und Kognitive Robotik der FH Aachen
(MASKOR) sowie als Projektkoordinator das Institut für angewandte
Arbeitswissenschaft e.V. (ifaa) in Düsseldorf. Weitere Forschungspartner
sind das Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik, Sankt
Augustin (FIT) und der Lehrstuhl für Technik und Individuum der RWTH
Aachen University, Aachen (iTec). Das WIRKsam-Reallabor in Studio 6 auf
dem euronova CAMPUS gibt Einblicke in die aktuelle Forschungsarbeit.
Demonstratoren mit Einsatz von KI können live erprobt werden. Elf kleine
und mittelständische Unternehmen aus der Industrie beteiligen sich an dem
Forschungsprojekt und werden von dem interdisziplinären Wissenschaftsteam
begleitet.
www.wirksam.nrw
Gerne vermitteln wir ein Interview mit unseren Expert*innen.
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WIRKsam – Regionales Kompetenzzentrum der Arbeitsforschung
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