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Starke Fundamente für den ländlichen Raum: DFG fördert Greifswalder Forschungsgruppe AdaptInfra

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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert eine neue
interdisziplinäre Forschungsgruppe. „AdaptInfra – Adaptionsprozesse von
Infrastrukturen der Daseinsvorsorge in ländlich-peripheren Räumen“
untersucht, wie sich Infrastrukturen in ländlich-peripheren Räumen an
veränderte gesellschaftliche, wirtschaftliche, technische und ökologische
Bedingungen anpassen. Ziel ist es, Adaptionsprozesse zu beschreiben und zu
erklären, die Anpassungsfähigkeit verschiedener Infrastrukturen zu
bewerten und allgemeine Prinzipien für adaptive Infrastrukturen zu
entwickeln.

„Infrastrukturen der Daseinsvorsorge sind Fundamente des Zusammenhalts der
Gesellschaft. Gefährlich wird es, wenn Fundamente bröckeln, ins Rutschen
geraten oder ganz wegbrechen. Nur eine aufmerksame Beobachtung und
rechtzeitige Anpassung können die Funktions- und Leistungsfähigkeit von
Infrastrukturen nachhaltig aufrechterhalten und damit den langfristigen
Zusammenhalt der Gesellschaft sichern“, sagt Prof. Dr. Volker Beckmann,
Sprecher der Forschungsgruppe.

Im Zentrum des Forschungsinteresses stehen Infrastrukturen der
Daseinsvorsorge. Sie sichern die Grundversorgung der Bevölkerung mit
Gütern und Leistungen und erbringen dafür zentrale Vorleistungen. Dazu
zählen Infrastrukturen für Gesundheit, Sicherheit und politische
Willensbildung ebenso wie das Agrar- und Ernährungssystem, kommunale und
zivilgesellschaftliche Infrastrukturen sowie grüne Infrastruktur.

Interdisziplinär zu tragfähigen Lösungen

Wissenschaftler*innen aus Ökonomie, Geographie, Kriminologie, Psychologie,
Theologie, Medizin und Politikwissenschaft analysieren diese Bereiche aus
soziotechnischer und systemdynamischer Perspektive. Jede Disziplin
untersucht mindestens eine Infrastruktur und trägt zu einem gemeinsamen
Verständnis von Anpassungsprozessen bei. Daraus entstehen politikrelevante
Empfehlungen zur Sicherung der Grundversorgung in ländlich-peripheren
Räumen.

Die Forschungsgruppe geht aus dem Konsortium „Think-Rural!“ der
Universität Greifswald hervor. Seit Jahren arbeiten dort Forschende aller
fünf Fakultäten disziplinübergreifend und problemorientiert zusammen.
Außer Wissenschaftler*innen der Universität Greifswald sind zudem
Forschende der Universitätsmedizin Greifswald, der Universität Rostock und
der RPTU Kaiserslautern-Landau beteiligt. Das Interdisziplinäre
Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO) und das Alfried Krupp Kolleg
Wissenschaftskolleg Greifswald unterstützen die Arbeit.

Profilbildung für den Greifswalder Forschungsschwerpunkt Ostseeraum

„Uns eint eine dezidiert ländliche Perspektive. Die Forschungsgruppe gibt
uns jetzt herausragende Möglichkeiten, diese einzigartige Zusammenarbeit
zu vertiefen und zu erweitern“, sagt Beckmann. Mit AdaptInfra stärkt die
Universität Greifswald ihr Profil in der Spitzenforschung zu ländlichen
Räumen, zum Ostseeraum und zu OneHealth.