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„Work Based Organizing“: Innovative Arbeitsgestaltung für Resilienz und Produktivität

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Am Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung - ISF München ist das
innovative Forschungsprojekt „Work Based Organizing (WBO): Arbeitshandeln
im Zentrum resilienter Organisationsgestaltung“ gestartet. Ziel ist es,
Unternehmen widerstandsfähiger, innovativer und produktiver zu machen,
indem Arbeit konsequent vom tatsächlichen Arbeitshandeln her gedacht und
gestaltet wird.

Wer kennt das nicht? „Den ganzen Arbeitstag Stress, aber nicht zur
eigentlichen Arbeit gekommen!“ Beschäftigte schildern zunehmend, dass sie
immer weniger zu dem kommen, was sie als ihre Kernarbeit begreifen.
Bedeutet das, dass Arbeit grundlegend falsch organisiert bzw.
Arbeitspotenzial „verschwendet“ wird? Angesichts stagnierender
Produktivität, erhöhten Anforderungen an Innovation und Resilienz im
globalen Wettbewerb und zugleich steigenden (v.a. psycho-sozialen)
Belastungen testet das Projekt WBO neue Ansätze der Arbeitsgestaltung.
Wie müssen angesichts aktueller Herausforderungen und Möglichkeiten
Mensch, Technik und Organisation neu zusammengedacht werden? Und wie sähen
Organisationen und Wertschöpfungssysteme aus, wenn sie dabei konsequent
vom Arbeitshandeln der Beschäftigten her aufgebaut würden?

Die WBO-Perspektive stellt die Tätigkeiten in den Mittelpunkt der
Gestaltung, bei denen sich die Menschen als produktiv, selbstwirksam,
kompetent, anerkannt etc. erfahren. Der WBO-Ansatz wird in vier
Unternehmen an konkreten Gestaltungsprozessen erprobt: den Aufbau einer
neuen Produktionshalle, der Automatisierung einer Lagerlogistik, dem
Einsatz von KI in der Softwareentwicklung und der Reorganisation von
Arbeit in einem kleinen produzierenden Unternehmen, um Freiräume für
dringend nötige Innovation und Vernetzung zu schaffen.

Entwickelt werden Analyse-, Gestaltungs- und Befähigungsinstrumente, die
Unternehmen und Beschäftigten helfen, Arbeit zu „entschlacken“ und nach
WBO zu gestalten.
Ziel ist es, dem reflexhaften Ruf nach „noch mehr“ (z.B. Wochenstunden,
Lebensarbeitszeit) ein „besser“ gegenüber zu stellen, indem Arbeit so
gestaltet wird, dass neue Freiräume für Resilienz, Innovation und neue
Produktivität entstehen.

Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms "Zukunft der Arbeit" als
Teil des Forschungsprogramms "Zukunft der Wertschöpfung – Forschung zu
Produktion, Dienstleistung und Arbeit“ vom Bundesministerium für
Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und der EU über den
Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.