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Champagner Ruinart: Fast 300 Jahre Handwerkskunst in jeder Flasche

Champagner Ruinart Symbolbild
Champagner Ruinart Symbolbild
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Die Geschichte des Champagners ist untrennbar mit der Geschichte Frankreichs verbunden. Könige tranken ihn bei ihren Krönungen, Dichter widmeten ihm Verse, und bis heute gilt kein Getränk als festlicher als ein Glas Champagner. Doch wer hat eigentlich damit angefangen? Die Antwort führt in die französische Champagne, genauer gesagt in die Stadt Reims, wo im Jahr 1729 das älteste Champagnerhaus der Welt gegründet wurde: Ruinart. Während die meisten Menschen bei Champagner an Moët & Chandon oder Veuve Clicquot denken, ist es Ruinart, das die längste und in vielerlei Hinsicht faszinierendste Geschichte vorweisen kann.

Nicolas Ruinart war ein Textilhändler aus Reims, der die Ideen seines Onkels, des Benediktinermönchs Dom Thierry Ruinart, in die Tat umsetzte. Dom Thierry hatte als Zeitgenosse des berühmten Dom Pérignon die Kunst der Champagnerherstellung aus nächster Nähe miterlebt und die Möglichkeiten dieses neuen Getränks früher als die meisten anderen erkannt.

Nicolas nutzte seine bestehenden Handelsbeziehungen, um den Champagner zunächst als Geschenk an seine Textilkunden zu verteilen, bevor er erkannte, dass der schaumende Wein selbst zum Geschäft werden konnte. Aus einer kleinen Nebentätigkeit entstand so eines der bedeutendsten Häuser der Champagne, das bis heute Bestand hat.

Was damals als Nebenerwerb begann, entwickelte sich über fast drei Jahrhunderte zu einem der angesehensten Champagnerhäuser der Welt. Heute gehört Ruinart zum Luxusgüter-Konzern LVMH, hat aber seinen eigenständigen Charakter bewahrt und pflegt die Traditionen, die das Haus seit seiner Gründung auszeichnen. Wer sich für die Geschichte der Champagne interessiert, findet auf der deutschsprachigen Wikipedia-Seite zu Ruinart eine hilfreiche Übersicht über die wichtigsten Stationen des Hauses.

Was Ruinart von anderen Champagnerhäusern unterscheidet, ist vor allem die Rolle der Chardonnay-Traube. Während viele Häuser auf eine Cuvée aus verschiedenen Rebsorten setzen, hat Ruinart den Chardonnay von Anfang an in den Mittelpunkt gestellt. Die Blanc-de-Blancs-Champagner, also Champagner, die ausschließlich aus Chardonnay hergestellt werden, sind das Aushängeschild des Hauses. Sie zeichnen sich durch eine besondere Eleganz, Frische und Finesse aus, die Kenner auf der ganzen Welt schätzen. Es ist diese Konzentration auf eine einzige Rebsorte, die den Weinen von Ruinart ihren unverwechselbaren Charakter verleiht.

Die Keller von Ruinart, die sogenannten Crayères, sind ein weiteres Alleinstellungsmerkmal und gehören zu den eindrucksvollsten Sehenswuerdigkeiten der Region. Diese unterirdischen Kreidekeller, die bereits von den Römern gegraben wurden, bieten ideale Bedingungen für die Reifung des Champagners: eine konstante Temperatur von etwa zwölf Grad Celsius, hohe Luftfeuchtigkeit und absolute Dunkelheit. Seit 1931 stehen sie unter Denkmalschutz und sind eines der eindrucksvollsten Beispiele für die Verbindung von Natur und Handwerk, die den Champagner so einzigartig macht.

Ein Besuch in den Crayères gleicht einer Reise durch die Jahrhunderte. Die Kalksteinwände tragen noch immer die Spuren römischer Werkzeuge, und die Stille, die dort unten herrscht, steht in eindrucksvollem Kontrast zur lebendigen Stadt darüber. Hier, in dieser kühlen, feuchten Dunkelheit, reifen die Champagner von Ruinart langsam zu jener Vollkommenheit heran, die sie auszeichnet. Millionen von Flaschen lagern in diesen Gängen, jede einzelne auf ihrem Weg zu jenem Moment, in dem sie geöffnet und genossen wird. Es ist ein Ort, an dem man die Bedeutung von Zeit und Geduld fast physisch spüren kann.

Doch was bedeutet das alles für den Verbraucher, der zu Hause ein gutes Glas Champagner genießen möchte? Zunächst einmal lohnt es sich, über den Tellerrand der großen, bekannten Marken hinauszuschauen. Ruinart ist vielen Menschen weniger geläufig als die bereits genannten Konkurrenten, obwohl das Haus deutlich älter ist als beide. Wer Ruinart entdeckt, entdeckt einen Champagner, der auf Finesse statt auf Pomp setzt, auf Eleganz statt auf reines Marketing. Es ist ein Champagner für diejenigen, die das Besondere im Subtilen suchen.

Für Weinfreunde in Deutschland, die Ruinart probieren möchten, gibt es inzwischen komfortable Möglichkeiten. Onlinehändler wie bottle-hero.de führen eine Auswahl an Ruinart-Champagnern und liefern diese sicher verpackt nach Hause. Das ist besonders für diejenigen praktisch, die nicht in einer Großstadt mit spezialisierten Weinhandlungen leben, sondern in einer Region wie dem Ruhrgebiet, wo das Angebot an Premium-Champagnern im stationären Handel begrenzt sein kann.

Ein besonderer Tipp für den Einstieg ist der Ruinart R de Ruinart Brut, die klassische Cuvée des Hauses. Sie verbindet Chardonnay mit Pinot Noir und bietet ein harmonisches, zugängliches Geschmacksprofil, das sowohl Einsteiger als auch erfahrene Champagnertrinker anspricht. Wer tiefer einsteigen möchte, greift zum Blanc de Blancs, der die ganze Eleganz des Chardonnay in reinster Form zeigt. Und für ganz besondere Anlässe gibt es den Dom Ruinart, einen Prestige-Champagner, der nur in herausragenden Jahrgängen erzeugt wird und zu den großen Champagnern der Welt zählt.

Champagner hat in Deutschland lange als reines Festgetränk gegolten, als etwas, das man nur zu Silvester oder bei Hochzeiten öffnet. Diese Sichtweise ändert sich zunehmend, und das ist eine erfreuliche Entwicklung. Immer mehr Menschen entdecken, dass Champagner ein hervorragender Essensbegleiter ist, der zu Fisch, Meeresfrüchten, hellem Fleisch und sogar zu asiatischer Küche wunderbar passt. Die Säure des Champagners, die feinen Bläschen und die komplexen Aromen machen ihn zu einem der vielseitigsten Weine überhaupt. Ein Ruinart Blanc de Blancs zu einem frischen Ziegenkasesalat oder zu einer Portion Sushi ist eine Offenbarung, die jeder einmal erlebt haben sollte.

Auch als Aperitif ist Champagner kaum zu schlagen. Ein Glas vor dem Essen stimmt den Gaumen ein, regt den Appetit an und schafft sofort eine Atmosphäre der Vorfreude. In Frankreich ist der Aperitif-Champagner eine Selbstverständlichkeit, und es wäre schön, wenn sich diese Gewohnheit auch in Deutschland weiter verbreiten würde. Es braucht keinen besonderen Anlass, um eine Flasche Champagner zu öffnen. Manchmal ist der beste Anlass einfach, dass man Lust darauf hat.

Die Geschichte von Ruinart lehrt uns auch etwas über die Bedeutung von Geduld und Handwerk. In einer Zeit, in der alles immer schneller gehen muss, erinnert uns ein fast 300 Jahre altes Champagnerhaus daran, dass manche Dinge ihre Zeit brauchen. Ein guter Champagner reift über Jahre in unterirdischen Kellern, bevor er bereit ist, getrunken zu werden. Dieses Prinzip der Sorgfalt und des Respekts vor dem Produkt ist etwas, das in der heutigen Welt nicht hoch genug geschätzt werden kann.

Ob in Bochum, in Berlin oder irgendwo auf dem Land: Ein Glas Ruinart ist eine Einladung, innezuhalten, den Moment zu genießen und sich daran zu erinnern, dass die besten Dinge im Leben oft die sind, die mit Liebe und Hingabe hergestellt wurden. Fast 300 Jahre Handwerkskunst sprechen für sich.