Franz-Koelsch-Medaille für Dr. Gabriela Petereit-Haack: Auszeichnung für herausragende Leistungen in der Arbeitsmedizin
Die renommierte Franz-Koelsch-Medaille der Deutschen Gesellschaft für
Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) geht in diesem Jahr an die
hessische Landesgewerbeärztin Dr. Gabriela Petereit-Haack. Sie erhält die
Auszeichnung für ihre langjährigen wissenschaftlichen und praktischen
Leistungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Die Franz-Koelsch-Medaille
gilt als eine der höchsten Auszeichnungen im Bereich der Arbeitsmedizin in
Deutschland und wurde heute im Rahmen der DGAUM-Jahrestagung in München
feierlich überreicht.
„Die Forschung von Dr. Gabriela Petereit-Haack zu arbeitsbedingten
Erkrankungen und ihr Engagement in wichtigen Fachgremien leisten einen
bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit der Beschäftigten“,
betont DGAUM-Präsident Professor Thomas Kraus in seiner Laudatio. „So
würdigen wir eine herausragende Wissenschaftlerin und Praktikerin, die die
Arbeitsmedizin in Deutschland entscheidend prägt!“
Erste neutrale Instanz bei Berufskrankheitenverfahren
„Es geht bei meiner Forschung nicht nur um die Bearbeitung neuer
Berufskrankheiten, sondern ebenso um die Perspektivenerweiterung auf neue
tätigkeitsbedingte Gesundheitsschäden, die durch die Veränderungen unserer
Arbeitswelt entstehen“, erklärt die Preisträgerin. Als Landesgewerbeärztin
hat Petereit-Haack einen engen Bezug zu einzelnen Beschäftigten, einen
guten Einblick in hessische Betriebe und einen steten Austausch mit
verschiedenen Akteuren des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie
Institutionen. Eine neutrale Sicht sei dabei essenziell: „Wir, die
Gewerbeärztinnen und Gewerbeärzte, sind die erste neutrale Instanz in
jedem Berufskrankheitenverfahren und versuchen, dort die Rechte der
betroffenen Versicherten zu erwirken“, erklärt sie.
So sehe sie auch die Franz-Koelsch-Medaille als Auszeichnung der Frauen in
der Arbeitsmedizin und verstehe diese als besondere Wertschätzung der
Arbeit der Gewerbeärztinnen und -ärzte in Deutschland.
Von der Humanmedizin über die Umweltmedizin zur Arbeitsmedizin
Gabriela Petereit-Haack studierte Humanmedizin in Berlin und Gießen und
promovierte im Bereich der experimentellen Kardiologie und erlangte an der
Universität Düsseldorf den MPH. Nach klinischer Tätigkeit und Arbeit in
einem Drogen-toxikologischen Labor wechselte sie in die Umweltmedizin und
später in die Arbeitsmedizin. Seit 2008 ist sie beim Regierungspräsidium
Darmstadt tätig und ist seit 2021 die Landesgewerbeärztin des Landes
Hessen. In dieser Funktion verantwortet sie unter anderem die Bereiche
Arbeitnehmerschutz im Gesundheitswesen und Überwachung von
Medizinprodukten.
Parallel dazu engagiert sie sich in verschiedenen nationalen Fachgremien,
etwa im Ausschuss für Arbeitsmedizin (AfAMed) sowie im Ärztlichen
Sachverständigenbeirat (ASB) für Berufskrankheiten beim Bundesministerium
für Arbeit und Soziales (BMAS). Ein Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen
Arbeit liegt auf arbeitsbedingten Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems
sowie auf psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. Aktuell untersucht sie
unter anderem gesundheitliche Risiken bei Lehrkräften und
Rettungsdienstpersonal.
Hintergrund:
Über die Franz-Koelsch-Medaille der DGAUM
Die Franz-Koelsch-Medaille ehrt sowohl wissenschaftliche als auch
praktische Leistungen, die zur Verbesserung der Gesundheit am Arbeitsplatz
beitragen. Sie ist eine bedeutende Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft
für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM). Die Medaille wird an
Persönlichkeiten verliehen, die sich durch besondere Leistungen auf dem
Gebiet der Arbeitsmedizin ausgezeichnet haben. Sie würdigt symbolisch
herausragende Beiträge zur Entwicklung und Förderung der Arbeitsmedizin.
Gestiftet wurde die Medaille 1967 von der damaligen Deutschen Gesellschaft
für Arbeitsmedizin. Anlass war der 90. Geburtstag von Professor Dr. med.
Franz Koelsch, der als Begründer der deutschen Arbeitsmedizin gilt.
