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Grundwasser – in der Stadt, in der Landwirtschaft, im Wald und im Studium

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Information der Fachsektion Hydrogeologie anlässlich des Tags des Wassers
am 22.03.2026. Grundwasser ist eine verborgene Ressource, begleitet aber dennoch unseren
Alltag, denn über 70 % des Trinkwassers in Deutschland stammen aus dem
Grundwasser und werden aus Brunnen oder gefassten Quellen gewonnen.


Grundwasser ist auch für die Landwirtschaft und die natürlichen Ökosysteme
unverzichtbar. Durch den Klimawandel und die sich verändernde Landnutzung
werden die damit verbundenen Herausforderungen und Unsicherheiten rund um
die Ressource Grundwasser immer größer. Die Hydrogeologie entwickelt
Ansätze zur nachhaltigen Nutzung und zum Schutz der wertvollen
Grundwasserressourcen und wird daher als Fachdisziplin immer wichtiger.
Besonders sichtbar werden die Herausforderungen in der Stadt, in der
Landwirtschaft und im Wald.

In Städten ist das Grundwasser oft eine technische Herausforderung bei
Bauvorhaben, gewinnt zunehmend aber an Bedeutung bei der
umweltfreundlichen Klimatisierung (Heizung, Kühlung) von Gebäuden. Um
Hochwasserspitzen abzudämpfen und Trockenzeiten zu überbrücken, wird die
Speicherung von Wasser immer wichtiger – Stichwort Schwammstadt. Die
wichtigsten natürlichen Wasserspeicher sind die Grundwasserleiter im
Untergrund.

Global gesehen ist die Bewässerungslandwirtschaft der größte
Wasserverbraucher. In Deutschland überwiegt noch der Regenfeldbau, aber
der Bewässerungsbedarf nimmt zu. Gleichzeitig ist die Landwirtschaft eine
bedeutende Quelle von Nitrat und anderen potenziell schädlichen Stoffen.
Hier geht es darum, angepasste Lösungen für die Landwirtschaft zu
entwickeln, die Nutzungskonflikte vermeiden und gleichzeitig dem Schutz
des Grundwassers dienen.

Wälder spielen eine herausragende Bedeutung für die Wasserressourcen. Dort
finden nur wenig Oberflächenabfluss und Erosion statt. Stattdessen
überwiegt die Infiltration und Speicherung im Grundwasserleiter.
Gleichzeitig fungieren Waldböden als natürliche Filter für Schadstoffe.
Deshalb gehen Waldschutz und Grundwasserschutz Hand in Hand. Leider stehen
aber gerade die Wälder aktuell besonders unter Druck, durch den
Klimawandel, aber immer häufiger auch durch Bauvorhaben wie Erdkabel oder
Windkraftanlagen.

Diese zunehmenden Herausforderungen rund um die Themen Grundwasser,
Ökologie und Klimawandel erfordern eine hochwertige Ausbildung von
qualifiziertem Nachwuchs. Das Studium der Hydrogeologie adressiert diese
Herausforderungen und wird meist als Spezialisierung innerhalb der
Geowissenschaften angeboten. Der Erhalt und Ausbau dieser Studiengänge ist
von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung und ein wesentlicher Schritt,
um die sich stellenden Aufgaben lösungsorientiert angehen zu können.

Die Fachsektion Hydrogeologie ist eine interdisziplinäre
Interessengemeinschaft aus Wissenschaft, Behörden und Unternehmen, die
sich mit allen Aspekten des Grundwassers befasst und stellt die größte
Vereinigung von Fachleuten der Hydrogeologie und angrenzender Fachbereiche
im deutschsprachigen Raum dar. Sie ist assoziiertes Mitglied im DVGeo.

Der Vorstand der Fachsektion Hydrogeologie e. V. in der DGGV, 16.03.2026