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„Schicksal in den Sternen: Die Anfänge des Tierkreises“

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Sonderausstellung im Neuen Museum auf der Museumsinsel Berlin (20. März
2026 – 10. Januar 2027) zur Entstehung und Verbreitung des Tierkreises in
der Antike



„Was ist dein Sternzeichen?“: Noch heute – im Zeitalter der Wissenschaft –
stellen sich viele Menschen diese Frage. Eine neue Sonderausstellung im
Neuen Museum auf der Museumsinsel Berlin zeigt vom 20. März 2026 bis 10.
Januar 2027, wie der Tierkreis in der Antike entstand, sich über Kulturen
hinweg verbreitete und warum die Faszination dafür bis heute anhält.

Die Ausstellung unter dem Titel „Schicksal in den Sternen: Die Anfänge des
Tierkreises“ ist eine Kooperation des Ägyptischen Museums und
Papyrussammlung sowie des Vorderasiatischen Museums (beide Staatliche
Museen zu Berlin) mit dem an der Freien Universität Berlin angesiedelten
Forschungsprojekt „ZODIAC – Ancient Astral Science in Transformation“
unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Mathieu Ossendrijver am Institut für
Wissensgeschichte des Altertums.

Der Professor für Wissenschaftsgeschichte des Alten Orients, Mathieu
Ossendrijver, einer der drei Kuratoren der Ausstellung und Leiter des ERC-
Projekts ZODIAC an der Freien Universität Berlin betont: „Der Tierkreis
ist weit mehr als ein astrologisches System: er führte zu einem Umbruch in
der Wissensgeschichte. Menschen hatten über Jahrhunderte den Himmel
systematisch beobachtet und Daten gesammelt. Mit dem Tierkreis traten
verstärkt Algorithmen statt Beobachtung in den Vordergrund als Quelle von
Wissen über die Welt. Unsere Ausstellung zeigt, wie dieses Ideenpaket in
der Antike entstand, kulturelle Grenzen überschritt – und warum es uns bis
heute nicht loslässt.“

Wie entstanden die Tierkreiszeichen?

Die Ausstellung „Schicksal in den Sternen: Die Anfänge des Tierkreises“
führt durch 800 Jahre Geschichte von Babylonien nach Ägypten, Griechenland
und Rom (ca. 400 v. Chr. - 400 n. Chr.). Präsentiert werden Objekte aus
verschiedenen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin, die teilweise
erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen sind. In mehreren Themenbereichen
erklärt die Ausstellung, was der Tierkreis (Zodiak/Zodiac) ist, wie die
Tierkreiszeichen entstanden, wofür sie genutzt wurden und wie sich das
Wissen darüber über Kulturen hinweg verbreitete. Im Mittelpunkt stehen
dabei Spannungsfelder, die bis heute wirken: Astronomie und Astrologie,
Wissenschaft und Glaube, Sicherheit und Unsicherheit, Tradition und
Innovation.

Warum sind Horoskope so erfolgreich?

In der öffentlichen Wahrnehmung ist der Tierkreis heute eng mit Horoskopen
verbunden. Die Ausstellung zeigt: Schon in der Antike war seine Einführung
ein Einschnitt. In Babylonien entstand mit dem Tierkreis die Horoskopie
als neue astrologische Praxis, die nicht mehr nur Herrschenden vorbehalten
war, sondern Privatpersonen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten
zugänglich wurde.

Dass Horoskope heute weltweit populär sind – obwohl sie häufig als
esoterische Praxis und Pseudowissenschaft eingestuft werden –, verweist
auf ein zeitloses menschliches Bedürfnis: Sinngebung, Selbsterkenntnis,
Wissen über die Zukunft und Strategien im Umgang mit Unsicherheit.

Überraschend aktuell: Von antiker Beobachtung zu Daten, Algorithmen und
Prognosen

Die Ausstellung macht zugleich deutlich, dass die Geschichte des
Tierkreises auch eine Geschichte zentraler Kulturtechniken ist:
systematische Beobachtung, Datensammlung, Analyse, Berechnung und
Vorhersage. Was heute in Apps, Modellen und Prognosen selbstverständlich
erscheint, hat in der Antike wichtige Wurzeln – unter anderem in jenen
astronomischen Rechenverfahren, die im Zusammenhang mit dem Tierkreis
entwickelt wurden.

Zudem zeigt die Verbreitung des Tierkreises wie schon in der antiken Welt,
Innovationen durch Globalisierung, interkulturellen Austausch und
Multikulturalität Verbreitung – Themen, die auch gegenwärtig
gesellschaftlich intensiv diskutiert werden.

Hintergrund zur Ausstellung und zum ZODIAC-Forschungsprojekt

Die Ausstellung „Schicksal in den Sternen: Die Anfänge des Tierkreises“
ist eine Kooperation des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung sowie des
Vorderasiatischen Museums (beide Staatliche Museen zu Berlin) mit dem an
der Freien Universität Berlin angesiedelten Forschungsprojekt „ZODIAC –
Ancient Astral Science in Transformation“ unter Leitung von Prof. Dr. Dr.
Mathieu Ossendrijver am Institut für Wissensgeschichte des Altertums.

Das Forschungsprojekt wird vom Europäischen Forschungsrat (ERC) mit knapp
2,5 Millionen Euro gefördert. Das international besetzte interdisziplinäre
ZODIAC-Team untersucht textliche und ikonographische Quellen über den
Tierkreis und die darauf basierenden astronomischen, astrologischen und
sozialen Praktiken aus Babylonien, Ägypten und der griechisch-römischen
Welt und darüber hinaus. Ziel ist es herauszuarbeiten, wie der Tierkreis
und die damit zusammenhängenden Praktiken wie Horoskopie und mathematische
Astronomie sich in der Antike entwickelten und wie diese sich
kulturübergreifend verbreiten konnten.

Weitere Informationen

- Mehr Details zur Ausstellung im Neuen Museum Berlin:
https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/neues-
museum/ausstellungen/detail/schicksal-in-den-sternen/
- zum ZODIAC-Projekt: https://www.geschkult.fu-
berlin.de/e/zodiac/index.html
- zu Mathieu Ossendrijver: https://www.geschkult.fu-
berlin.de/e/zodiac/team/ossendrijver1/index.html
- Zum Institut für Wissensgeschichte: https://www.geschkult.fu-
berlin.de/e/wissensgeschichte/index.html