Fotoausstellung „Polargebiete – Expedition in die Extreme“ in Düsseldorf Haus der Universität
Die Polargebiete sind für unseren Planeten äußerst wichtige Regionen.
Forschende der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) haben sie
mehrfach bereist. Neben wertvollen Daten brachten sie faszinierende Fotos
mit zurück. In einer Ausstellung im Haus der Universität (HdU) ist nun vom
17. März bis zum 12. Juni 2026 eine Auswahl dieser Bilder zu sehen,
ergänzt von Fotografien anderer Polarforscherinnen und -forscher.
Begleitet wird die Ausstellung durch ein öffentliches Vortragsprogramm und
Workshops für Studierende.
Auf den ersten Blick wirken Arktis und Antarktis lebensfeindlich. Doch
tatsächlich sind beide Regionen überraschend artenreich; sie sind sogar
entscheidend für viele biologische Kreisläufe auf der Erde. Ebenso zentral
wirken die Polarregionen auf das weltweite Klima ein. Gleichzeitig sind
sie besonders stark vom Klimawandel betroffen; kaum ein anderer Ort auf
unserem Planeten weist einen höheren Temperaturanstieg aus – mit
erheblichen Folgen, etwa das Schmelzen von Meer- und Festlandeis, was
wiederum Rückkopplungseffekte auf das Klima haben kann.
Dr. Ellen Oldenburg, die die Ausstellung zusammen mit ihrem Kollegen Dr.
Ovidiu Popa konzipierte und kuratierte: „Wir durften zweimal mit dem
Forschungsschiff Polarstern für mehrere Wochen in die Arktis reisen. Wir
haben dort Proben im Meerwasser und in Eisschollen genommen, um die
mikrobiellen Lebensgemeinschaften zu untersuchen. Diese sind eine
Grundlage für das höhere Leben in der Arktis und verändern sich, nicht
zuletzt aufgrund des Klimawandels.“ Die Reisen mit dem Forschungsschiff
des Alfred-Wegener-Institut – Helmholtz-Zentrum für Polar- und
Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven fanden 2022 und 2024 statt.
Die Biologin Prof. Dr. Sieglinde Ott hat bereits vor mehr als 25 Jahren
mehrere Expeditionen in die Antarktis unternommen. Sie untersuchte auf dem
Südkontinent an verschiedenen Stellen das Wachstum von Flechten. Ott:
„Flechten sind in Symbiose lebende Gemeinschaften von Pilzen und Algen,
manchmal zusätzlich auch Bakterien. Es ist faszinierend, an welch
unterschiedlichen Orten diese zu finden sind und wie sie sich an
verschiedene Umweltbedingungen – auch so extreme wie die in der Antarktis
– angepasst haben.“
Die Düsseldorfer Forschenden brachten von ihren Reisen viele Fotos mit,
die die Schönheit der Polarregionen, aber auch ihre Verletzlichkeit
dokumentieren. Natürlich gehören auch Bilder von Eisbären dazu, die bei
den Fahrten der Polarstern regelmäßige Begleiter waren. Ihre Bilder haben
Oldenburg, Ott und Popa ergänzt mit weiterem Material von
Forschungskolleginnen und -kollegen. Insgesamt sind so 48 Bilder
zusammengekommen, die ab dem 17. März 2026 im Haus der Universität zu
sehen sind.
Prof. Dr. Georg Pretzler, Leiter des Hauses der Universität: „Die
Fotoausstellung zeigt eindrucksvoll, wie einerseits unwirtlich und
andererseits faszinierend die Polargebiete sind. Und sie dokumentiert an
vielen Stellen, welche wichtige Arbeit Forschende leisten, um diese
Regionen und ihren vielfältigen Einfluss auf unseren Planeten besser zu
verstehen. Dies ist Arbeit unter extremen und teilweise gefährlichen
Bedingungen. Ich freue mich, dass das HdU – in dem wir auch immer wieder
die Verbindung von Wissenschaft und Kunst schlagen – nun der Ort sein
kann, um diese Impressionen zu präsentieren.“
Im Rahmen der Ausstellung finden acht Vorträge von Polarforscherinnen und
-forschern zu verschiedenen biologischen, geologischen, klimatologischen
und auch planetologischen Themen statt. Darüber hinaus werden drei
Workshops für Studierende veranstaltet. Ebenfalls nimmt das HdU an der
„Nacht der Künste“ am 18. April 2026 teil: Neben der Ausstellung selbst
werden dann Lesungen kurzer literarischer Texte zu Polarreisen angeboten
und der Tanzkurs „Tanzen unter Polarlichtern“.
Die Ausstellungsmacher
Die Ausstellung wurde an der HHU von Dr. Ellen Oldenburg und Dr. Ovidiu
Popa vom Institut für Quantitative und Theoretische Biologie sowie von
Prof. Dr. Sieglinde Ott vom Department Biologie konzipiert und kuratiert.
Viele der Bilder haben sie selbst aufgenommen, weitere Bilder haben andere
Polarforschende und das AWI zur Verfügung gestellt.
Prof. Ott unternahm in den Jahren 1989 bis 2010 mehrere Forschungsreisen
in die Antarktis, um dort vor allem Flechten zu untersuchen, die auf dem
Südkontinent leben. Dr. Oldenburg und Dr. Popa nahmen 2022 und 2024 an
zwei mehrwöchigen Expeditionen mit dem deutschen Forschungsschiff FS
Polarstern des AWI teil. Im Rahmen dieser Fahrten untersuchten sie
mikroskopische Lebensgemeinschaften im Meereis in der Arktis.
Ausstellung „Polargebiete – Expedition in die Extreme”
Die Ausstellung findet im Haus der Universität am Schadowplatz 14 in
Düsseldorf zwischen dem 17. März und dem 12. Juni 2026 statt. Sie ist von
Montag bis Freitag in der Zeit zwischen 10:00 und 18:00 Uhr geöffnet.
