Deutsch in Europa – der Vierte Sprachbericht geht auf Reisen
Wie steht es um die deutsche Sprache in Rumänien, in Ungarn oder der
Ukraine? Drei Veranstaltungen in Bukarest, Budapest und Lwiw informieren
ab 20. März über die Stellung des Deutschen in den betreffenden Ländern
und laden zur Diskussion über Gegenwart und Zukunft der deutschen Sprache
in den jeweiligen Ländern ein. Damit führen Akademienunion und die
Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung den Dialog über „Deutsch in
Europa“ auch über Ländergrenzen hinweg fort, den sie mit der
Veröffentlichung des Vierten Sprachberichts im Herbst 2025 begonnen haben.
Die Veranstaltungsreihe „Der Sprachbericht geht auf Reisen“ startet am 20.
März in Bukarest. Mit dabei sind die Projektleiterinnen des Sprachberichts
Christa Dürscheid und Rita Franceschini, die rumänische
Sprachwissenschaftlerin Ruxandra Cosma sowie der Unterstaatssekretär für
Minderheiten in der rumänischen Regierung und der Präsident-
Generaldirektor des Rumänischen Rundfunks. Diskutiert wird gemeinsam mit
Studierenden und Lehrenden der Bukarester Germanistik und Vertreterinnen
und Vertretern der deutschen Minderheit aus Politik, Gesellschaft und
Schule.
Fortgesetzt wird die Reihe am 15. Mai 2026 in Budapest zu „Deutsch in
Ungarn“ und am 25. September 2026 in Lwiw zu „Deutsch in der Ukraine“.
Christoph Markschies, Präsident der Akademienunion: „Deutsch in Europa“
klingt friedlich und nach Gemeinschaft. „Deutsch in Lwiw“ heißt nicht nur:
Deutsch in der Geschichte einer der faszinierendsten Städte Europas, die
im Laufe ihrer Geschichte auch Lemberg und Lwów hieß. Das bedeutet auch:
Deutsch sprechen unter russischen Raketen. Unverdrossen. Und dann Bukarest
und Budapest. Entangled, verflochten sind die Geschichten der Sprachen und
Ethnien in diesem zentralen Teil Europas, den wir „Osten“ nennen, obwohl
er mittendrin liegt und mittendrin in unserem Herz sein sollte.
Ingo Schulze, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung:
Wie keine andere Sprache in Europa weist das Deutsche mitsamt seinen
Dialekten eine beachtliche Verbreitung auf – als National- und
Amtssprache, als Minderheitensprache, als Zweit- oder Fremdsprache. Der
Vierte Sprachbericht „Deutsch in Europa“ nimmt diese Vielfalt ausführlich
in den Blick. Dass er nun auch Anlass ist, in drei europäischen Städten
miteinander ins Gespräch zu kommen, ist eine große Freude. Als jemand, der
eine Großmutter aus Siebenbürgen hatte, die mir so manche Eigenheit ihres
Deutsch vermacht hat, wäre ich gern bei der Vorstellung in Bukarest dabei.
Ich wünsche einen guten, anregenden Auftakt dieser besonderen Tour.
Der Vierte Sprachbericht „Deutsch in Europa. Vielfalt, Sprachnormen und
Sprachgebrauch“ ist im Narr Francke Attempto Verlag erschienen und ist
auch Open Access verfügbar:
http://elibrary.narr.digital/b
Mit den Berichten zur Lage der deutschen Sprache beteiligen sich die
Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und die Akademienunion seit
2013 gemeinsam wissenschaftsbasiert an der aktuellen Diskussion zur
Entwicklung der deutschen Sprache. Der Erste Bericht erschien 2013 unter
dem Titel „Reichtum und Armut der deutschen Sprache“, der Zweite Bericht
2017 zum Thema „Vielfalt und Einheit“ der deutschen Sprache, der Dritte
Bericht 2021 nahm das Thema „Die Sprache in den Schulen – Eine Sprache im
Werden" in den Blick.
Weitere Informationen zu den Sprachberichten und zu den einzelnen
Veranstaltungen finden Sie hier:
http://www.akademienunion.de/v
