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„Gewalt am Arbeitsplatz darf nicht zur Normalität werden!“

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Für Beschäftigte in Notaufnahmen oder im Rettungsdienst, für Lehrkräfte
sowie für viele weitere Berufsgruppen mit engem Kunden- oder
Publikumskontakt gehört Gewalt inzwischen beinahe zum Berufsalltag.
Schätzungen zufolge haben zwischen zehn und 30 Prozent der Beschäftigten
in Deutschland bereits Gewalt am Arbeitsplatz erlebt, sei es in physischer
oder verbaler Form. „Gewalt ist ein zentrales Thema –
branchenübergreifend, besonders jedoch im Gesundheitswesen und im
öffentlichen Dienst. Und die Tendenz ist steigend“, sagt Professor Volker
Harth, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und
Umweltmedizin (DGAUM).



Damit legt die Fachgesellschaft den Finger in eine hochrelevante
gesellschaftliche Wunde und fordert eine klare Null-Toleranz-Strategie
gegenüber Gewalt am Arbeitsplatz. „Wir müssen stärker alle verfügbaren
Möglichkeiten nutzen, um Gewalt zu verhindern“, appelliert Harth auch in
seiner Funktion als Direktor des Zentralinstituts für Arbeitsmedizin und
Maritime Medizin (ZfAM) in Hamburg. Den aktuellen Zustand einfach
hinzunehmen, sei keine Option. „Wir müssen in Deutschland noch mehr ins
Handeln kommen!“

So hat die DGAUM „Gewalt am Arbeitsplatz“ auch zu einem der Schwerpunkte
auf ihrem diesjährigen Jahreskongress erklärt, der in einer Woche, vom 18.
bis 21. März in München, stattfindet. Ein Symposium, eine Session, eine
Keynote und ein Online-Seminar zu Präventionsstrategien möchte die DGAUM
nutzen, um über ihre eigenen Mitglieder sowie die anwesende Presse für das
Thema zu sensibilisieren.

Wissenschaftliche Studien zeigen deutlich, dass viele Beschäftigte in
Notaufnahmen Gewaltvorfälle inzwischen als Teil ihres Arbeitsalltags
hinnehmen. „Sätze wie ‚Das gehört halt dazu‘ hören wir in
wissenschaftlichen Befragungen von Mitarbeitenden immer wieder“, berichtet
PD Dr. Dr. Stefanie Mache, Leiterin der Arbeitsgruppe Psychische
Gesundheit am Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin und
Mitarbeiterin von Volker Harth. „Diese Haltung dürfen wir nicht
akzeptieren. Gewalt darf am Arbeitsplatz keinen Platz haben – jeder
Gewaltvorfall ist einer zu viel.“

Die Anwendung wirksamer Präventionsstrategien sei daher nicht nur eine
rechtliche und organisatorische Verpflichtung, betont die DGAUM.
Prävention von Gewalt stelle auch einen zentralen Baustein für Gesundheit,
Sicherheit und Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten dar. Ziel müsse es
sein, sowohl körperliche Verletzungen als auch langfristige psychische
Folgen zu verhindern – etwa erhöhte Burnout-Risiken oder Erkrankungen wie
eine Posttraumatische Belastungsstörung.

Tendenz gemeldeter Vorfälle steigt

Stefanie Mache und ihr Team stellen deshalb auf dem DGAUM-Jahreskongress
ein integratives Schutzkonzept zur Gewaltprävention in Notaufnahmen vor.
Dieses kombiniert bauliche, technische, personelle und organisatorische
Maßnahmen. „Effektive Prävention erfordert die systematische Umsetzung
verschiedener Maßnahmen“, erklärt Mache im Vorfeld. „Dazu gehören
beispielsweise Zugangskontrollen in der Notaufnahme, zusätzliche
Fluchtmöglichkeiten für Mitarbeitende, Schutzräume, Deeskalationstrainings
sowie eine psychosoziale Nachsorge nach belastenden Ereignissen.“
Gewaltprävention müsse dauerhaft als fester Bestandteil der
Organisationskultur in Notaufnahmen verankert werden.

Gleichzeitig bleiben aus Sicht von Volker Harth und Stefanie Mache zwei
zentrale Fragen bislang unbeantwortet:

• Erstens: Steigt die Zahl der gemeldeten Gewaltvorfälle tatsächlich oder
werden Vorfälle heute lediglich häufiger gemeldet, weil das Thema offener
angesprochen wird? Mit anderen Worten: Wie entwickelt sich die Situation
langfristig und flächendeckend in Deutschland?
• Zweitens: Welche Maßnahmen zur Gewaltprävention sind besonders wirksam?
Wirken bestehende Konzepte vor allem im Zusammenspiel verschiedener
Maßnahmen oder gibt es einzelne Ansätze, die sich als besonders effektiv
erweisen?

„Um diese zentralen Fragen beantworten zu können, bräuchten wir
verlässliche Zahlen“, sagt DGAUM-Vizepräsident Harth. „Doch genau diese
Daten fehlen bislang.“

Deutschlandweites Register zur Erfassung von Gewaltvorfällen gefordert

Um Beschäftigte im Gesundheitswesen besser zu schützen und dem ohnehin
zunehmenden Personalmangel nicht zusätzlich durch Gewalterfahrungen
Vorschub zu leisten, sei eine zentrale Maßnahme erforderlich: „Wir
brauchen ein deutschlandweites Register zur systematischen Erfassung von
Gewaltvorfällen und -erfahrungen in Notaufnahmen, um das Ausmaß des
Problems besser verstehen und gezielt gegensteuern zu können“, fordert
Prof. Volker Harth. „Darüber hinaus wäre auch die Evaluation bestehender
Präventionsmaßnahmen sinnvoll, um ihre Wirksamkeit zu überprüfen“, ergänzt
PD Dr. Dr. Stefanie Mache. „So könnten Maßnahmen strategisch geplant und
gezielt umgesetzt, Ressourcen effektiver eingesetzt sowie Zeit und Kosten
gespart werden, indem wir besser zwischen besonders sinnvollen und weniger
wirksamen Ansätzen unterscheiden.“

Auf der DGAUM-Jahrestagung wollen beide diese Diskussion fortsetzen.

Gerne lädt die DGAUM Vertreterinnen und Vertreter der Presse ein:

Keynote Lecture: Gewalt am Arbeitsplatz – Risikobereiche und Ansätze zur
Prävention (auch im Livestream)
Prof. Dr. Albert Nienhaus
Vorsitz von PD Dr. Dr. Stefanie Mache
DGAUM-Jahrestagung, Campus Großhadern München
Hörsaal 3 / Online Raum 3
Donnerstag, 19. März
13:30 - 14:00 Uhr

Informationen zur Jahrestagung sowie konkreten Tagungsprogramm finden Sie
unter: https://dgaum.de/jahrestagung/

Akkreditierung:
Selbstverständlich und sehr gerne akkreditieren wir ausgewiesene
hauptberufliche Journalistinnen und Journalisten für die Teilnahme an der
DGAUM-Jahrestagung 2026 in München – vor Ort oder online. Bitte senden
hierzu eine E-Mail mit Signatur des Mediums, für das Sie arbeiten,
und/oder angehängtem Presseausweis an <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>. Frau Nicole
Zubayr, Verantwortliche für die Verbandskommunikation, wird Ihnen dann die
Vor-Ort-Akkreditierung oder den Link für den Livestream übermitteln.