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Internationals als Wissensgeber*innen: HSHL startet Projekt zur Fachkräftegewinnung in Südwestfalen

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Wer weiß besser, was internationale Fachkräfte in einer Region hält, als
jene, die bereits dort leben und arbeiten? Diese Frage stellt das Projekt
„Internationals in Südwestfalen“ der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) in
den Mittelpunkt. Internationale Fachkräfte sind dabei Zielgruppe und
Wissensquelle zugleich: als Expert*innen ihrer eigenen Erfahrung und als
Botschafter*innen der Region.

Das Projekt ist Teil des Verbundvorhabens „Arbeitgeberschmiede
Südwestfalen PLUS – Global Connect“, das seit Januar 2026 läuft und
gemeinsam von Hochschulen, Wirtschaftsförderungen und der Südwestfalen
Agentur getragen wird. Den HSHL-Baustein leitet Prof. Dr. Anke Weber,
Professorin für „Interkulturelle Forschungsmethoden und Statistik“. Ihr
Ansatz ist bewusst qualitativ: Durch Interviews und ethnografisch
informierte Methoden werden die Erfahrungen von Internationals, die
bereits in Südwestfalen leben und arbeiten, systematisch erschlossen.

„Südwestfalen wird dann als Arbeits- und Lebensort attraktiv, wenn wir
denjenigen zuhören, die diesen Weg bereits gegangen sind“, sagt die HSHL-
Professorin. „Ihre Erfahrungen zeigen, was Menschen ankommen lässt, was
sie hält und was eine Region international wirklich ausstrahlt.“

Perspektivwechsel als Methode

Viele Ansätze zur Fachkräftegewinnung richten sich an Unternehmen: Was
müssen Arbeitgeber*innen tun, um internationale Talente anzuziehen?
„Internationals in Südwestfalen“ dreht diese Perspektive um. Menschen, die
bereits in der Region leben und arbeiten, werden als Wissensgeber*innen
ernst genommen: Was hat sie in der Region gehalten? Was hat ihnen den
Einstieg erleichtert oder erschwert? „Aus diesen Geschichten werden sowohl
Gelingensfaktoren als auch Hürden herausgearbeitet als Grundlage für
konkrete Handlungsempfehlungen an Unternehmen und als Impulse für die
Profilierung der Region im internationalen Raum“, erklärt Prof. Weber.

Konkrete Unterstützung für KMU

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU), das Rückgrat der südwestfälischen
Wirtschaft, verfügen selten über klare Strukturen für internationales
Recruiting oder systematische Integrationsangebote. Die Projektergebnisse
sollen ihnen niederschwellige, konkrete Handlungsoptionen bieten – nicht
auf Basis abstrakter Leitfäden, sondern aus dem direkten Erfahrungswissen
der Menschen, um die es geht. Frei zugängliche Materialien bereiten echte
Erfahrungsverläufe anschaulich auf und bieten Unternehmen direkt nutzbare
Handlungshilfen.

Über das Verbundprojekt

Das Projekt „Arbeitgeberschmiede Südwestfalen PLUS – Global Connect“ wird
über den Aufruf „Regio.NRW – Transformation“ aus Mitteln des Europäischen
Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie des Landes Nordrhein-
Westfalen gefördert.