Das Verschwinden des Holocaust: Jan Gerber im Gespräch mit Thomas Schmid im Rahmen von »Leipzig liest«
Am Donnerstag, 19. März 2026, 18 Uhr stellt der Historiker und
Politikwissenschaftler Jan Gerber (Leipzig) seine neueste Publikation zum
Wandel der Erinnerung an den Holocaust vor. Die Veranstaltung findet im
Rahmen von »Leipzig liest« im Felsenkeller in Leipzig statt, der Eintritt
ist frei.
Die Erinnerung an den Holocaust schwindet und seine Singularität wird mehr
und mehr infrage gestellt. In seiner Publikation »Das Verschwinden des
Holocaust« zeigt Jan Gerber, dass sich die Erkenntnis von der Besonderheit
des Verbrechens erst mit zeitlicher Verzögerung durchsetzte. Erst ab den
siebziger Jahren bewegte sich der Holocaust aus den Vororten des
Gedächtnisses an den Zweiten Weltkrieg in sein Zentrum.
Thomas Schmid (Berlin), Journalist und ehemaliger Herausgeber der
Tageszeitung "Die Welt", geht im Gespräch mit dem Autor den Ursachen
dieser Entwicklung nach. Was waren die Voraussetzungen jener Erinnerung
und Erkenntnis, die gegenwärtig zu erodieren scheinen? Dabei werden
aktuelle Debatten über die Bedeutung des Holocaust, sein Verhältnis zu den
Kolonialverbrechen und die Politik Israels historisch eingeordnet.
Jan Gerber ist promovierter Politikwissenschaftler und habilitierter
Historiker. Am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon
Dubnow leitet er das Forschungsressort »Politik«. Zudem ist er
Honorarprofessor für Neuere und Neueste Geschichte mit Schwerpunkt Moderne
jüdische Geschichte an der Universität Leipzig.
