Hochschule für Musik und Theater München beruft Tanja Spatz zur Professorin für Gehörbildung
Die Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) beruft Tanja Spatz zum
15. März 2026 zur Professorin für Gehörbildung. Ihre umfangreiche
Erfahrung als Wissenschaftlerin und Pädagogin mit Stationen an den
Musikhochschulen in Freiburg, Hannover und zuletzt in Stuttgart wird Tanja
Spatz in zahlreiche künstlerische und künstlerisch-pädagogische
Studiengänge der HMTM einbringen.
In ihrem Lehransatz geht Tanja Spatz dabei immer von der musikalischen
Praxis aus:
»Die musikalische Praxis bildet die Basis allen musikalischen Lernens,
Lehrens und Forschens. Davon ausgehend, möchte ich mit den Studierenden
ihre Hörfähigkeiten individuell weiterentwickeln. Eine reflektierte
Beschäftigung mit dem eigenen Gehör kann weit über den Unterricht in
Gehörbildung hinauswirken und die zukünftige Tätigkeit etwa als Musiker*in
oder Lehrer*in stark bereichern.
Ich freue mich darauf, die Interdisziplinarität dieses Faches auszubauen,
den Kern des Faches zu stärken (u.a. durch Forschung) und gemeinsam im
Team den an der HMTM stark verankerten und breit gefächerten
Gehörbildungsbereich weiterzuentwickeln. Die Arbeit mit den vielen
verschiedenen Studiengängen der HMTM bietet dabei großartige
Möglichkeiten, neue Lehrformate zu entwickeln, zu erforschen und nach
außen weiterzutragen.«
Tanja Spatz schlägt in ihrer Arbeit Brücken zwischen Theorie und Praxis.
So liegt ein Schwerpunkt ihrer bisherigen Arbeit auf der
Auseinandersetzung mit methodischen Fragestellungen, auch für den vor- und
außerhochschulischen Bereich. Hier standen in den letzten Jahren
insbesondere Relative Solmisationssysteme im Fokus, also Methoden im
Musikunterricht, bei denen die Tonhöhen durch Silben benannt werden,
basierend auf ihrer Position in der Tonleiter.
Gemeinsam mit Moritz Heffter entwickelte Tanja Spatz außerdem die App
»koala«, ein digital verfügbares, kollaboratives Annotationstool, das die
Kommunikation über Musik – insbesondere in der Annäherung über das Hören –
vereinfacht. Das Projekt wurde durch die Stiftung Innovation in der
Hochschullehre gefördert und erweitert durch ein Fellowship des
Stifterverbandes.
Historische Lehrmethoden bieten für ihre Arbeit ebenso vielfältige
Anknüpfungspunkte, auch in Hinblick auf ein Lernen in der musikalischen
Praxis. Hier forscht Tanja Spatz zurzeit im Rahmen eines
Promotionsprojektes (angesiedelt an der Hochschule für Musik Freiburg
unter der Betreuung von Prof. Dr. Ludwig Holtmeier) zur Hybridisierung von
Generalbass-Traktaten und ihren Vermittlungsstrategien aus der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Daneben publizierte Tanja Spatz als Herausgeberin »Solmisation,
Improvisation, Generalbass. Historische Lehrmethoden für das heutige
Musiklernen« (mit Prof. Laura Krämer und Prof. Marcus Aydintan). Darin
findet sich auch ein von ihr verfasster Artikel zur analytischen
Verwendung von Solmisationssilben.
Tanja Spatz studierte neben Schulmusik auch die Fächer Musiktheorie (bei
Prof. Dr. Ludwig Holtmeier) und Gehörbildung (bei Prof. Wolfgang Motz) an
der Hochschule für Musik Freiburg.
Weitere Informationen: hmtm.de
