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Monster, Mythen und Meereskarten: Digitalisierungsteam hebt Schätze aus dem Archiv

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Pünktlich zum Tag der Archive am Wochenende vom 7. bis 8. März fällt im
Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime
Geschichte in Bremerhaven der Startschuss für ein neues Digitalformat, das
verborgene Schätze aus dem Archiv ins Licht rückt. In innovativen, visuell
eindrucksvollen Videoanimationen für die Social Media-Kanäle des Museums
erweckt der britische Historiker Dr. Sam Willis außergewöhnliche Dokumente
zu neuem Leben, erzählt skurrile Geschichten und liefert wissenschaftlich
fundierte Hintergrundinformationen.

300 Meter lange Riesenschlangen reißen ein Schiff in die Tiefe, Drachen,
groß wie Berge, erheben sich aus den Wellen: Auf historischen Meereskarten
begegnen uns häufig unheimliche Wesen dieser Art. In einer Zeit, in der
die Ozeane weitgehend unerforscht waren, galten mythische Ungeheuer als
plausible Erklärung für Schiffsunglücke und das Verschwinden ganzer
Besatzungen.

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum präsentiert historisches Archivmaterial
digital in neuer Form. In Kooperation mit dem bekannten britischen
Historiker Dr. Sam Willis werden Archivalien wie frühneuzeitliche
Meereskarten oder technische Zeichnungen plastisch aufbereitet. Dynamische
Animationen auf Instagram, Facebook und YouTube [jeweils @leibnizdsm] und
in Willis‘ populärer Podcast-Reihe „The Mariner’s Mirror“ laden Neugierige
zur genaueren Betrachtung der Archivalien im Sammlungsportal des DSM ein
und regen zur Entdeckung verborgener Zusammenhänge an.

Der erste Beitrag der Reihe rückt einen historischen Druck aus der
„Cosmographia“ des Schweizer Gelehrten Sebastian Münster von 1599 in den
Fokus. Die Doppelseite mit dem Titel „Aus den Königreichen des Nordens
stammen See- und Landungeheuer, die überall in den nördlichen Teilen
anzutreffen sind“ zeigt überdimensionierte Seeungeheuer, oft mit
ausgeprägten Fangzähnen, die – aus der Tiefe aufgetaucht – Schiffe und
Menschen bedrohen. Münsters Werk gilt als die erste umfassende Darstellung
des damaligen Wissens zu Geografie, Geschichte und Naturkunde in deutscher
Sprache. Zahlreiche Bildmotive lassen sich auf die „Carta marina“ des
schwedischen Bischofs Olaus Magnus zurückführen, die 1539 in Rom
veröffentlicht wurde und als älteste detaillierte Kartendarstellung
Skandinaviens angesehen wird.

Dr. Willis ist in Großbritannien als renommierter Archäologe, Historiker
sowie Produzent erfolgreicher TV-Formate und Podcasts bekannt. Seine
Produktionen für BBC und National Geographic erreichen ein internationales
Publikum. Bereits im vergangenen Jahr arbeitete das DSM mit dem Historiker
zusammen und veröffentlichte gemeinsam Podcasts zu U-Booten, der „Bremer
Kogge“ und zur Dauerausstellung „Schiffswelten“.

Der Tag der Archive wird vom Verband deutscher Archivarinnen und Archivare
e.V. organisiert und findet am 7. und 8. März zum 13. Mal statt. Unter dem
Motto „Alte Heimat – Neue Heimat“ öffnen Archive bundesweit ihre Türen und
machen mit vielfältigen Aktionen auf die Bedeutung ihrer Arbeit
aufmerksam.