Wie Lehrkräfte Veränderungen in Gang setzen
Auch Schülerinnen und Schüler können nachhaltig und sozialunternehmerisch
denken und agieren. Wie Lehrkräfte ihnen diese Kompetenzen vermitteln
können, zeigt ein neuer Sammelband.
Klimawandel, Ressourcenknappheit und soziale Ungleichheit: Die
Herausforderungen, vor denen die Menschheit aktuell steht, sind groß.
Dementsprechend wichtig ist es, schon junge Menschen dazu in die Lage zu
versetzen, ihre Zukunft aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten. Der
Ausbildung zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer kommt dabei eine wichtige
Rolle zu.
Ein neu erschienener Sammelband setzt genau an dieser Stelle an. Sein
Titel: „Lehrkräftebildung für nachhaltige Entwicklung. Bildung für
nachhaltige Entwicklung und Social Entrepreneurship Education verknüpfen“.
Der Band ist im Rahmen des Projekts „Teachers as Changemakers (TaC)“ an
der Julius-Maximilians-Universität Würzburg sowie der Otto-Friedrich-
Universität Bamberg entstanden. Er bündelt konzeptionelle Entwicklungen im
deutschsprachigen Raum und zeigt auf, wie Bildung für Nachhaltige
Entwicklung (BNE) und Social Entrepreneurship Education (SEE) systematisch
miteinander verschränkt werden können.
Antworten auf die Fragen unserer Welt entwickeln
Im Zentrum steht die Idee, Lehrkräfte als „Changemaker“ zu verstehen, das
heißt, sie als Gestalterinnen und Gestalter von Lernräumen zu sehen, in
denen Schülerinnen und Schüler gesellschaftliche Herausforderungen
analysieren und eigenständig Lösungsansätze entwickeln. „Mit diesem
Sammelband bilden und unterstützen wir angehende Lehrkräfte, sich bereits
während des Studiums mit BNE und SEE zu beschäftigen, um später in ihrem
Beruf mit den Schülerinnen und Schülern Antworten auf die Fragen unserer
Welt zu entwickeln“, erklärt Professor Thomas Trefzger, Direktor der
Professional School of Education der Uni Würzburg und einer der
Herausgeber des Sammelbands.
Der Band verdeutlicht, dass BNE und SEE sich nicht nur ergänzen, sondern
in ihrer Verbindung eine besondere Synergie entfalten: Während BNE
Leitlinien, Kompetenzen und Probleme einer nachhaltigen Entwicklung, die
auch in Lehrplänen und bildungspolitischen Vorgaben verankert sind, in den
Fokus rückt, erweitert SEE diese Perspektive um konkrete lernzielbezogene
sowie methodisch-didaktische Elemente. So werden nachhaltigkeitsbezogene
Kompetenzen in handlungsorientiertes, sozialunternehmerisches Denken und
Handeln übersetzt, was wiederum gemeinwohlorientiert und
innovationsbezogen einen Mehrwert für andere schafft.
„Future Skills“ als zentrale Aufgabe von Schule
Der Band widmet sich auch dem Konzept der „Future Skills“. Diese gewinnen
in den kommenden Jahren eine immer größer werdende Bedeutung. Sie reichen
von interkulturellen Kompetenzen über Problemlösefähigkeit bis hin zu
digitalen Kompetenzen. Sie werden als sehr entscheidend für den späteren
beruflichen Erfolg junger Menschen gesehen.
„Im Sammelband wird das Thema ‚Future Skills‘, das die OECD als zentrale
zukünftige Aufgabe von Schule sieht, gelungen aufgegriffen“, betont Dr.
Matthias Erhardt, Geschäftsführer der Professional School of Education.
Der kombinierte Ansatz von BNE und SEE bietet somit einen praxisnahen
Rahmen, der verantwortungsbewusstes Denken ebenso stärkt wie
unternehmerische und gesellschaftlich innovative Handlungskompetenzen.
Die Beiträge aus Wissenschaft und Praxis beleuchten theoretische
Grundlagen, empirische Erkenntnisse sowie konkrete Lehr-Lern-Formate.
Zugleich dokumentiert der Band eine intensive Zusammenarbeit verschiedener
Expertinnen und Experten. „Die Arbeit mit sehr vielen engagierten
Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland hat unser Netzwerk sichtbar
vertieft und zahlreiche Ideen in tragfähige Konzepte überführt“, so Dr.
Moiken Jessen, Mitherausgeberin des Sammelbandes.
Über das Verbundprojekt „Teachers as Changemakers“
Das Verbundprojekt „Teachers as Changemakers“ an den Universitäten Bamberg
und Würzburg hat zum Ziel, Lehrkräfte als aktive Mitgestalterinnen und
Mitgestalter nachhaltiger Entwicklung zu stärken und entsprechende
Konzepte strukturell in die Lehrpersonenbildung zu verankern. An der
Universität Würzburg sind am Projekt die Gründungsförderung am
Servicezentrum Forschung und Technologietransfer und die Professional
School of Education beteiligt.
