Welt-Adipositas-Tag – Deutsche Leberstiftung warnt vor der großen und stillen Gefahr Fettlebererkrankung
Der Welt-Adipositas-Tag (World Obesity Day) am 4. März 2026
steht unter dem übergeordneten Kampagnen-Gedanken „8 Billion Reasons to
Act on Obesity“ – „8 Milliarden Gründe, gegen Adipositas aktiv zu werden“.
Die Kampagne macht deutlich: Adipositas betrifft uns alle – und ihre
Prävention und Behandlung ist eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe.
Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit leben bereits heute mit
Adipositas.
Auch in Deutschland sind immer mehr Erwachsene und Kinder
stark übergewichtig – mit weiter steigender Tendenz. Anlässlich des
Aktionstages weist die Deutsche Leberstiftung insbesondere auf die enge
Verbindung zwischen Adipositas und Fettlebererkrankungen hin.
Jährlich führen Übergewicht und Adipositas zu 1,7 Millionen vorzeitigen
Todesfällen weltweit durch nicht übertragbare Krankheiten – dazu zählen
auch Fettlebererkrankungen (Steatotische Lebererkrankungen, SLD). In
Deutschland sind rund zwei Drittel der Männer (67 Prozent) und etwa die
Hälfte der Frauen (53 Prozent) übergewichtig. Etwa ein Viertel der
Erwachsenen ist stark übergewichtig (adipös) – 23 Prozent der Männer und
24 Prozent der Frauen. Die Prävalenz von Adipositas steigt mit zunehmendem
Alter. Auch bei Kindern und Jugendlichen nimmt Übergewicht zu: Nach den
Daten der „Studie für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in
Deutschland“ (KiGGS) des Robert Koch-Instituts sind rund 15 Prozent der 3-
bis 17-Jährigen übergewichtig, davon etwa 6 Prozent adipös.
Die stille Lebererkrankung im Schatten der Adipositas
Die Fettlebererkrankung ist eine der häufigsten Folgeerkrankungen von
Adipositas und häufig Teil des Metabolischen Syndroms, das das Risiko für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Leberzirrhose deutlich erhöht.
Diese Form wird als Metabolisch dysfunktions-assoziierte Steatotische
Lebererkrankung (MASLD) bezeichnet. Führt die Erkrankung zu Entzündungen
in der Leber, spricht man von einer Metabolisch dysfunktions-assoziierten
Steatohepatitis (MASH), die sich sogar zu einem Hepatozellulären Karzinom
(HCC) entwickeln kann – oft schon, bevor eine Zirrhose entsteht. Der
Beginn einer MASLD verläuft meist asymptomatisch, sodass die Erkrankung
über Jahre unbemerkt bleiben kann. Gleichzeitig bietet dies ein großes
Zeitfenster, um die Krankheit frühzeitig zu erkennen und therapeutisch zu
behandeln.
Neueste Entwicklungen bei Adipositas und Fettlebererkrankungen
In Forschung und klinischer Anwendung gibt es aktuell wichtige
Fortschritte. Eine Analyse aus dem Oktober 2025 zeigt, dass die Forschung
im Bereich Fettlebererkrankungen weltweit stark zunimmt. So zeigen
GLP-1-Medikamente, die ursprünglich zur Gewichtsreduktion und Diabetes-
Therapie eingesetzt wurden, auch positive Effekte auf Fettleber und MASH,
indem sie Entzündungen und Fettansammlungen in der Leber reduzieren.
Solche Wirkstoffe werden inzwischen gezielt in Studien zur
Fettlebererkrankung untersucht; Zulassungen für Lebererkrankungen werden
geprüft. Zudem zeigen neue Substanzen wie Resmetirom, die direkt auf die
Leber wirken, vielversprechende Verbesserungen und könnten künftig als
Therapieoption zur Verfügung stehen. „Trotz aller neuen Therapieansätze
zeigen aktuelle Studien weiterhin: Lebensstilmaßnahmen wie ausgewogene
Ernährung, regelmäßige Bewegung und Gewichtskontrolle sind entscheidend
für die Prävention und Reversibilität von Leberverfettung und
Stoffwechselstörungen – manchmal sogar unabhängig von Medikamenten“,
betont Prof. Dr. Heiner Wedemeyer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Leberstiftung.
Lebergesund essen: Aufklärung und Prävention dringend notwendig
In Deutschland ist das Bewusstsein für gesunde Ernährung noch unzureichend
ausgeprägt. Viele Menschen wissen zu wenig über die Bedeutung einer
lebergesunden Ernährung und die Folgen von zu viel Zucker oder
Fertigprodukten für die Lebergesundheit. Eine aktuelle Analyse des
gemeinnützigen Vereins Foodwatch e. V. zeigt, dass Menschen in Deutschland
täglich fast 26 Gramm Zucker allein durch Getränke zu sich nehmen – mehr
als doppelt so viel wie Italiener. Kein anderes westeuropäisches Land
liegt beim Zuckerkonsum durch Limonaden und Fruchtsäfte so weit vorn.
Für die Lebergesundheit ist eine ausgewogene und vollwertige Ernährung
entscheidend. Empfehlenswert sind kohlenhydratarme Mahlzeiten mit
frischen, natürlichen Lebensmitteln, insbesondere frischem Gemüse, ergänzt
durch Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Gesunde Fette wie
Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen sollten bevorzugt werden, während
auf Fertigprodukte, fettes Fleisch und Alkohol weitgehend verzichtet
werden sollte. Auch beim Obst ist Vorsicht geboten: Zuckerarme Sorten sind
vorzuziehen, und Obst sollte gegessen, nicht getrunken werden. Die
vermeintlich gesunden Smoothies enthalten oft deutlich mehr Fruktose als
der Verzehr von rohem Obst und belasten damit die Leber zusätzlich.
Neu aufgelegt: „Das große Kochbuch für die Leber“ – genussvoll essen und
die Leber schützen
Passend zum Welt-Adipositas-Tag ist die überarbeitete Neuauflage von „Das
große Kochbuch für die Leber“ der Deutschen Leberstiftung erschienen. Das
Buch verbindet wissenschaftlich fundierte Ernährungsempfehlungen mit
alltagstauglichen, schmackhaften Rezepten und richtet sich an alle, die
ihre Lebergesundheit aktiv unterstützen möchten. Besonders Menschen mit
Fettlebererkrankung, Leberzirrhose, Hämochromatose, Morbus Wilson oder
nach einer Lebertransplantation finden praxisnahe Hilfestellungen.
Entwickelt wurde das Kochbuch von einem interdisziplinären Team aus
Ernährungsfachkräften, Diätassistenten und Ärzten. Im Mittelpunkt stehen
unverarbeitete Lebensmittel, gesunde Fette, wenig Zucker und eine
ausgewogene Nährstoffzufuhr – für genussvolles Essen, das die Leber
entlastet und stärkt.
Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem unter anderem Broschüren zu den
Themen „Leber und Fett“, „Leber und Alkohol“ sowie „Leber und Leberwerte“
für Interessierte, Betroffene und ihre Angehörigen an.
Bestellmöglichkeiten und Download auf der Serviceseite unter https://www
.deutsche-leberstiftung.de.
Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung, Forschungsvernetzung und wissenschaftliche Projekte
zu verbessern. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung
die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher
erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet
außerdem Information und Beratung in medizinischen Fragen. Auf der Website
finden Sie umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für Betroffene,
Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter: https://www
.deutsche-leberstiftung.de.
UNSERE BUCHEMPFEHLUNGEN
„Das Leber-Buch“ informiert allgemeinverständlich und umfassend über die
Leber, Lebererkrankungen, Diagnosen und Therapien – in der fünften,
erweiterten und aktualisierten Auflage, 2025. Das Leber-Buch ist im
Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-8426-3043-7, € 22,00 [D].
„Das große Kochbuch für die Leber“ – 122 Rezepte mit allen wichtigen
Nährwertangaben; Küchentipps und Regeln für eine lebergesunde Ernährung –
in der zweiten, aktualisierten Auflage, 2026. Das Kochbuch ist im
Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-8426-3100-7, € 28,00 [D].
Journalisten können für ihre Berichterstattung Rezensionsexemplare der
Bücher per E-Mail an <
