RWI/ISL-Containerumschlag-Index: China treibt Containerumschlag hoch
Im Januar ist der Containerumschlag gegenüber dem Vormonat gestiegen.
Besonders stark war der Anstieg in den chinesischen Häfen. Das liegt unter
anderem an Vorzieheffekten: Viele Geschäfte werden vor dem chinesischen
Neujahrsfest Ende Februar abgewickelt. In den nordeuropäischen Häfen
laufen dagegen die Nachholeffekte nach den Streiks in Antwerpen und
Rotterdam aus. Infolgedessen sank der europäische Containerumschlag.
Abgesehen von diesen Sondereffekten zeigt der weltweite Containerumschlag
zum Jahresbeginn einen leichten Aufwärtstrend.
Das Wichtigste in Kürze:
Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für
Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und
Logistik (ISL) ist saisonbereinigt im Januar auf 144,7 Punkte gestiegen –
gegenüber 142,1 Punkten (revidiert) im Vormonat.
Der Nordrange-Index, der Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung im
nördlichen Euroraum und in Deutschland gibt, ist von 122,2 Punkten
(revidiert) auf 117,0 Punkte im Januar kräftig zurückgegangen.
In den chinesischen Häfen ist der Containerumschlag deutlich gestiegen –
von 161,7 Punkten im Vormonat (revidiert) auf 169,4 Punkte.
Der RWI/ISL-Containerumschlag-Inde
veröffentlicht.
„China zog viele Handelsgeschäfte aufgrund des Neujahrsfests vor“, erklärt
RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt zur Entwicklung des Containerumschlag-
Index: „In Europa laufen hingegen die positiv auf den Index wirkenden
Hafenstreik-Nachholeffekte aus. Das zeigt sich deutlich in einem
schwächeren Nordrange-Indexwert. Wirtschaftspolitisch bleibt die Lage
angespannt. Das Chaos um die US-Zölle sorgt einmal mehr für Unsicherheit.
Viele Unternehmen werden ihre Lieferketten wohl weiterhin überdenken.
Trotz all dieser Unberechenbarkeiten sehen wir erste Anzeichen einer
Stabilisierung des Welthandels.“
