Fraunhofer WKI im Wissenschaftsschaufenster: Die bunte Welt der Pilze
Vom 18. bis 20. März 2026 präsentiert das Fraunhofer WKI im
Wissenschaftsschaufenster Braunschweig (Waisenhausdamm 8) erste
Zwischenergebnisse des Projekts »LuminousNetworks«. Bei »LuminousNetworks«
steht Pilzmyzel als Material im Mittelpunkt. Als nachhaltiger und
funktionaler Werkstoff ist Myzel bereits ein Gamechanger in der
Biowerkstoffentwicklung. Durch die Arbeiten des im Projekt beteiligten
Künstlers Malte Taffner erstrahlen die Pilze aber auch in einem ganz neuen
Licht.
Im vom Fraunhofer-Netzwerk »Wissenschaft, Kunst und Design« geförderten
Projekt »LuminousNetworks« entsteht eine Kooperation der besonderen Art
zwischen Kunst und Wissenschaft. »Wir möchten die faszinierenden
Möglichkeiten von myzelbasierten Materialien einer breiten Öffentlichkeit
nahebringen. Der bildende Künstler Malte Taffner nutzt unser
technologisches Know-how, um Skulpturen aus Holzresten und lebendigem
Myzel zu erschaffen – bunt schillernd und mit natürlichem Schutzschild«,
berichtet der Projektleiter am Fraunhofer WKI, Dr. Henrik-Alexander
Christ.
In seiner künstlerischen Auseinandersetzung verknüpft Malte Taffner
technologische Innovationen mit aktuellen Fragestellungen im Hinblick auf
Diversität und Schutz als Überlebensstrategien in der Natur und für
soziale Gemeinschaften. Die Arbeiten Taffners orientieren sich an der
Ikonografie der griechischen Mythologie, dekonstruieren und modernisieren
diese jedoch zugleich. Dies wird durch die besondere Materialität und
Farbgebung der auf Holzresten kultivierten Pilzfamilie der Lackporlinge
(Ganoderma spp.) erreicht. »Ich nutze die Besonderheiten des Pilzmyzels
für meine Installationen, um menschliche Konzepte von Schutz, Kooperation
und Vielfalt im Hinblick auf Körper- und Geschlechterbilder auf
ästhetische Weise zu erweitern«, beschreibt Taffner.
Bei der Ausstellung steht eine Besonderheit der Pilze im Mittelpunkt:
Fluoreszenz, die durch UV-Licht sichtbar wird und das Myzel in bunten
Farben leuchten lässt. Dieser Effekt bleibt dem menschlichen Auge sonst
verborgen. »Das faszinierende Farbspiel verändert sich im Laufe der
Entwicklung des Myzels. Mithilfe von Schwarzlicht vor Ort sowie Foto- und
Filmaufnahmen möchten wir den Gästen des Wissenschaftsladens diese
schillernde Welt näherbringen«, erklärt Dr. Christ.
Im Rahmen eines Workshops vor der Veranstaltung haben Dr. Christ und Malte
Taffner gemeinsam mit den Teilnehmenden Skulpturen aus myzelbasierten
Materialien erstellt. Dabei setzten sich die Teilnehmenden künstlerisch
mit Pilzmyzel als lebendem Material auseinander und reflektierten zugleich
Machtstrukturen sowie Rollen- und Körperbilder. Die dabei entstandenen
Objekte werden ebenfalls im Wissenschaftsschaufenster zu sehen sein.
Programm im Wissenschaftsschaufenster:
Mittwoch, den 18. März 2026
16:00 Uhr: Eröffnung der Ausstellung und Führung, Henrik-Alexander Christ
und Malte Taffner
17:00 Uhr: Podiumsdiskussion mit dem Thema »Myzel.Macht.Körperbilder – Wie
lebende Materialien gesellschaftliche Reflexion anstoßen«.
Podiumsrednerinnen und Redner: Katrin Dohnt (TU Braunschweig), André
Fleißner (TU Braunschweig), Henrike Wenzel (TU Braunschweig), Havin Al-
Sindy (HBK Braunschweig), Henrik-Alexander Christ (Fraunhofer WKI), Malte
Taffner (freier Künstler) und Weitere. Moderation: Steven Eschig und
Tobias Robert (beide Fraunhofer WKI).
Donnerstag, den 19. März 2026
10:00 Uhr: Führung durch die Ausstellung für Studierende. Vorstellung des
Fraunhofer WKI als Arbeitgeber.
16:00 Uhr: Kinderbuchlesung in Kooperation mit dem Buchladen Bücherwurm
mit spannenden Büchern zu den Themen Pilze und Körperformen
Adresse und Öffnungszeiten:
Mittwoch, den 18. März 2026 bis Freitag, den 20. März 2026 von 10:00 Uhr
bis 17:00 Uhr. Waisenhausdamm 8, 38100 Braunschweig
Förderung:
Offizieller Projekttitel: LuminousNetworks – Biologische,
wissenschaftliche und kulturelle Vielfalt im Pilzgeflecht
Fördermittelgeber: Fraunhofer-Gesellschaft e. V. über das Fraunhofer-
Netzwerk »Wissenschaft, Kunst und Design«
Laufzeit: 1.9.2025 bis 31.8.2027
Das Fraunhofer WKI:
Wir bauen die Zukunft aus nachwachsenden Rohstoffen. Seit 1946.
Nachhaltigkeit ist seit der Gründung des Fraunhofer WKI im Jahre 1946 das
zentrale Thema. Der Gründer und Namensgeber Dr. Wilhelm Klauditz gilt als
Pionier der modernen Holzwerkstoffindustrie. Heute nutzt das Fraunhofer
WKI die ganze Bandbreite nachwachsender Rohstoffe, um daraus nachhaltige
Werkstoffe, Bauteile und Chemieerzeugnisse zu entwickeln.
Das Institut mit Standorten in Braunschweig, Hannover und Wolfsburg ist
spezialisiert auf Verfahrenstechnik, Formgebung und Komponentenfertigung
mit Biowerkstoffen, biobasierte Bindemittel und Beschichtungen,
Funktionalisierung, Brandschutz, Werkstoff- und Produktprüfungen,
Recyclingverfahren sowie den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen in
Gebäuden und Fahrzeugen. Darüber hinaus gehört das Fraunhofer WKI zu den
führenden Forschungseinrichtungen im Bereich Innenraumluftqualität.
Nahezu alle Verfahren und Produkte, die aus der Forschungstätigkeit des
Instituts hervorgehen, werden industriell genutzt. Mit seiner Forschung
und Entwicklung leistet das Fraunhofer WKI einen wichtigen Beitrag für den
Aufbau einer biobasierten Kreislaufwirtschaft (Zirkuläre Bioökonomie).
