Forschung unter extremen Bedingungen
Seit gut zehn Jahren forscht der Würzburger Lehrstuhl für Ägyptologie im
Horus-Tempel. Dabei ist dieses besondere Foto entstanden.
Ganz schön heiß kann es im Horus-Tempel von Edfu in Ägypten werden – bis
zu 50 Grad im Sommer. Dann macht die Arbeit keinen Spaß. Im Februar, als
dieses Foto entstand, ist es deutlich angenehmer. Dafür sind die Nächte
empfindlich kalt.
Die Füße im Bild gehören zwei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen vom
Lehrstuhl für Ägyptologie der Universität Würzburg – Victoria Altmann-
Wendling und Allister Humphrey. Was die beiden hier machen? Sie
vergleichen Faksimile-Zeichnungen der Inschriften und Reliefs im inneren
Kern des Tempels mit der Wirklichkeit.
Grundlage dieser Zeichnungen waren Fotos, die Forschungsteams bei früheren
Tempelbesuchen angefertigt hatten. Bevor die Zeichnungen wissenschaftlich
publiziert werden, wird nun akribisch kontrolliert, ob auch sämtliche
Details stimmen. Höhenangst sollten die beiden Wissenschaftlerinnen nicht
kennen: Die Räume sind bis zu neun Meter hoch, und das Gerüst reicht
natürlich bis unter die Decke.
Der Horus-Tempel von Edfu ist der besterhaltene Tempel Ägyptens. Er wurde
von 237 bis 57 v. Chr. gebaut und mit einem komplexen System aus
Inschriften und Bildern ‚dekoriert‘. Bilder und hieroglyphische Gestaltung
greifen dabei ineinander und machen den Tempel zu dem, was er ist: ein
Abbild des Kosmos nach ägyptischer Vorstellung.
Seit gut zehn Jahren forscht der Würzburger Lehrstuhl für Ägyptologie im
Horus-Tempel. Auch in den kommenden Jahren werden die Arbeiten
weitergehen.
