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DPG-Frühjahrstagung in Erlangen: Vom Universum bis zur Verantwortung der Wissenschaft

Rund 2.000 Wissenschaftler:innen aus dem In- und Ausland werden zur Jahres- und Frühjahrstagung der Deutsche Physikalische Gesellschaft erwartet, die vom 15. bis 20. März 2026 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) stattfindet.  Copyright: © DPG / Heupel 2025
Rund 2.000 Wissenschaftler:innen aus dem In- und Ausland werden zur Jahres- und Frühjahrstagung der Deutsche Physikalische Gesellschaft erwartet, die vom 15. bis 20. März 2026 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) stattfindet. Copyright: © DPG / Heupel 2025
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Die 89. Jahrestagung der Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und
Frühjahrstagung der Sektion Materie und Kosmos findet vom 15. bis 20. März
2026 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) statt.
Erwartet werden rund 2.000 Teilnehmende mit über 1.500 Beiträgen. Die
Tagung ist die letzte von drei DPG-Frühjahrstreffen mit insgesamt etwa
8.000 Forschenden. Öffentliche Veranstaltungen sind kostenfrei zugänglich.



Das Programm vereint Fachgebiete von Teilchen-, Astro- und Plasmaphysik
über Strahlen- und Medizinphysik bis zu Gravitation, Kosmologie und
Mathematischer Physik. Hinzu kommen fachübergreifende Themen zu Energie,
Künstlicher Intelligenz, Abrüstung und Geschichte der Physik.

Gastgeber ist das Erlangen Centre for Astroparticle Physics (ECAP) der
FAU, wo mehr als 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des
Lehrstuhls für Physik, des Lehrstuhls für Experimentalphysik sowie des
Lehrstuhls für Experimentelle Astroteilchenphysik ihre Expertise vereinen.
Neutrino-, Röntgen- und sehr hochenergetische Gammastrahlenastronomie
werden hier genauso untersucht wie die Neutrinophysik, die optische
Astronomie und die Entwicklung neuer Detektoren sowie Quantengravitation
und statistische Physik. Unter der organisatorischen Leitung von Prof. Dr.
Stefan Funk heißt das ECAP die Gäste der Tagung herzlich willkommen.

Zum wissenschaftlichen Programm gehört neben zahlreichen Fachvorträgen
auch die Festveranstaltung - mit der Verleihung der Max-Planck- und Stern-
Gerlach-Medaille, des Dissertationspreises der Sektion sowie Festvorträgen
von Karl Jakobs zur Higgs-Boson-Forschung und Robert-Wichard-Pohl-
Preisträger Matthias Bartelmann zu Fragen des modernen Physikunterrichtes.

Inhaltlich spannt die Tagung den Bogen von fundamentalen Bestandteilen,
Strukturen und der Entwicklung des Universums hin zu übergreifenden
Themen, wie der Entstehung des World Wide Web am CERN, regionalen
Konzepten zur Energiespeicherung oder Klimaeffekte nach dem Ausbruch des
Vulkans Hunga Tonga-Hunga Haʻapai. Weitere Themen sind die Beobachtung von
Gravitationswellen zur Erforschung von schwarzen Löchern, neuste
Ergebnisse vom Teilchenbeschleuniger LHC oder dem Status der neuen
deutschen Beschleunigeranlage FAIR sowie Künstliche Intelligenz im
Publikationswesen oder in der medizinischen Bildgebung.

Die Tagung bietet zudem eine zentrale Plattform für den wissenschaftlichen
Nachwuchs: Studierende und Promovierende präsentieren ihre Arbeiten vor
internationalem Fachpublikum und knüpfen Kontakte; die Buch- und
Industrieausstellung ermöglicht Einblicke in aktuelle Entwicklungen und
Berufsperspektiven.

Wissenschaft im Dialog | Öffentliche Veranstaltungen (Eintritt frei)

Highlights der Tagungen sind die öffentlichen Vorträge, die sich an ein
breiteres Publikum richten und den Dialog zwischen Wissenschaft und
Gesellschaft ermöglichen. Im Rahmen der DPG-Jahrestagung finden die Lise-
Meitner- sowie die Max-von-Laue-Lectures statt, die regelmäßig die
Verantwortung von Wissenschaften und Chancengleichheit thematisieren:

Dienstag, 17. März 2026, 19:00 – 20:00 Uhr, AudiMax
‣ Abendvortrag: „Zu Wasser, zu Eis und in der Luft: Astroteilchenphysik
mit Gammastrahlung und Neutrinos“
Claudio Kopper und Christopher van Eldik (FAU Erlangen-Nürnberg) zeigen,
dass Teilchen in „kosmischen Beschleunigern“ der Milchstraße weit höhere
Energien erreichen können, als es mithilfe des LHC am CERN möglich ist.
Sie gehen dem Rätsel mit modernsten Teleskopen und Neutrino-Detektoren
nach und zeigen ein völlig neues Bild des Universums.

Mittwoch, 18. März 2026, 19:00 – 20:00 Uhr, AudiMax
‣ Lise-Meitner-Lecture: „Gravitational wave astronomy -- quo vadis?“
Michèle Heurs (Leibniz Universität Hannover) nimmt die Zuhörer mit auf
eine Reise ins Universum. Sie erklärt die physikalischen Grundlagen der
interferometrischen Gravitationswellendetektion und zeigt die
technologischen Grenzen des Messbaren auf. Wie lassen sich
Quantenrauschen, seismische Störungen und thermische Effekte überwinden
und welche Rolle spielt „gequetschtes“ Licht? Der Vortrag wird auf
Englisch gehalten.

Donnerstag, 19. März 2026, 20:00 – 21:00 Uhr, AudiMax
‣ Max-von-Laue-Lecture: „My journey in Nuclear Physics – Quantum
Chromodynamics and the threat of nuclear annihilation“
Physik-Nobelpreisträger David Gross (University of California, Santa
Barbara, USA) hält die diesjährige Max-von-Laue-Lecture, die seit dem Jahr
2000 zu Ehren von Max von Laue stattfindet und von Wissenschaftler:innen
gehalten wird, die sich durch ein starkes politisches oder soziales
Engagement auszeichnen. Der Vortrag wird auf Englisch gehalten.

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG), deren Tradition bis
in das Jahr 1845 zurückreicht, ist die älteste nationale und mit mehr als
50.000 Mitgliedern auch mitgliederstärkste physikalische Fachgesellschaft
der Welt. Als gemeinnütziger Verein verfolgt sie keine wirtschaftlichen
Interessen. Die DPG fördert mit Tagungen, Veranstaltungen und
Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der wissenschaftlichen
Gemeinschaft und möchte allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen.
Besondere Schwerpunkte sind die Förderung des naturwissenschaftlichen
Nachwuchses und der Chancengleichheit. Sitz der DPG ist Bad Honnef am
Rhein. In Berlin unterhält die DPG ihre Hauptstadtrepräsentanz zur
Vernetzung mit Akteurinnen und Akteuren aus Politik und Gesellschaft.
Website: www.dpg-physik.de

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), gegründet
1743, zählt mit rund 40.000 Studierenden, über 600 Professorinnen und
Professoren sowie etwa 16.000 Mitarbeitenden zu den größten und
forschungsstärksten Universitäten Deutschlands. Rund 25 Prozent der
Studierenden kommen aus dem Ausland. Die FAU bietet als Volluniversität
mit fünf Fakultäten mehr als 275 Studiengänge und ein umfassendes
interdisziplinäres Profil. Sie erzielt 2024 über 300 Millionen Euro an
Drittmitteln und gehört regelmäßig zu den zehn bestgeförderten
Universitäten der DFG. Inhaltliche Schwerpunkte sind unter anderem
Immunmedizin, Quantentechnologien, Medizintechnik, neue Materialien,
Solarenergie, Künstliche Intelligenz und Menschenrechte. Enge
Kooperationen mit den führenden außeruniversitären Forschungseinrichtungen
und marktführenden Unternehmen stärken ihre Rolle als international
vernetzte und innovationsstarke Universität.