Mehr als 40 Organisationen fordern vor CDU-Parteitag: Kindergesundheit schützen, Limo-Abgabe einführen!
Bündnis aus Medizin, Wissenschaft, Verbraucherschutz und
Zivilgesellschaft unterstützt den
Vorstoß der CDU Schleswig-Holstein.
• Limo-Abgabe kann 16 Mrd. Euro gesamtgesellschaftliche Kosten einsparen.
• Organisationen fordern CDU und Bundesregierung zum Handeln auf.
Mehr als 40 Verbände und Organisationen fordern vor dem CDU-Parteitag die
Einführung einer Limo-Abgabe. Das Bündnis unterstützt die Initiative der
CDU Schleswig-Holstein. Der
Landesverband will einen Parteitagsantrag und eine Bundesratsinitiative
für eine Herstellerabgabe
auf stark zuckerhaltige Getränke einbringen.
Offener Brief zum Download: https://www.foodwatch.org/file
/Zucker-Fett-und-Co/Dokumente/
Zuckergesüßte Getränke seien „ein zentraler Treiber für Adipositas,
Typ-2-Diabetes und Karies“, heißt es in dem offenen Brief an Bundeskanzler
Friedrich Merz, die Bundesregierung und die Delegierten des CDU-
Parteitags. Eine Limo-Abgabe könne den Zuckerkonsum über Getränke deutlich
reduzieren. Daskönnte Hunderttausende Erkrankungen verhindern und 16
Milliarden Euro gesamtgesellschaftlichen Kosten einsparen. Der Appell: Es
brauche jetzt „entschlossenes Handeln“.
„Der Antrag der CDU Schleswig-Holstein zeigt, dass gute Präventionspolitik
keine Parteifarbe haben muss. Eine Zuckersteuer ist nicht nur politisch
und ökonomisch geboten, sondern auch Ausdruck des Wählerwillens. Die
Wissenschaft ist sich einig und die Mehrheit der Deutschen befürwortet
eine gesundheitsfördernde Besteuerung für diese flüssigen Zuckerbomben.
Die Delegierten des Bundesparteitages sollten sich der Debatte
ergebnisoffen stellen und sich nicht von fadenscheinigen Argumenten wie
Eigenverantwortung und erfolglosen Strategien der Selbstverpflichtung der
Industrie blenden lassen“, sagte Barbara Bitzer von der Deutschen Allianz
nichtübertragbare Krankheiten (DANK).
„Die Industrie hat ihr Versprechen, den Zuckergehalt in Softdrinks
deutlich zu senken, nicht eingelöst. Gleichzeitig sind immer mehr Kinder
und Jugendliche von Übergewicht und Adipositas betroffen. Diese
Entwicklung sehen wir Ärztinnen und Ärzte mit großer Sorge. Deshalb
brauchen wir jetzt eine wirksame Zuckerabgabe, deren Einnahmen gezielt in
Prävention und Gesundheitsversorgung fließen. Das kann dabei helfen, den
Konsum zuckerhaltiger Getränke zu senken und gesündere Alternativen
attraktiver zu machen. Die Bundesregierung muss jetzt endlich handeln und
die Zuckersteuer auf den Weg bringen“, sagte Dr. med. Klaus Reinhardt,
Präsident der Bundesärztekammer (BÄK).
„Wir können nicht weiter darauf hoffen, dass Coca-Cola, Red Bull und Co.
freiwillig weniger Zucker in ihre Getränke kippen. Über hundert Länder
weltweit haben bereits Limo-Steuern eingeführt, um die Gesundheit von
Kindern und Jugendlichen zu schützen – es wird Zeit, dass Deutschland
endlich nachzieht! Eine Zuckersteuer wirkt – das zeigt das Beispiel
Großbritannien: In England hat eine Fanta ungefähr halb so viel Zucker wie
in Deutschland“, so Luise Molling von foodwatch Deutschland.
Das Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten
(DANK) und die Verbraucherorganisation foodwatch haben den Aufruf
gestartet. Zu den Unterzeichnern zählen die Bundesärztekammer (BÄK), die
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), die
Bundeszahnärztekammer (BZÄK), die Deutsche Krankenhausgesellschaft und das
Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW).
Bundesernährungsminister Alois Rainer von der CSU lehnt eine Limo-Abgabe
ab. Die CDU berät auf ihrem Parteitag am 20. und 21. Februar in Stuttgart
darüber.
Quellen und weiterführende Informationen:
- Offener Brief „Kindergesundheit schützen, Limo-Abgabe einführen!“:
https://www.foodwatch.org/file
Co/Dokumente/2026_02_18_Offene
- Adipositas verursacht jährlich etwa 113 Milliarden Euro Folgekosten
(Leopoldina Nationale Akademie der Wissenschaften):
https://www.leopoldina.org/fil
- Zuckergehalt in Getränken in UK um 35 Prozent gesunken (siehe S. 10):
https://assets.publishing.serv
- Weltgesundheitsorganisation (WH0): Zuckergetränke ein zentraler
Risikofaktor für Adipositas und Diabetes:
https://iris.who.int/server/ap
- 8,9 Mio. Menschen in Deutschland mit Diabetes:
https://www.ddg.info/fileadmin
- Harvard Uni zu Gesundheitsrisiken von Zuckergetränken:
https://nutritionsource.hsph.h
Über das Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare
Krankheiten (DANK):
Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) ist ein
Wissenschaftsbündnis aus 24 medizinisch-wissenschaftlichen
Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen, das sich seit
15 Jahren für Maßnahmen der Verhältnisprävention zur Verhinderung von
Krankheiten wie Adipositas, Diabetes, Krebs und Herz-Kreislaufkrankheiten
einsetzt. Mehr über DANK: www.dank-allianz.de
