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Welttag der sozialen Gerechtigkeit: DDG fordert faire Chancen im Beruf für Menschen mit Diabetes

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Anlässlich des Welttages der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar macht
die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) auf Benachteiligungen von
Menschen mit Diabetes im Berufsleben aufmerksam. Fast 10 Millionen
Menschen in Deutschland leben mit der Stoffwechselerkrankung, die meisten
von ihnen im erwerbsfähigen Alter.

Dennoch gelten in einigen Bereichen
weiterhin pauschale Ausschlüsse – etwa bei Polizei, Bundeswehr oder im
Luftverkehr. In seinem neuen Positionspapier „Diabetes und Arbeit“ fordert
der Ausschuss „Soziales“ der DDG eine individuelle, statt diagnosebezogene
Beurteilung und moderne rechtliche Rahmenbedingungen.

Der bevorstehende Aktionstag weist weltweit auf Armut, fehlende Teilhabe
und Diskriminierung hin. Im Sinne einer Chancengleichheit und fairen
Arbeitsbedingungen. gehört aus Sicht der DDG die gleichberechtigte
berufliche Teilhabe von Menschen mit chronischen Erkrankungen dazu.
„Diabetes ist in den allermeisten Fällen kein Hindernis für eine sichere
und verantwortungsvolle Berufsausübung“, sagt Dr. med. Wolfgang Wagener,
Vorsitzender des Ausschusses Soziales der Deutschen Diabetes Gesellschaft
(DDG), Ärztlicher Referent bei der Deutschen Rentenversicherung Rheinland
und Diabetologe in Düsseldorf. „Moderne Therapien haben das Risiko
schwerer Unterzuckerungen deutlich gesenkt.“ So überwachen kontinuierliche
Glukosemesssysteme (CGM) den Gewebezucker rund um die Uhr und warnen
frühzeitig. Systeme zur automatisierten Insulinabgabe (AID) passen die
Insulinzufuhr an. Neue Medikamente für Menschen mit Typ-2-Diabetes senken
den Blutzucker, ohne Unterzuckerungen auszulösen. Vor allem die 2025
aktualisierte AWMF-Leitlinie „Diabetes und Straßenverkehr“ zeigt, wie sehr
sich die Sicherheit durch moderne Behandlung verbessert hat.

Pauschale Verbote stehen im Widerspruch zum Recht
Trotz dieser innovativen Entwicklungen bestehen jedoch in Deutschland
weiter pauschale Ausschlüsse für Menschen mit insulinpflichtigem Diabetes,
unter anderem bei Polizei, Bundeswehr oder in Teilen der Luft- und
Seefahrt. Im internationalen Vergleich wird hierzulande oft restriktiver
entschieden.
Das DDG Positionspapier stellt klar: Pauschale Berufsverbote widersprechen
dem Gleichheitsgebot des Grundgesetzes sowie dem Arbeitsschutzgesetz.
Arbeitsmedizinische Beurteilungen müssen individuell und
arbeitsplatzbezogen erfolgen. „Eine Diagnose allein darf kein
Ausschlusskriterium sein. Entscheidend sind die individuelle
Stoffwechseleinstellung, die Schulung und das konkrete Risiko“, betont
Wagener. Er warnt davor, dass pauschale Regelungen dazu führen, dass
Betroffene aus Angst vor Nachteilen ihre Erkrankung verschweigen. „Wenn
Betroffene nicht offen mit der Erkrankung umgehen können, erhöhen sich
mögliche Risiken, statt sie zu senken“, so Wagener.

Verantwortung teilen – Sicherheit stärken
Gut geschulte und verantwortungsbewusste Menschen mit Diabetes können nach
Einschätzung der Experten fast alle Tätigkeiten sicher ausüben.
Voraussetzungen sind gezielte Schulung sowie ein gutes Selbstmanagement
mit regelmäßiger Kontrolle und angepasster Therapie.
Zugleich fordert die Fachgesellschaft geeignete betriebliche
Rahmenbedingungen. Dazu gehören Zeit für Glukosemessungen, Mahlzeiten oder
Arzttermine sowie Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung, etwa
zu Bewegung und Ernährung. „Soziale Gerechtigkeit in der
Diabetesversorgung bedeutet, Barrieren abzubauen – auch im Berufsleben.
Moderne Medizin darf nicht an veralteten Regelwerken scheitern“, erklärt
Professorin Dr. Julia Szendrödi, Präsidentin der Deutschen Diabetes
Gesellschaft (DDG) und Ärztliche Direktorin der Klinik für Endokrinologie,
Diabetologie, Stoffwechselkrankheiten und Klinische Chemie des
Universitätsklinikums Heidelberg.
Die DDG fordert Politik, Arbeitgeber und sicherheitsrelevante Branchen
auf, bestehende Vorschriften an den aktuellen Stand der Diabetologie
anzupassen und individuelle Beurteilungen zur Regel zu machen. So lasse
sich Sicherheit gewährleisten und zugleich Diskriminierung abbauen.

Das neue Positionspapier „Diabetes und Arbeit“ ist ein Schwerpunkt der DDG
Jahrespressekonferenz am 24. Februar 2026 in Berlin, die unter dem Titel
„Mittendrin oder abgehängt – Wie sozial gerecht ist die Diabetesversorgung
in Deutschland?“ stattfindet. Dort beleuchten Expertinnen und Experten der
Fachgesellschaft soziale Ungleichheit in der Diabetesversorgung aus den
Perspektiven Gender, regionaler Unterschiede, Digitalisierung und
beruflicher Teilhabe.

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Terminhinweis:

Jahrespressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) 2026

Termin:
Dienstag, 24. Februar 2026, 11.00 bis 12.00 Uhr

Vor Ort:
Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz, Raum 1-2,
Schiffbauerdamm 40/Ecke Reinhardtstraße 55, 10117 Berlin

oder im Livestream unter:
https://v2.ims-cms.net/pub/27197/20260224-ddg-pk/

Hier finden Sie weitere Informationen:
https://www.ddg.info/pressekonferenzen/jahrespressekonferenz-der-
deutschen-diabetes-gesellschaft-ddg-2026

https://idw-online.de/de/event80888?ipc_year=&ipc_month=