Neues Online-Tool: Klimaschutz motivierend und sozial gerecht gestalten
Klimaschutzmaßnahmen werden nur dann umgesetzt und langfristig erfolgreich
sein, wenn sie gesellschaftlich unterstützt werden. In einem unabhängigen,
durch Spenden und Eigenmittel finanzierten Projekt hat das Öko-Institut
untersucht, welche Faktoren dazu beitragen, dass Maßnahmen als motivierend
und sozial gerecht wahrgenommen werden.
Online-Tool für breit unterstützte Klimaschutzmaßnahmen
Im Projekt wurde der „Maßnahmencheck Klimapolitik & Gesellschaft“
entwickelt. Das Online-Tool unterstützt Akteurinnen und Akteure dabei,
Maßnahmenideen für den Klima- und Umweltschutz so auszugestalten und zu
kommunizieren, dass gesellschaftliche Akzeptanz-, Gerechtigkeits- und
Motivationsfaktoren frühzeitig berücksichtigt werden. Der Maßnahmencheck
richtet sich vor allem an Akteure mit wenig Zeit oder wenig Vorwissen zu
gesellschaftlichen Aspekten des Klimaschutzes. Dabei kann es sich zum
Beispiel um Kommunalverwaltungen, zivilgesellschaftliche Initiativen oder
politische Beratungsgremien wie Klimabeiräte handeln.
„Das Tool soll Akteure während der Entwicklung von Maßnahmen für
gesellschaftliche Aspekte sensibilisieren und helfen, mögliche
Schwachstellen frühzeitig zu erkennen“, sagt Dirk Arne Heyen,
Projektleiter am Öko-Institut. „So können Aspekte, die die Zustimmung und
Motivation steigern, bereits frühzeitig eingeplant werden.“ Anhand von
Leitfragen zu sieben verschiedenen Prüfaspekten erhalten Nutzerinnen und
Nutzer eine kurze Einschätzung sowie konkrete Empfehlungen, wie sie
Maßnahmen sozial gerechter gestalten, besser kommunizieren und
wirkungsvoller umsetzen können.
Gezielte Förderung ermöglicht Teilhabe am Klimaschutz
Forschungsergebnisse zeigen etwa, dass die Sorge vor finanzieller
Überforderung durch Klimaschutzmaßnahmen weit verbreitet ist. Dies ist bei
der Entwicklung neuer Maßnahmen zu beachten, zum Beispiel durch
zielgerichtete und einkommensabhängige Förderinstrumente. Dadurch können
vulnerable Gruppen wie Haushalte mit geringem Einkommen nicht nur
geschützt werden, sondern auch am Klimaschutz teilhaben und zum Beispiel
von langfristigen Kosteneinsparungen durch klimafreundliche Technologien
profitieren. Das führt dazu, dass Klimaschutzmaßnahmen eher unterstützt
werden, da sie als sozial gerecht empfunden werden.
Wirksame Maßnahmen und gelingende Kommunikation
Geplante Klimaschutzmaßnahmen leicht verständlich zu kommunizieren, ist
ein weiterer wichtiger Faktor für die Akzeptanz und Motivationswirkung.
„Wichtig für Menschen ist, dass Maßnahmen wirksam und gut umsetzbar sind.
Dies sollte bei der Kommunikation im Fokus stehen“, so der
Wissenschaftler. In den im Projekt durchgeführten Fokusgruppen hat sich
eine Vielfalt an Faktoren gezeigt, die Menschen hemmen, Klimaschutz zu
unterstützen und umzusetzen. Wie etwa die Sorge um Brandgefahr oder zu
geringer Reichweite bei Elektroautos. Dort muss die Kommunikation
ansetzen, zielgruppenspezifisch Informationen bereitstellen und Vorteile
anhand von alltagsnahen Beispielen herausstellen. Auch sollten
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gewonnen werden, deren Vorbild zum
Handeln motiviert.
Das Online-Tool und weitere Publikationen entstanden im Spendenprojekt
„Bausteine motivierender und sozial gerechter Klimapolitik“
[https://www.oeko.de/projekte/
gerechter-klima-und-umweltpoli
Projekts wurden unter anderem der Forschungsstand zum Thema ausgewertet
sowie vier Fokusgruppen mit Bürger*innen zu den Themen Gebäudesanierung
und Elektromobilität durchgeführt.
https://www.oeko.de/massnahmen
Gesellschaft
https://www.oeko.de/publikatio
gerechtigkeitsempfinden-in-der
Policy Brief „Motivationsfaktoren und Gerechtigkeitsempfinden in der
Bevölkerung bei Klimaschutzmaßnahmen“ des Öko-Instituts
https://www.oeko.de/publikatio
einstellungen-zur-elektromobil
ländlichen Raum und ihre Einstellungen zur Elektromobilität“ des Öko-
Instituts
https://www.oeko.de/publikatio
ihre-einstellungen-zur-gebaeud
Hauseigentümer*innen und ihre Einstellungen zur Gebäudesanierung“ des Öko-
Instituts
https://www.oeko.de/podcast/wi
bitte!“ Episode 45 „Wie wird Klimaschutz gerecht?“ mit Jonathan Schreiber,
veröffentlicht am 29.1.2026
