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»FLUORBEST«: Ein Schritt zur nachhaltigen Substitution von Fluorpolymeren - Industriepartner gesucht!

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In dem neuen Projekt »FLUORBEST« befasst sich ein Konsortium unter Leitung
des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit
LBF mit der Substitution von Fluorpolymeren. Der Fokus liegt auf der
Entwicklung einer Bewertungsmethodik, die technische und
(öko)toxikologische Aspekte integriert.

Gefördert vom Bundesministerium
für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), setzt »FLUORBEST« auf
KI-gestützte Datenanalysen und eine semantisch strukturierte Datenbasis.
Industrieunternehmen profitieren von Entscheidungsgrundlagen und
innovativen Ansätzen zur Bewertung von Alternativen in ausgewählten
technischen Anwendungen. Interessierte können sich aktiv beteiligen.

Systematische Erschließung von Substitutionspotenzialen für Fluorpolymere
in technischen Anwendungen durch Forschung und Industriekooperation

Forschende des Fraunhofer LBF haben zusammen mit weiteren Fraunhofer-
Instituten und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
das Verbundprojekt »FLUORBEST« ins Leben gerufen, um
Substitutionspotenziale für Fluorpolymere systematisch zu erschließen. Dem
Konsortium gehören auch das Fraunhofer IWM (Fraunhofer-Institut für
Werkstoffmechanik IWM), IFAM (Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik
und angewandte Materialforschung) und ITEM (Fraunhofer-Institut für
Toxikologie und Experimentelle Medizin) an. Es wird durch einen Beirat aus
Industrie, Wissenschaft und Verbänden ergänzt.

Hintergrund der Projektinitiative sind geplante regulatorische Maßnahmen
und die dringende Notwendigkeit, Alternativen für industrielle Anwendungen
zu finden. Ziel ist eine neue methodische Bewertungsbasis, die technische
und (öko)toxikologische Aspekte berücksichtigt und als
Entscheidungsgrundlage für eine schnelle, nachvollziehbare Bewertung der
Substituierbarkeit dient. Die semantisch strukturierte Datenbasis wird an
die Plattform zur Digitalisierung von Materialdaten »MaterialDigital«
angebunden. »Mit FLUORBEST wollen wir eine nachvollziehbare
Entscheidungsbasis für die Substituierbarkeit von Fluorpolymeren in
ausgewählten Anwendungen schaffen: So erhalten Industriepartner
transparente und faktenbasierte Wege zur Einschätzung möglicher
Alternativen, insbesondere ob und unter welchen Bedingungen eine
Substitution möglich ist.«, erläutert Dr. Frank Schönberger, Projektleiter
»FLUORBEST« am Fraunhofer LBF. Prof. Dr. Christoph Eberl vom Fraunhofer
IWM ergänzt: »Die Anbindung an die BMFTR-Förderinitiative MaterialDigital
macht Ergebnisse unmittelbar nutzbar für Industrie und Forschung und
beschleunigt – wo möglich – den Weg zu fluorfreien Lösungen«.

Interessierte Unternehmen können sich aktiv beteiligen

Das Projekt umfasst eine enge Zusammenarbeit mit der Industrie, um
spezifische Anforderungsprofile zu ermitteln und Anwendungsszenarien (User
Journeys) zu entwickeln. Diese Interaktion ist entscheidend, um die
Anwendbarkeit der Methoden zu gewährleisten. Im Projekt werden zunächst
sektorenübergreifend Anforderungen an Fluorpolymere und deren
Kerneigenschaften zusammengetragen. Zur Entwicklung einer Methodik im
weiteren Verlauf des Projektes wird dann auf den Sektor »Sealings« des
ECHA-Beschränkungsvorschlags fokussiert.

Die erwarteten Ergebnisse umfassen eine belastbare Bewertungsmethodik zur
Substitution von Fluorpolymeren in ausgewählten technischen Anwendungen
sowie ein benutzerfreundliches Datenportal. Dabei werden sowohl
kommerziell verfügbare Alternativen als auch der Stand der Technik und
Wissenschaft bewertet. Unternehmen können so direkt von den gewonnenen
Erkenntnissen profitieren. Mit »FLUORBEST« möchte das Konsortium die
Brücke zwischen Forschung und industrieller Anwendung schlagen und
nachhaltige Lösungen vorantreiben.
Das Projekt wird als Innovationsvorhaben vom Bundesministerium für
Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und läuft bis
Januar 2028.

Workshop am 24. März 2026 zur Ermittlung, Konkretisierung und
Systematisierung von Anforderungen und Kriterien bei der Bewertung
möglicher Substitute von Fluorpolymeren am Beispiel von Anwendungen im
Sektor »Sealings«. Zielgruppe: Hersteller von Dichtungen, Maschinenbauer,
Anwender und Rohstofflieferanten.