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Ungewöhnliche Spezialisten mit widersprüchlichen Anforderungen: Phototrophe Acidobakterien

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Mikrobe des Monats: Chloracidobacterium validum – valide Beschreibung
einer neuen Familie und Ordnung der Acidobacteria
Die Abteilung Mikroorganismen des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung
von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH beherbergt über 600
chlorophototrophe Bakterienstämme. Das sind Mikroben, die mithilfe von
(Bacterio)Chlorophyll-Pigmenten Licht sammeln und daraus die Energie
ziehen, die sie zum Leben brauchen.

Mit dem kürzlich publizierten
Bakterium Chloracidobacterium validum DSM 113832T umfasst die Bakterien-
Sammlung der DSMZ
(https://www.dsmz.de/collection/catalogue/microorganisms/catalogue) jetzt
Repräsentanten aller acht bakteriellen Phyla, in denen chlorophototrophe
Vertreter bisher weltweit nachgewiesen wurden (Cyanobacteria,
Pseudomonadota, Chlorobi, Chloroflexota, Firmicutes, Gemmatimonadetes,
Eremiobacterota und Acidobacteriota).

Bakterien aus heißen Quellen im Yellowstone National Park
Zwanzig Jahre nach der ersten Entdeckung dieser neuartigen und
ungewöhnlichen Mikroben in einer Bakterienmatte in einer heißen Quelle im
Yellowstone National Park wurde der taxonomische Name der Gattung
Chloracidobacterium anhand eines Isolates aus Rupite, Bulgarien, für die
Nachwelt „valide“ publiziert und ein für die Forschung ohne
Einschränkungen zugänglicher Typenstamm verfügbar gemacht.
Chloracidobacterium validum ist nach C. thermophilum der zweite isolierte
Vertreter und offizieller Typenstamm dieser ungewöhnlichen Gattung, die
Charakteristika der strikt anaeroben grünen Schwefelbakterien (Chlorobi)
und den Sauerstoff produzierenden Cyanobakterien in einem Organismus
vereint. „Mit der Kür dieses Bakteriums als ‘Microbe of the Month‘
bestätigt die international renommierte Microbiology Society den
besonderen Status dieser ungewöhnlichen, wählerischen und schwer
fassbaren, thermophilen, microaeroben, chlorophototrophen Spezialisten“,
informiert Dr. Vera Thiel, Kuratorin für halophile und phototrophe
Bakterien des Leibniz-Instituts DSMZ.

Die DSMZ-Bakterien-Sammlung ist weltweit einzigartig umfangreich
Mit der Verfügbarkeit von rund 80 Prozent aller beschriebenen
Bakterienarten beherbergt das Leibniz-Institut DSMZ den Großteil der
bisher bekannten bakteriellen Diversität sowie einen weltweit
einzigartigen Bestand an menschlichen und tierischen Zelllinien,
Pilzstämmen, Pflanzenviren, Bakteriophagen und genomischer Bakterien-DNA
für Forschungszwecke. Die DSMZ versorgt Forschende global mit
Bioressourcen. Rund 2.500 neue Kulturen werden in der Braunschweiger
Sammlung jährlich hinterlegt und machen sie zur größten und vielfältigsten
Bioressourcensammlung der Welt. Jährlich gibt die DSMZ rund 40.000
Bioressourcen an ungefähr 10.000 Kunden in 80 Ländern ab.

DSMZ-Pressekontakt
PhDr. Sven-David Müller, Pressesprecher des Leibniz-Instituts DSMZ-
Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH
Tel.: 0531/2616-300
E-Mail: <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. >

Über das Leibniz-Institut DSMZ
Das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und
Zellkulturen GmbH ist die weltweit vielfältigste Sammlung für biologische
Ressourcen (Bakterien, Archaeen, Protisten, Hefen, Pilze, Bakteriophagen,
Pflanzenviren, genomische bakterielle DNA sowie menschliche und tierische
Zellkulturen). An der DSMZ werden Mikroorganismen sowie Zellkulturen
gesammelt, erforscht und archiviert. Als Einrichtung der Leibniz-
Gemeinschaft ist die DSMZ mit ihren umfangreichen wissenschaftlichen
Services und biologischen Ressourcen seit 1969 globaler Partner für
Forschung, Wissenschaft und Industrie. Die DSMZ ist als gemeinnützig
anerkannt, die erste registrierte Sammlung Europas (Verordnung (EU) Nr.
511/2014) und nach Qualitätsstandard ISO 9001:2015 zertifiziert. Als
Patenthinterlegungsstelle bietet sie die bundesweit einzige Möglichkeit,
biologisches Material nach den Anforderungen des Budapester Vertrags zu
hinterlegen. Neben dem wissenschaftlichen Service bildet die Forschung das
zweite Standbein der DSMZ. Das Institut mit Sitz auf dem Science Campus
Braunschweig-Süd beherbergt mehr als 92.500 Bioressourcen und hat fast 230
Beschäftigte. https://www.dsmz.de

Über die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 96 eigenständige
Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-,
Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und
Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute
widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen.
Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den
übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten
wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte
Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im
Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und
informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-
Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen - in Form der
Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In-
und Ausland. Die Leibniz-Institute unterliegen einem transparenten und
unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen
Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft
gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 21.400 Personen,
darunter 12.170 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das
Finanzvolumen liegt bei 2,3 Milliarden Euro. https://www.leibniz-
gemeinschaft.de