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GFFA-Podiumsgäste diskutierten über die Herausforderungen einer effizienten Wassernutzung in der Landwirtschaft

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Am 16. Januar 2026 veranstaltete das IAMO gemeinsam mit der German
Agribusiness Alliance (GAA) eine Podiumsdiskussion zum Thema „Auf den
Punkt: Nachhaltige Wassernutzung und innovative Agrartechnologien in der
Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens“. Das Fachpodium fand im
Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) im CityCube Berlin
statt.



Wasser ist Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und den Menschen. Vor allem
in Zeiten des Klimawandels ist die effiziente Nutzung des Wassers von
großer Bedeutung, um die Lebensmittelproduktion auch in zunehmend
trockenen Regionen sicherzustellen. Die internationalen Podiumsgäste aus
Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten darüber, wie eine
nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft entwickelt und ausgebaut
werden kann.

In der Eröffnungsrede des Fachpodiums machte Martina Englhardt-Kopf,
Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für
Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), auf die Bedeutung von Wasser
als Bestandteil allen Wirtschaftens aufmerksam. Das GFFA biete eine
fachliche Plattform, um sich über ein effizientes Wassermanagement und
neueste Technologien in der Landwirtschaft auszutauschen.

IAMO-Wissenschaftler Nodir Djanibekov wies in seinem Vortrag auf die
unterschiedliche Verfügbarkeit von Wasser in verschiedenen Ländern
Zentralasiens und Europas hin. Die Wassermenge entscheide darüber, welche
landwirtschaftlichen Kulturen in welchem Umfang angebaut werden können. Er
merkte an, dass allen Landwirt:innen ein Zugang zu wissenschaftlichen
Erkenntnissen und Investitionen in digitale Technologien ermöglicht werden
solle, um die Wassernutzungseffizienz in der Landwirtschaft zu verbessern.

Im Bereich des Wassermanagements, moderner Bewässerungsanlagen und KI-
basierter Technologien kann die Ukraine bereits auf besondere Erfolge
zurückblicken, erklärte Vizeminister Taras Vysotskyi, Ministerium für
Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft der Ukraine. Vor dem Hintergrund, in
den nächsten Jahren der Europäischen Union beitreten zu wollen, setze sich
das Land vor allem mit Anpassungen der ukrainischen Agrarwirtschaft an die
europäischen Standards auseinander. Durch die aktuellen Kriegsgeschehnisse
bestehen jedoch noch große Herausforderungen, insbesondere im Bereich
landwirtschaftlicher Fachkräfte, eingeschränkter Exportwege, zerstörter
Produktionsstätten und finanzieller Mittel in der Landwirtschaft.

Der stellvertretende Agrarminister der Republik Kasachstan, Azat Sultanov,
erläuterte, dass der Einsatz wassersparender Technologien ein zentrales
Ziel in der Landwirtschaft Kasachstans sei. An der Zusammenarbeit mit
ausländischen Institutionen und Unternehmen zu intelligenten
Bewässerungssystemen für eine nachhaltige Landwirtschaft sei die Regierung
sehr interessiert und unterstütze dies bereits intensiv mit staatlichen
Förderungen und Krediten.

Der Landwirt Torben Reelfs, Inhaber von BIORENA in der Ukraine,
berichtete, dass nicht nur der Wassermangel, sondern auch der Überfluss an
Wasser zu größeren Ernteausfällen führen könne. Bei der Entwicklung und
dem Einsatz neuer Technologien müsse vor allem die Ungleichverteilung von
Niederschlägen berücksichtigt und koordiniert werden. Neben
Bewässerungsanlagen ginge es somit auch um den Ausbau von
Entwässerungsgräben in besonders wasserreichen Regionen.

Mit der Frage nach einer optimalen Bodennutzung in der Landwirtschaft
beschäftigt sich Niels Grabbert, CEO und Gründer des Unternehmens Stenon
GmbH. Er merkte an, dass die Zusammensetzung und Gegebenheiten des Bodens
einen wesentlichen Einfluss darauf haben, wie viel Wasser im Boden
gespeichert werden kann. Resiliente Echtzeit-Bodendaten helfen
Landwirt:innen dabei, richtige Entscheidungen zur Bewässerung und Düngung
des Bodens zu treffen, die Bodenqualität zu verbessern und somit höhere
Ernten zu generieren sowie Betriebskosten zu senken.

Die Podiumsteilnehmenden und der Moderator Dirk Stratmann, Ländersprecher
Ukraine/Zentralasien bei der German Agribusiness Alliance (GAA), waren
sich einig, dass der Einsatz und die Weiterentwicklung eines modernen
Wassermanagements und wassereffizienter Agrartechnologien eine
entscheidende Bedeutung haben, um die Nahrungsmittelproduktion und damit
die Ernährungssicherheit für nachfolgende Generationen in Osteuropa und
Zentralasien sicherzustellen.

Über das GFFA

Das 18. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) fand vom 14. bis 17.
Januar 2026 unter dem Titel „Wasser. Ernten. Unsere Zukunft“ in Berlin
statt. Das GFFA ist eine internationale Konferenz zu agrar- und
ernährungspolitischen Fragen. Es wurde vom Bundesministerium für
Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) in Kooperation mit der Messe
Berlin GmbH veranstaltet.

Über die German Agribusiness Alliance (GAA)

Die German Agribusiness Alliance (GAA) ist eine Initiative führender
Verbände und Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Sie dient
als Plattform für den Austausch und die Bündelung wirtschaftlicher
Interessen bei der Zusammenarbeit mit Transformations-, Schwellen- und
Entwicklungsländern (Partnerländer) im Agrar- und Ernährungssektor.
Bekannt wurde sie vor allem unter ihrer langjährigen deutschsprachigen
Bezeichnung „Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft“. Weitere Informationen:
https://www.german-agribusiness-alliance.de

Über das IAMO

Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien
(IAMO) widmet sich der Analyse von wirtschaftlichen, sozialen und
politischen Veränderungsprozessen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft
sowie in den ländlichen Räumen. Sein Untersuchungsgebiet erstreckt sich
von der sich erweiternden EU über die Transformationsregionen Mittel-,
Ost- und Südosteuropas bis nach Zentral- und Ostasien. Das IAMO leistet
dabei einen Beitrag zum besseren Verständnis des institutionellen,
strukturellen und technologischen Wandels. Darüber hinaus untersucht es
die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Agrar- und Ernährungssektor
sowie die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung. Für deren Bewältigung
werden Strategien und Optionen für Unternehmen, Agrarmärkte und Politik
abgeleitet und analysiert. Seit seiner Gründung im Jahr 1994 gehört das
IAMO als außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft
an.

Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)
Theodor-Lieser-Straße 2
06120 Halle (Saale)
http://www.iamo.de

Originalpublikation:
https://www.iamo.de/presse/pressemitteilungen/artikel/podiumsgaeste-des-
gffa-diskutierten-ueber-die-herausforderungen-einer-effizienten-

wassernutzung-in-der-landwirtschaft-osteuropas-und-zentralasiens