Hochschule Stralsund arbeitet an der Akzeptanz für erneuerbare Energien
Das Verbundprojekt ReEnAct bringt an der Hochschule Stralsund
Projektpartner und Bürger*innen zusammen, um auf Basis realer Daten
Akzeptanz, Beteiligung und Verständnis für Erneuerbare Energien zu
fördern.
Akzeptanz und Verständnis für erneuerbare Energien und ihre
gesellschaftliche Notwendigkeit herzustellen, ist eine facettenreiche
Herausforderung. Dieser widmet sich die Hochschule Stralsund, genauer das
Institut für Regenerative EnergieSysteme, im Verbundprojekt ReEnAct mit
drei weiteren Forschungseinrichtungen (Reiner Lemoine Institut, DUENE,
ROSIS) und dem Verein Stadtgespräche sowie dem Wind Energy Network und
bringt dabei ihre fachliche Expertise im Bereich der Erneuerbaren Energien
gezielt ein. Seit Januar 2025 arbeiten sie daran, eine gute
Entscheidungsgrundlage für die Gestaltung der Energietransformation im
Amtsbereich Peenetal/Loitz zu entwickeln.
Am Montag, 26. Januar, von 9.30 bis 16.30 Uhr, findet dazu ein ganztägiges
Projekttreffen an der Hochschule Stralsund (Haus 4, Hörsaal 214) statt.
Projektpartner aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft kommen
zusammen, um bisherige Ergebnisse vorzustellen, gemeinsam zu diskutieren
und nächste Schritte abzustimmen.
Bereits jetzt zeigt sich: ReEnAct ist erfolgreich – vor allem, weil der
Austausch mit den Bürger*innen vor Ort gelingt. Im gewählten
Beteiligungsformat eines Energierates wurde offen, transparent und
konstruktiv diskutiert. Positiver wie auch kritischer Input wurde
gleichermaßen aufgenommen und produktiv genutzt. Besonders hilfreich
erwies sich dabei ein im Projekt eingesetztes Planungstool, der
Energieplaner, der komplexe Zusammenhänge eines Energieystems im
ländlichen Raum anschaulich darstellt.
Nach umfangreichen Schulungen wurden Bürger*innen und weitere Beteiligte
thematisch auf einen gemeinsamen Wissensstand gebracht. So konnten sie
sich fundiert anhand des Tools zu erneuerbaren Energien, regionalen
Bedarfen und unterschiedlichen Entwicklungspfaden und Szenarien
austauschen und Lösungsvorschläge entwickeln. Mitarbeiter Mohammad Amin
lieferte dafür Potenzialanalysen für das vom Reiner Lemoine Institut
programmierte Tool, die auf realen regionalen Energiedaten basieren. Die
Teilnehmenden konnten selbst an verschiedenen Stellschrauben drehen – etwa
bei der Energieerzeugung aus Wind und Sonne oder der Biomassenutzung – und
unmittelbar nachvollziehen, warum bestimmte Maßnahmen wirkungsvoller sind
als andere und welche Konsequenzen sie etwa für den Flächenverbrauch, den
Strompreis und das Erreichen der Klimaziele haben.
„Wir haben festgestellt, dass der Energieplaner die Diskussion
versachlicht und auf Augenhöhe ermöglicht, weil alle Beteiligten mit
denselben Daten und Annahmen arbeiten konnten und die Auswirkungen ihrer
Entscheidungen direkt sichtbar und gemeinsam reflektierbar wurden“,
erklärt HOST-Mitarbeiterin Romy Sommer aus dem Projektteam.
Das Projekttreffen
… dient der Vorstellung und Diskussion der bisherigen Teil-Ergebnisse der
Projektpartner
- HOST: GIS-Karten & Datenerhebung: Welchen Nutzen haben reale und
detaillierte Daten für den Diskussionsprozess in der Region?
- DUENE: Möglichkeiten der Wiedervernässung des Ibitzgrabens & Interesse,
Resonanz für das Thema vor Ort
- Reiner Lemoine Institut: Vorstellung des Energieplaners und dessen
Einsatz im Beteiligungsprozess
- Stadtgespräche: Organisation des Beteiligungsprozesses, Methodik des
Energierates Loitz und Ergebnisse
- ROSIS: bisherige Ergebnisse der Begleitforschung hinsichtlich der
Akzeptanz der Bürger*innen für Energiewendethemen
- Wind Energy Network: Möglichkeiten der Bürger*innen-Beteiligung zur
Gestaltung der Energiewende vor Ort, kritische Erfolgsfaktoren
Am Nachmittag werden weitere Forschungsergebnisse aus dem Projekt GITpRO
der Universität Greifswald zu gesellschaftlicher Innovationsfähigkeit und
Transformationsprozessen in peripheren Regionen Ostdeutschlands
vorgestellt.
Weitere Informationen zum Projekt und insbesondere zum Beteiligungsprozess
gibt es hier: https://www.energieregion-peen
