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Erfolgreiches Jubiläumsjahr 2025 und Ausblick auf zwei neue Sonderausstellungen in 2026

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Mit 107.000 Besucher:innen blickt das Europäische Hansemuseum (EHM) auf
ein sehr erfolgreiches Jubiläumsjahr 2025 zurück. Die hohe Besuchszahl
spiegelt sich auch digital in einer großen Reichweite mit rund 2.260.000
Besuchen auf den Social-Media-Kanälen und der Website wider. Auf seiner
Jahrespressekonferenz stellte das EHM das Programm für 2026 vor.

Das neue
Jahr hält gleich zwei Sonderausstellungen bereit. So erinnert das Archiv
der Hansestadt Lübeck ab Mai 2026 mit einer Ausstellung im Burgkloster an
800 Jahre Reichsfreiheit. Im Herbst wagt das EHM unter dem Titel »Let’s
play Mittelalter« ein Experiment und verwandelt Teile des Burgklosters in
eine begehbare mittelalterliche Gaming-Welt.

Der Höhepunkt des Jahres 2026 ist die Sonderausstellung »Let’s play
Mittelalter«, die ab 9. Oktober 2026 im Europäischen Hansemuseum gezeigt
wird. Mit »Let’s play Mittelalter« betritt das EHM Neuland. Die
Ausstellung zeigt nicht nur, wie Games Geschichte erzählen, sondern macht
das Spiel selbst zum zentralen Vermittlungsprinzip. Rund 60 % der
Deutschen spielen Videospiele – und die Ausstellung nimmt diesen
gesellschaftlichen Wandel ernst: Die Besucher:innen bewegen sich nicht
durch klassische Ausstellungsräume, sondern durch eine narrative
Spielwelt, in der historische Motive, Popkultur und Forschung miteinander
verwoben sind.

»Games sind heute eines der wirkmächtigsten Medien unserer Zeit«, sagt
Kuratorin Franziska Evers. »Mit ›Let’s play Mittelalter‹ möchten wir
zeigen, wie sich historische Bilder formen und wie sie sich beim Spielen
verändern. Wer spielt, begreift leichter.«

Für die Umsetzung arbeitet das EHM mit Expertinnen und Experten aus Game
Design, Szenografie und Medienkunst zusammen. Auch die vielfach
ausgezeichnete Agentur Liquid ist erneut an Bord und gestaltet die
visuellen Erlebnisräume. Ein eigenes Gaming-Lab ergänzt den
Ausstellungsbesuch und ermöglicht das freie Spielen und Ausprobieren.
Durch Kooperationen mit Influencer:innen aus der Gaming-Community soll der
Diskurs in digitale Öffentlichkeiten ausgeweitet werden. Interaktive
Elemente, digitale Erweiterungen und besondere Leihgaben aus anderen
Museen sorgen dafür, dass die Ausstellung sowohl Gaming-Fans als auch
Geschichtsinteressierte anspricht.

»Let’s play Mittelalter« ist ein Experiment des Museumsmachens – und ein
Angebot, Geschichte in einer Sprache zu erleben, die Millionen Menschen
täglich nutzen: beim Spielen. Die Sonderausstellung wird vom 9. Oktober
2026 bis 31. Oktober 2027 in Lübeck zu sehen sein.

»Ziemlich privilegiert! Lübeck und die Reichsfreiheit«: Sonderausstellung
des Archivs der Hansestadt Lübeck im Burgkloster
Wohl kaum ein anderes Jahr ist so bedeutend für die Lübecker Geschichte
wie 1226. Mit der Urkunde Kaiser Friedrichs II. wurde Lübeck in diesem
Jahr zur freien Reichsstadt erhoben – ein Meilenstein, der die
Stadtentwicklung über Jahrhunderte hinweg politisch, wirtschaftlich und
kulturell prägte. Und was heißt es, »ziemlich privilegiert« zu sein?
Früher und heute gab und gibt es Sonderrechte für bestimmte Gruppen – im
Fall Lübecks sogar für eine ganze Stadt. Der Reichsfreiheitsbrief von 1226
prägte mit seinen Bestimmungen die Hansestadt in Bezug auf ihr
Stadtgebiet, ihr Recht, ihre Wirtschaft und ihre Mentalität zum Teil bis
heute. Die vom Archiv der Hansestadt Lübeck kuratierte Ausstellung
präsentiert Objekte aus Vergangenheit und Gegenwart und zeigt verschiedene
Aspekte dieser besonderen »Privilegierung«. Als Höhepunkt wird mit dem
Reichsfreiheitsbrief das wohl bedeutsamste Dokument der Lübecker
Geschichte im Original gezeigt. Als Rahmenprogramm werden zudem Führungen
und Workshops angeboten. Die Ausstellung wird vom 18. Mai bis 23. August
2026 im Burgkloster des Europäischen Hansemuseums zu sehen sein.

Begleitet wird das Reichsfreiheits-Jubiläumsjahr von einer Vortragsreihe
»Ziemlich viel Freiheit« des Vereins für Lübeckische Geschichte und
Altertumskunde (VLGA), die die Geschichte städtischer Autonomie
nachzeichnet und die Sonderausstellung flankiert. In diesem Rahmen gibt es
in Kooperation mit der Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und
des Ostseeraums (FGHO) auch einen Vortrag im Europäischen Hansemuseum.
Dieser findet am 8. September 2026 unter dem Titel »Lübecks
hansestädtische ›Sicherheitsarchitektur‹ – Schutzbündnisse und
Konföderationen als Mittel zur Wahrung städtischer Autonomie« statt.
Weitere Infos zum Programm gibt es online unter vlga.de.

Neues aus der Forschung:
Die am EHM angesiedelte Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und
des Ostseeraums setzt auch im Jahr 2026 ihre erfolgreiche Citizen Science
Arbeit fort. Das laufende Projekt zur Transkription der Lübecker
Seegerichtsakten erschließt weiterhin wertvolle Quellen zur Schifffahrts-
und Handelsgeschichte des 17. Jahrhunderts und bringt Bürgerforschung und
Wissenschaft eng zusammen. Am 24. April 2026 findet erneut ein Citizen
Science Tag in Lübeck statt; erstmals wird es im September auch einen
Termin in Bremen geben.

Vom 25. bis 28. Mai 2026 findet die Jahrestagung des Hansischen
Geschichtsvereins (HGV) im Europäischen Hansemuseum statt. Damit tagt der
renommierte Geschichtsverein, der als »Historische Kommission« sowohl
interessierte Laien als auch führende Fachvertreter:innen der
Hanseforschung vereinigt, nach zahlreichen auswärtigen Jahrestagungen in
anderen Hansestädten erneut in Lübeck. Unter dem Titel »Macht verhandeln,
Geschichte erinnern« widmet sich die Tagung den politischen Dimensionen
historischer Deutung und bietet Mitgliedern wie auch Hanse-interessierten
Gästen zwei Tage mit Fachvorträgen und einem öffentlichen Abendvortrag.
Das EHM als Tagungsort lädt dabei in besonderer Weise dazu ein, über
Formen der Erinnerungskultur nachzudenken: Wie wird Hansegeschichte
inszeniert und vermittelt? Welche Narrative werden tradiert, welche
aktualisiert – und mit welchen Absichten? Für die Teilnahme wird eine
Tagungsgebühr erhoben. Weitere Infos unter hansischergeschichtsverein.de.

Rückblick: 2025 besuchsstarkes Jubiläumsjahr
Mit 107.000 Besucher:innen begrüßte das Europäische Hansemuseum im
Jubiläumsjahr 2025 erneut eine herausragende Anzahl an Gästen. Sein
zehnjähriges Bestehen feierte das Museum unter anderem mit einem großen
Geburtstagsfest bei dem Live-Musik, Workshops und kreative Aktionen das
Publikum zum Mitmachen einluden, einem Festakt für geladene Gäste aus
Politik, Wirtschaft und Kultur sowie dem Diskussionsspiel »Konflikt &
Konsens« über Mechanismen von Konfliktbewältigung und
Entscheidungsfindung. Dabei konnte das EHM die Besuchszahlen auf konstant
hohem Niveau halten. »Wir sind hocherfreut, dass wir auch in unserem
Jubiläumsjahr so viele Menschen für die Hanse begeistern konnten. Dass wir
überdies unsere millionste Besucherin bei uns im Museum begrüßen durften,
noch dazu aus Schweden, einem Ursprungsland vieler Hansekaufleute, war ein
besonderer Höhepunkt«, so Direktorin Dr. Felicia Sternfeld.

Insgesamt hatte mehr als die Hälfte der Besuche einen touristischen
Hintergrund mit einer Entfernung über Norddeutschland hinaus. Wie schon im
vorigen Jahr konnte das EHM einen leichten Anstieg bei den internationalen
Gästen verzeichnen, der diesmal bei knapp über 26 % lag – Spitzenreiter
war erneut Dänemark, gefolgt von Schweden und den Niederlanden.

Die Nachfrage bei den Führungsformaten des Museums ist 2025 ebenfalls
gestiegen: Insgesamt besuchten 1.204 Gruppen das EHM, davon 716
Schulgruppen. Auch im Bereich Veranstaltungen kann sich das EHM über ein
Plus freuen: Insgesamt fanden 46 eigene Veranstaltungen im Jahr 2025
statt, bei denen 16.106 Gäste an wissenschaftlichen Vorträgen, Konzerten,
Poetry Slams oder Kleidungstauschpartys teilnahmen.

Die hohe Besuchszahl spiegelt sich auch digital in einer hohen Reichweite
des Europäischen Hansemuseums wider: Insgesamt wurden rund 2.260.000
digitale Besuche gezählt (Personen, die über die Website sowie Social-
Media-Kanäle mit Inhalten des Museums in Berührung gekommen sind). Im
Vergleich mit dem Vorjahr ist dies ein Plus von 79 % (im Jahr 2024 waren
es 1.259.352 Besuche). Maßgeblich für diesen Erfolg waren vor allem die 58
eigenproduzierten und reichweitenstarken Videos, die auf den Social-Media-
Kanälen vielfach geschaut wurden. Als Teil seiner digitalen Strategie
vermittelt das EHM-Team in kurzen Filmen wissenswerte und unterhaltsame
Details rund um die Hanse, die beim Publikum ausgesprochen gut ankommen.
Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang insbesondere der enorme Anstieg
an Follower:innen auf dem Instagram-Account: Mit 17.093 Follower:innen
konnte das EHM seine Reichweite dort nahezu verdoppeln (Zuwachs von 87 %
im Vergleich zu 2024). Ein voller Erfolg für die digitale Strategie des
EHM.

Kultur als Wirtschaftsmotor:
Anlässlich seines 10-jährigen Geburtstags hatte das EHM in Zusammenarbeit
mit der ift Freizeit- und Tourismusberatung eine Studie durchführen
lassen, welche die ökonomischen Effekte des Europäischen Hansemuseums auf
die Region Lübeck untersuchte. Dabei wurde deutlich: Das EHM ist auch ein
Motor für die Lübecker Wirtschaft und hat in den ersten zehn Jahren seit
seiner Eröffnung eine kumulierte Wertschöpfung von 35,4 Millionen Euro in
der Region erzeugt. Neben der kumulierten Wertschöpfung sichern die rund
eine Million Gäste des Museums seit Eröffnung im Durchschnitt – direkt
oder indirekt – jährlich rund 116 Arbeitsplätze in Lübeck, insbesondere im
Gastgewerbe, im Einzelhandel und im Dienstleistungssektor. Über 210.000
Tagesausflüge und mehr als 42.000 Übernachtungen sind direkt auf das EHM
zurückzuführen. Das zeigt, dass Kultur nicht nur identitätsstiftend ist,
sondern auch wirtschaftlich wirkt.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.hansemuseum.eu/museum/#ansprechpartner

Originalpublikation:
https://www.hansemuseum.eu/pressebereich