DANK: 2026 muss das Jahr der Prävention werden!
Politik darf Präventionspotenziale nicht länger verschleppen
Mit dem Start der Grünen Woche am morgigen Freitag appelliert das
Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK)
erneut an die Politik, die wirksame Prävention von nichtübertragbaren
Krankheiten nicht zu verschleppen.
„2026 muss das Jahr der Prävention werden. Abwarten und untätig bleiben,
kostet Lebensjahre und Wirtschaftskraft“, fordert Barbara Bitzer,
Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und
Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Das
Wissenschaftsbündnis DANK, dem 24 wissenschaftlich-medizinische
Fachgesellschaften und Verbände angehören, begrüßt besonders die jüngste
Initiative der CDU in Schleswig-Holstein zur Einführung einer
Herstellerabgabe auf zuckergesüßte Getränke. „Wir unterstützen
Ministerpräsident Daniel Günther bei seinem Vorstoß. Die CDU in Schleswig-
Holstein hat erkannt, dass eine solche Abgabe die Verbraucher*innen nicht
belastet und sich positiv auf die Gesundheit auswirken kann. Leider
verhallen diese wegweisenden parteiinternen Appelle im politischen
Berlin“, resümiert die Expertin.
Die Diskussion um gesundheitsorientierte Steuerinstrumente ist nicht neu,
aber dringlicher denn je. Hohe Krankheitslast, steigende Kosten und
zunehmende Ungleichheit machen deutlich: eine gesunde Mehrwertsteuer,
höhere Besteuerung von Tabak und Alkohol, Kinderschutz in der
Lebensmittelwerbung, eine verbindliche Stunde Bewegung in Kita und Schule
sowie Standards für die Kita- und Schulernährung sind politische
Handlungsfelder und müssen verbindlich sein, damit sie alle Menschen in
Deutschland erreichen. Deutschland kann es sich nicht weiter leisten,
Milliardenbeträge für vermeidbare Krankheiten auszugeben, während
gleichzeitig Kinderzimmer mit Werbung für Zucker- und Fettbomben geflutet
werden und Herstellerabgaben auf gesundheitsschädliche Produkte weiterhin
als „ideologisch“ abgetan werden. Deutschland gehört in Europa zu den
Schlusslichtern in der Prävention: Platz 17 von 18 im kürzlich
veröffentlichten Public Health Index des AOK-Bundesverbands und des
Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).
„Das Argument, derartige wirksame Maßnahmen seien nicht umsetzbar, da sie
nicht im Koalitionsvertrag stehen, trägt nicht mehr – erst recht nicht,
seit aus dem Kanzleramt selbst öffentlich gefordert wurde,
Koalitionsvereinbarungen angesichts neuer wirtschaftlicher Realitäten
anzupassen und auch die Bevölkerung die Politik zunehmend in der Pflicht
sieht“, erklärt Bitzer weiter.
Für das Wissenschaftsbündnis steht fest: Wenn zentrale politische Projekte
in wirtschaftlich schwierigen Zeiten neu bewertet werden können, dann muss
das erst recht für Maßnahmen gelten, die Menschenleben schützen,
chronische Erkrankungen verhindern und das Gesundheitssystem entlasten.
„Verhältnisprävention darf kein Tabu mehr sein. Sie ist das wirksamste
Instrument, das wir haben, um gesunde Lebensjahre zu sichern und auch die
wirtschaftliche Stabilität des Landes zu sichern“, schließt Bitzer.
DANK appelliert daher an Bund und Länder, politische Denkblockaden
abzubauen. 2026 muss die Präventionswende gelingen. Dafür braucht es
politischen Mut und Entscheidungen mit Weitsicht und keine Ausreden.
Weitere Informationen:
• HM Revenue & Customs. (2024, 30. Oktober). Soft Drinks Industry
Levy uprating. GOV.UK. https://www.gov.uk/government/
/increasing-the-rates-of-the-s
industry-levy-uprating?utm_sou
