Alfred-Wegener-Institut und Uni Bremen können gefährdete Klima- und Umweltdaten weiterhin sichern
Bereits im Jahr 2025 haben das Alfred-Wegener-Institut (AWI) und die Uni
Bremen umfangreiche Datensätze aus den USA gesichert. Nun hat die Deutsche
Forschungsgemeinschaft (DFG) rund 860.000 Euro Förderung bewilligt, um auf
Basis der Datenplattform PANGAEA gefährdete Daten systematisch zu
identifizieren und langfristig zu sichern.
PANGAEA ist ein weltweit anerkannter Data Publisher, der wissenschaftliche
Daten aus den Erde- und Umweltwissenschaften veröffentlicht und
archiviert. Betrieben wird PANGAEA gemeinsam vom Alfred-Wegener-Institut,
Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und vom MARUM –
Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen. Die
Plattform stellt sicher, dass hochwertige, gut strukturierte und
interoperable Datensätze erhalten und unter Open Access Bedingungen zur
Verfügung gestellt werden.
„PANGAEA erfreut sich in der Klima- und Umweltforschung höchster
Anerkennung und Wertschätzung“, sagt Henrike Müller, Senatorin für Umwelt,
Klima und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen. „Ich freue mich sehr,
dass die DFG die Förderung für dieses Projekt bewilligt hat. Gerade
angesichts der aktuellen weltpolitischen Entwicklungen sind diese Daten
ebenso verletzliche wie kostbare Schätze für die internationale
Wissenschaft. Dass wir sie hierzulande sichern können, kommt uns allen
zugute.“
Dank der DFG-Förderung können nun in diesem und im kommenden Jahr drei
Wissenschaftler:innen bei PANGAEA in den Bereichen Datenscouting,
Datenkuration und Softwareentwicklung die Datenrettung weiter unterstützen
und an nachhaltigen nationalen und internationalen Strategien mitarbeiten.
Ziel ist es, im internationalen Austausch Datensätze von hohem
wissenschaftlichen Wert zu identifizieren, die beispielsweise durch
politische Entwicklungen gefährdet wären, und diese in PANGAEA pro-aktiv
zu sichern. „Somit stehen die Daten aus dem Klima- und Umweltbereich der
wissenschaftlichen Gemeinschaft nachhaltig zur Verfügung“, sagt Frank
Oliver Glöckner, Leiter des Bereichs DATA am AWI und Professor für
Erdsystemdatenwissenschaften am MARUM der Universität Bremen und ergänzt:
„Durch eine intelligente Redundanz der Dateninfrastrukturen wird das
Projekt die Resilienz und Datensouveränität in Europa stärken.“
Erste Erfahrungen mit diesen Aufgaben konnten die Datenexpertinnen und
-experten bereits 2025 sammeln. Im vergangenen Jahr hatte die US-Behörde
National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) explizit auf die
Gefährdungen von Datensätzen hingewiesen. Diese wurden in PANGAEA
überführt und damit gesichert. „Der besondere Wert dieser Daten liegt
darin, dass sie lange Zeitreihen umfassen“, ergänzt Dr. Janine Felden,
Mit-Antragstellerin und Leiterin von PANGAEA am AWI und MARUM. „Ihr
Verlust würde zu erheblichen Lücken in diesen für die Menschheit so
wichtigen Bereichen führen.“
Ein Teil der DFG-Förderung wird auch rückwirkend für das Jahr 2025
genehmigt. Das AWI habe mit der Datensicherung, für die es personell und
finanziell in Vorleistung gegangen sei, erhebliche Verdienste um die
Datensicherung erworben, heißt es in der Stellungnahme der Gutachter.
